Kultur

Die Leoparden stehen bereit

Aktualisiert am 03.08.2010

Zum Auftakt des Festival del film von Locarno wird am (heutigen) Dienstag auf der Piazza Grande «La nostra vita» von Daniele Luchetti gezeigt.

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Der letzte Schliff: Vorbereitungen in Locarno. (Bild: Keystone )

Hauptdarsteller Elio Germano erhielt für seine Leistung in Cannes die Goldene Palme. Die Vorführung ist gratis. Vor der eigentlichen Eröffnung findet am Mittwoch Abend im Kreuzgang des alten Klosters der traditionelle Cocktailempfang statt. Erwartet werden Bundespräsidentin Doris Leuthard und weiteren prominente Persönlichkeiten aus Kultur und Politik.

Das Fussvolk ist erst zur Zeremonie um 21.30 Uhr auf der Piazza Grande zugelassen. Die Begrüssungsrede hält der Festivalpräsident Marco Solari, anschliessend feiert der Film «Au fond des bois» von Benoît Jacquot seine Welturaufführung. Am selben Abend projiziert der Schweizer Lichtkünstler Gerry Hofstetter ein Werk zum Thema Leopard auf die Mauern des Schlosses von Locarno. Die Performance wird an den folgenden drei Abenden wiederholt.

280 Filme, 60 davon aus der Schweiz

Insgesamt werden vom 4. bis 14. August 280 Filme auf dem Festival in Locarno gezeigt, etwa 100 weniger als letztes Jahr. Auch sonst hat der neue Direktor Olivier Père sein Versprechen, das Programm zu straffen, wahr gemacht: Die Sektion «Ici et ailleurs» - früher ein Gefäss für alles, was in keine andere Sektion passte - wurde gestrichen, ebenso der sogenannte «Schweizer Tag».

Mit über 60 Filmen - davon je zwei auf der Piazza und im Wettbewerb - ist die Schweiz aber dennoch sehr gut vertreten am Festival. Auf der Piazza Grande ist am 6. August «Hugo Koblet - Pédaleur de charme» mit Bundesratssohn Manuel Löwensberg zu sehen und am 14. August «Sommervögel» von Paul Riniker.

Schweizer konkurrieren mit Zombie

Im internationalen Wettbewerb starten die Schweizer Beiträge «La Petite Chambre» von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond und «Songs of Love and Hate» von Katalin Gödrös, ein Familiendrama aus dem Tessin. Sie treten gegen 16 Mitbewerber an, darunter Bruce LaBruces «LA Zombie» über einen ausserirdischen, schwulen Untoten.

Der Film «enthält Szenen, die sensible Zuschauer schockieren könnten», heisst es im Festivalprogramm von Locarno und sei für unter 18-Jährige strikt untersagt. Im Vorfeld sorgte er für Schlagzeilen, weil die australischen Behörden seine Vorführung im Rahmen des Filmfestivals von Melbourne untersagten. Der «Skandal»- Regisseur LaBruce wird persönlich nach Locarno kommen.

Ein bisschen Glamour gibt's

Neben den Langfilm-Wettbewerben Concorso internazionale und Concorso Cineasti del presente gibt es unter anderem eine Ernst- Lubitsch-Retrospektive und ein Programm zur Feier der vor 20 Jahren eingeführten Kurzfilm-Sektion Pardi di domani.

Gezeigt werden ausserdem Filme, die in Zusammenhang stehen mit den Trägern der diesjährigen Spezialpreise, Chiara Mastroianni, JIA Zhang-ke, Alain Tanner, Menahem Golan und Francesco Rosi.

Neben ihnen werden weitere Prominente wie Anna Thalbach, Lionel Baier, Maren Ade, Burghart Klaussner, Christian Frei, Paul Riniker, Sabine Timoteo und Roeland Wiesnekker erwartet, wie das Festival am Dienstag mitteilte. (rb/sda)

Erstellt: 03.08.2010, 16:50 Uhr

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