Eisenmann mit Frauenproblemen

Mit «Iron Man 2» kommt am 6. Mai der zweite, actiongeladene Teil der Comic-Saga um den geläuterten Waffenhändler Tony Stark im High-Tech-Kampfanzug in die Deutschschweizer Kinos.

Sollen für volle Kinokassen sorgen: Mickey Rourke und Scarlett Johansson.

Sollen für volle Kinokassen sorgen: Mickey Rourke und Scarlett Johansson.

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Der erste «Iron Man» blieb in der Schweiz unter der 100'000- Zuschauer-Marke, spielte weltweit aber 572 Millionen Dollar ein. Eine Fortsetzung lag also in der Luft, und auch Teil 3 ist bereits für 2012 angekündigt. Wieder schlüpft Robert Downey Jr. in die Rolle, erneut steht Jon Favreau als Regisseur hinter der Kamera. Im Gegensatz zu vielen rein auf Bombast getrimmten Comicverfilmungen gelingt es ihm, den Charakteren und der Story Tiefe zu verleihen.

Wohl zum Gefallen von Stan Lee, dem Erfinder des Comic-Helden und Produzenten des Films. «Die Figur des Tony Stark ist so glamourös, so erfolgreich, so männlich, und doch hat er auch eine verletzliche Seite», sagt Lee laut Presseheft. Die verletzliche Seite tritt zuerst in den Hintergrund: Stark hat nahezu im Alleingang fast den ganzen Weltfrieden gesichert. Dafür lässt er sich in ausufernden One-Man-Shows wie ein Rockstar feiern.

Frauenproblem

Seine ebenso loyale wie hübsche Assistentin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) ernennt er zur Vorstandsvorsitzenden seines Konzerns. Die nicht minder hübsche, aber undurchsichtige Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) zu ihrer Nachfolgerin. Zwei folgenschwere Entscheidungen. Denn die Iron-Man-Technologie weckt Begehrlichkeiten. Das Militär und die US-Regierung fürchten die geballte Macht in den Händen eines egozentrischen Multimilliardärs.

Starks Position bröckelt: Bei einem Autorennen in Monaco wird er von Ivan Vanko (Mickey Rourke) angegriffen. Der russische Physiker trägt ein «Exo-Skelett», das auf der gleichen Technologie wie der Iron-Man-Anzug basiert. Nur mit Mühe kann Stark den Kontrahenten überwältigen - vorerst. Danach wird ihm seine Sterblichkeit vor Augen geführt.

Starbesetzung

Getragen wird der Film von den hochkarätigen Schauspielern. Hauptdarsteller Robert Downey Jr. lässt Stark gekonnt zwischen Grössenwahn und Fehlbarkeit pendeln. Rourke gibt sich als der wortkarge Anti-Held. Der Umstand, dass der Bösewicht ein Russe ist, mutet schon «retro» an und ist eine konsequente Fortführung des ironischen Humors, der schon «Iron Man» ausgezeichnet hat.

An Action fehlt es «Iron Man 2» nicht. Favreau kommt mit wenigen harten Szenen aus, die sind dafür aber intensiv und packend inszeniert. Die Fortsetzung leidet allerdings ein wenig an überfrachteten Handlungssträngen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 03.05.2010, 11:41 Uhr)

Stichworte

Der Film

«Iron Man 2», Regie: Jon Favreau, 124 Minuten. Ab Donnerstag im Kino.

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