Berlin rollt den roten Teppich aus
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Seit 1951 werden in Berlin erfolgreiche Filme mit Goldenen Bären ausgezeichnet. Dieses Jahr werden rekordverdächtige 395 Filme gezeigt, 18 davon buhlen im Wettbewerb um den begehrten Preis. Die Internationale Jury unter Vorsitz von Regisseur Mike Leigh entscheidet über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären im diesjährigen Wettbewerb. Neben Leigh gehören Anton Corbijn, Asghar Farhadi, Charlotte Gainsbourg, Jake Gyllenhaal, François Ozon, Boualem Sansal und Barbara Sukowa der Jury an.
18 Weltpremieren, eine Schweizerin
Im Rennen um den Goldenen Bären sind unter anderen Billy Bob Thorntons «Jayne Mansfield's Car» mit John Hurt und Kevin Bacon, «Captive» des philippinischen Regisseurs Brillante Mendozas, Antonio Chavarrías «Dictado» sowie «Postcards From The Zoo» des Indonesiers Edwin. Mads Mikkelsen ist in «A Royal Affair» des Regisseurs Nikolaj Arcel zu sehen, Frédéric Videau zeigt «À moi seule».
Traditionell sind auch viele deutsche Filmemacher dabei, einige davon nicht zum ersten Mal: Christian Schmid ist mit «Was bleibt» (mit Lars Eidinger und Corinna Harfouch) bereits zum vierten Mal im Wettbewerb, Christian Petzold tritt mit «Barbara» (mit Nina Hoss und Ronald Zehrfeld) zum dritten Mal in der Hauptreihe an. Matthias Glasner ist nach dem skandalträchtigen Vergewalter-Drama «Der freie Wille» mit «Gnade» zum zweiten Mal dabei.
Der Frauenanteil unter den Teilnehmern ist bedenklich tief, dieses Jahr repräsentiert die Schweizerin Ursula («Home») mit «L'enfant d'en haut» die weiblichen Filmschaffenden.
In Konkurrenz zu den Oscars
Kritiker bemängeln seit Jahren das vergleichsweise dünne Staraufgebot der Berlinale. Statt grossen Namen, werden Filme weitgehend unbekannter Regisseure gezeigt. Festivaldirektor Dieter Kosslick räumt ein, dass die zeitliche Nähe zu den Oscars ein Problem sei. Ausserdem locken neue Festivals im neuen Raum die Filmschaffenden mit viel Geld und Luxus.
Die Regie-Stars, die nach Berlin kommen, greifen auch 2012 nicht in den Kampf um die Bären ein: So zeigt Steven Soderbergh seinen Actionthriller «Haywire». Der läuft aber als sogenannte Sondervorführung. Stephen Daldry präsentiert «Extremely Loud And Incredibly Close» ausser Konkurrenz (die Stars des Filmes, Sandra Bullock und Tom Hanks, bleiben dem Festival fern). Andere Hollywood-Grössen wie Angelina Jolie nutzen die Berlinale zur Vorstellung ihrer ersten Regiearbeit: Sie zeigt in einer Nebensparte «In the Land of Blood and Honey».
Staraufgebot auf dem roten Teppich
Die Berlinale konnte dieses Jahr einige Stars zu den Premieren aufbieten: Erwartet wird Hollywood-Prominenz wie Angelina Jolie, Meryl Streep, Jake Gyllenhaal und Keanu Reeves. Eröffnet werden die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin mit dem Drama «Les adieux à la Reine» («Leb wohl, meine Königin!») über die Anfänge der Französischen Revolution.
Nebst der Verleihung des Goldenen Bären ist ein bildet die Verleihung des Ehrenbärs an die Oscar-Preisträgerin Meryl Streep einen weiteren Höhepunkt. Für ihre Darstellung der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher in «Die Eiserne Lady» ist Streep zum 17. Mal für einen Oscar nominiert worden.
Ein Jahr nach dem Sturz des ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak ziehen sich laut Kosslick gesellschaftliche und persönliche Neuanfänge als roter Faden durch das Berlinale-Programm.
Mit fast 300'000 verkauften Karten gilt die Berlinale in der Filmbranche als das grösste Publikumsfestival der Welt.
(omue/dapd)
Erstellt: 08.02.2012, 16:51 Uhr
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