Warum man Heidi Klum hassen muss
Von Bettina Weber. Aktualisiert am 23.11.2009 48 Kommentare
Das Schlimmste ist dieses Grinsen. Diese amerikanisch angestrengte Happyness, gepaart mit deutschem Biss. Dabei kann Heidi Klum so viel grinsen wie sie will, es hilft alles nichts. Sie wird dadurch nicht netter. Wer sie nur ein einziges Mal in der von ihr moderierten Casting-Show «Germany's Next Topmodel» gesehen hat, der weiss: Diese Frau ist kalt. Die hat als Kind andere Kinder geplagt, und zwar immer die kleineren und schwächeren, fies gezwickt hat sie die, wenn das Kindergartenfräulein grad nicht hingesehen hat. So eine ist das. Denn so gut zu schauspielern, sind Models nicht in der Lage, als dass die Rolle der Unsympathin hätte aufgesetzt sein können.
Die Heidi ist ja aber auch sehr umtriebig. Macht Werbung für allerhand, und in den Spots, klar, grinst sie dann und ist wahnsinnig fröhlich. So auch letzte Woche an der bestinszenierten Show der Welt, derjenigen des Unterwäsche-Labels Victoria's Secret. Da machte die Heidi auch mit, nur fünf Wochen nach der Geburt ihres vierten Kindes, aber die Heidi hat Disziplin und einen eisernen Willen, den man ihr dann ansieht, wenn sie gerade mal nicht grinst; Wolfgang Joop sagte einst, sie sei zwar unerträglich, diese klumsche Dauergrinserei, aber sie habe halt keinen schönen Mund. Stimmt. Er ist schmal und verkniffen und zeugt von nicht sehr viel Humor und Gelassenheit.
Business und Biederkeit
Heidi passt zu Victoria's Secret. Weil Victoria's Secret zwar mit einer Riesensause und mit diamantenbestückten 3-Millionen-Dollar-BHs jedes Jahr die ganze Welt auf sich aufmerksam macht, obschon die Marke im Grunde sehr bieder ist und hauptsächlich Baumwollunterwäsche im Sortiment hat. Aber: Die wissen, wie man sich verkauft. Eben ganz wie die Heidi. Die war einmal auf dem Titelbild von «Sports Illustrated», und weil das für die Amerikaner ein wichtiges Magazin ist, begann so die Karriere der Heidi Klum aus Bergisch Gladbach. Sie mag heute als Topmodel gelten und Millionen verdienen, in die oberste Liga hat sie es dennoch nie geschafft. Sie lief nie für einen grossen Designer in Paris oder Mailand über den Laufsteg, wurde nie für Kampagnen von Luxushäusern gebucht, und Karl Lagerfeld sagt über sie: «Heidi Klum? Kenn ich nicht.»
Dafür kennen sie sonst alle. Das ging sie ja auch strategisch an. Sie erblondete zusehends und die Affäre mit Anthony Kiedis, dem Frontmann der Red Hot Chili Peppers, sollte ihr 2003 etwas Rock-'n'-Roll-Attitüde verleihen, was aber nicht funktionierte, weil man neben einem Rockstar nicht so blöd grinst; stattdessen stürzte Kidies– Coolness-Faktor ins Bodenlose. Flavio Briatore, der Mann, der seine Hemden stets ein paar Knöpfe zu weit offen trägt, war danach schon eher passend. Und da begann ja auch die Kinderproduktion, die sie kurz darauf mit Schmusesänger Seal fortsetzte; seit diesem Wochenende heisst sie sogar gleich wie er: Heidi Samuel, ganz offiziell und amtlich bewilligt. Mutter sein und Model und Unternehmerin, das ist doch alles ein Klacks, die Heidi kriegt das alles spielend unter einen Hut, Organisation ist alles!, und immer noch fährt sie jedes Jahr nach Hause zum Karneval, das findet sie super.
Es bleibt das Grinsen
Dieses Jahr allerdings ist sie die zusätzlichen Pfunde der Schwangerschaft nicht in der gewünschten Rekordzeit losgeworden. Die Heidi lahmt etwas, scheint es. Und so schickte man sie eben statt mit Dessous mit viel Tüll verhüllt über den Laufsteg, wo sie dann immerhin grinsen konnte, dass sich einem beim Zusehen verlässlich die Nackenhaare aufstellten.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.11.2009, 14:47 Uhr
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48 Kommentare
In jedem bereits abgegebendem Kommentar ist doch einzigst der wahre Neid herauszulesen und somit ein jedes oberflächliche und dumme Kommentar überflüssig. Seid es doch genau ihr, die dann im nächsten Frühjahr auf Pro7 die Einschaltquoten bei Germany Next Top-Model nach oben jagen! Auch hier bei uns in der Schweiz! Sie verdient mit ihrem Grinsen Geld, Ihr grinst daheim nur blöde in den Spiegel!! Antworten
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