Kultur

«Zum Schweizer Fernsehen – warum nicht?»

Von Rico Bandle. Aktualisiert am 20.09.2010 37 Kommentare

Das SF setzt «Al dente» ab und plant eine Nachfolgesendung. Daniel Bumann, Spitzenkoch und erfolgreicher «Restauranttester» auf 3plus, über Kochsendungen, «Al dente» und seine eigenen TV-Ambitionen.

Würde ein Angebot des Schweizer Fernsehens nicht ablehnen: Daniel Bumann.

Würde ein Angebot des Schweizer Fernsehens nicht ablehnen: Daniel Bumann.
Bild: 3plus

Zur Person

Daniel Bumann führt mit seiner Frau das Restaurant Chesa Pirani in La Punt. Einem breiten Publikum wurde der Spitzenkoch als Protagonist in der TV-Sendung «Bumann, der Restauranttester» auf dem Privatsender 3plus bekannt, wo er Gaststätten in Schieflage auf die Bein hilft. Die Sendung läuft jeweils am Mittwoch um 22 Uhr.

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Al dente

Al dente
Die Kochshow auf SF1.

Wie sieht die ideale Kochsendung aus?
Das kann man nicht so beantworten, denn es kann gut sein, dass eine Sendung inhaltlich top ist, beim Publikum aber trotzdem nicht ankommt. Für die Sender ist ja vor allem die Quote wichtig.

Werden wir konkreter: Das Schweizer Fernsehen plant gerade eine Nachfolgesendung für «Al dente». Was für eine Sendung wünschen Sie sich?
Erst einmal bin ich froh, dass überhaupt eine Nachfolgesendung vorgesehen ist. Eine gute Kochsendung tut unserer gesamten Branche gut.

Ist das wirklich so? Kochen als fröhliche Show ins TV zu bringen, wie dies bei «Al dente» gemacht wurde, hat im Gegensatz zu Ihrer Sendung mit dem Berufsalltag doch überhaupt nichts zu tun.
Bei «Al dente» kochten ja vor allem Amateure, keine Profis, das ist ganz anders als in meiner Sendung, wo die harte Realität gezeigt wird. Beides sind total verschiedene Sendungen, die kann man nicht vergleichen.

War «Al dente» für Sie eine gelungene Kochsendung?
Mich als Profi hat die Sendung nicht besonders angesprochen. «Lanz kocht», die Sendung im ZDF, wo Spitzenköche am Herd stehen, finde ich natürlich viel spannender.

Der grosse Boom der Kochsendungen begann mit Jamie Oliver. Wie haben Sie ihn erlebt? Was er macht, ist wiederum etwas ganz anderes. Als der Beruf ins TV kam, hat dies eine sehr positive Bewegung ausgelöst. Biolek hat damit ja schon vor mindestens 30 Jahren angefangen. Die Frage ist immer: Will man unterhalten? Will man informieren? Will man zum Kochen anregen? Bei Jamie Oliver passte alles zusammen. Er motivierte die Leute, wieder einmal zu kochen, gesund zu essen, vor allem auch die jüngeren Leute.

In neueren Sendungen bekochen häufig Amateure Ihre Gäste bei sich zu Hause.
Diese Idee vom «Promidinner» aus Deutschland ist jetzt auch in der Schweiz angekommen, zum Beispiel beim «SwissDinner» auf einigen Lokalsendern. Schön wird das Konzept von SF bei der «Landfrauenküche» umgesetzt, wo man auch noch wunderbare Naturbilder zu sehen kriegt. Ich stehe diesen Sendungen positiv gegenüber. Wenn die Leute durch das TV für das Kochen begeistert werden, werden sie auch fürs genussvolle Essen begeistert. Wenn dies gelingt, dann haben auch wir Gastronomen gewonnen.

Ihre Sendung «Bumann der Restauranttester» auf 3plus ist äusserst erfolgreich, was auch an Ihrer Person liegt. Hat das Schweizer Fernsehen bereits angeklopft für die «Al dente» Nachfolgesendung?
Das Echo auf den «Restauranttester» war überwältigend. Jetzt läuft die zweite Staffel, was danach geschieht, weiss ich noch nicht. Es ist nichts entschieden.

Könnten Sie sich vorstellen, auch eine andere Sendung zu machen, zum Beispiel eine Kochsendung?
Warum nicht? Das würde mich sehr reizen. Es wäre schön, etwas Neues verwirklichen zu können.

Wenn eine Anfrage des Schweizer Fernsehens käme, würden Sie also nicht ablehnen?
Man muss immer offen sein für Anfragen. Im Moment ist alles möglich, ich habe nirgends zugesagt. Ich kann mich aber nun schlecht selbst für das Schweizer Fernsehen portieren. Das können Sie als Journalist tun. Zurzeit befinde ich mich in meinem Restaurant ohnehin mitten in der Saison, ich habe wenig Zeit, über sowas nachzudenken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.09.2010, 14:51 Uhr

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37 Kommentare

Walter Schmid

20.09.2010, 10:45 Uhr
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"Quizsendungen haben eine beschränkte Lebensphase"? Darum gibt es "Wer wird Millionär" schon seit über 10 Jahren? Erfolgreich! Dies hier ist eine der schlechtesten Kochsendungen im TV überhaupt, es wird nur mehr Waschküchenkonversation getrieben, als gekocht. Die Absetzung dieser nervenden Selbstdarsteller ist schon längst überfällig. Antworten


Frank Schneider

20.09.2010, 10:33 Uhr
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Gott sei Dank, Studer mit seinem lächerlichen Käppi, Sager mit der Stimme einer Kreissäge und der omnipräsente Epiney waren wirklich sehr unspontan und nervig, was die Sendung unerträglich machte auch wenn die Rezepte zwischendurch interessant waren. Antworten




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