Kultur

Callgirls, Drogen: Schwere Vorwürfe gegen Sennentuntschi-Regisseur

Aktualisiert am 23.01.2010

Zweckentfremdete Gelder, Drogenkonsum, Falschaussagen: Die «Weltwoche» will brisante Details zur Millionen-Pleite um den Film «Sennentuntschi» wissen. Der Regisseur prüft rechtliche Schritte gegen das Blatt.

1/10 Teuflische Madonna? Roxane Mesquida als Sennentuntschi.
Bild: Kontra

   

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Rechtliche Schritte

Michael Steiner wollte heute Morgen gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet zu den einzelnen Vorwürfen der «Weltwoche» noch keine Stellung nehmen. «Zuerst muss ich das noch einmal genau durchlesen», sagt er. Zudem prüfe er, rechtliche Schritte gegen die «Weltwoche» einzuleiten. (rb)

Nachtrag 19 Uhr: In einer kurzen Pressmitteilung verkündet Michauel Steiner: «Im Hinblick auf die oben erwähnten laufenden Verhandlungen äussern sie sich zum jetztigen Zeitpunkt nicht weiter zu den Anwürfen der Weltwoche.» Zudem bestätigt er noch einmal, dass er «rechtliche Schritte gegen die in diesem Zusammenhang veröffentlichten Aussagen in der Wochenpublikation Weltwoche» prüfe. Auch das in der Kritik stehende Bundesamt für Kultur lässt auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet ausrichten, dass es in Anbetracht des laufenden Verfahrens um eine Rettung des Films keine Stellung beziehen möchte.

Seit der Pleite seiner Firma Kontraproduktion AG kommt der Regisseur von «Sennentuntschi» nicht aus den Schlagzeilen. Nun richtet die «Weltwoche» neue Vorwürfe an Michael Steiner: So seien Gelder verjubelt und zum Teil zweckentfremdet worden. Im Jahr 2007 habe Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer Bruno Seemann (er ist Ende 2008 zurückgetreten) die Dienste eines Escort-Service in Anspruch genommen – bezahlt habe er mit einer Firmenkreditkarte, worauf die Buchung in den Abrechnungen der Firma aufgetaucht sei. Diese habe zudem seit zwei Jahren keinen ordentlichen Abschluss mehr vorgelegt.

Steiners Firma sei somit bereits in einem fragwürdigen Zustand gewesen, als sie für «Sennentuntschi» öffentliche Fördergelder beim Bundesamt für Kultur, bei der Zürcher Filmstiftung und dem Schweizer Fernsehen beanspruchte. Die Gelder sind trotzdem geflossen, unter anderem auch, weil Steiners Firma falsche Angaben gemacht habe, was, so die «Weltwoche», an Subventionsbetrug grenze.

«Tabuthema» Drogen

Die Schieflage verschärfte sich bei Drehbeginn, es war nicht genügend Geld vorhanden. Bis heute ist das Projekt auf Eis gelegt, der Film ist zwar zu Ende gedreht, kann aber nicht fertiggestellt werden. Steiner weist jedoch Verantwortung für das Scheitern von sich.

Zu den finanziellen Problemen kommt ein «Tabuthema», wie die «Weltwoche» schreibt: Von Zürich bis Locarno gelte es als «sehr offenes Geheimnis», dass Steiner Kokain in hohen Dosen konsumiere, auch um teilweise nächtelang durcharbeiten zu können. (cha)

Erstellt: 23.01.2010, 14:28 Uhr

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