«Die menschlichen Schäden dieser Festnahme sind beträchtlich»
«Menschlich unerträglich»: Anwalt Hervé Temime über die Verhaftung seines Klienten Roman Polanski. (Bild: Keystone)
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Die Anwälte von Roman Polanski fordern von der Schweiz die Freilassung des in einem Sittenverfahren auf amerikanischen Antrag festgenommenen Regisseurs. Es scheine sich ein «Problem der Verjährung» zu stellen, sagte Polanskis Anwalt Hervé Temime der Zeitung «Le Figaro». Zudem gehe es um einen «Fall, in dem das mutmassliche Opfer des Vergehens seit Jahren seine Klage zurückgezogen» habe. Roman Polanski stelle «absolut keine Gefahr für die öffentliche Ordnung» dar, sagte Temime.
«Die menschlichen Schäden dieser Festnahme sind beträchtlich. Es erscheint mir menschlich unerträglich, dass ein 76-jähriger Mann mehr als 30 Jahre nach der Tat (...) auch nur einen Tag Gefängnis erleiden soll.» Er wundere sich über die Festnahme, zumal Polanski «seit vielen Jahren sehr regelmässig» in die Schweiz fahre, wo er in Gstaad ein Haus besitze.
Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand hatte am Sonntag von einer «Falle» gesprochen, die Polanski gestellt worden sei. «Man kennt die Bedingungen, unter denen das passiert ist. Und genauso, wie es ein grosszügiges Amerika gibt, das wir lieben, gibt es auch ein gewisses Amerika, dass Angst macht. Und dieses Amerika hat uns heute sein Gesicht gezeigt», sagte Mitterrand. (sam/sda)
Erstellt: 28.09.2009, 11:45 Uhr
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