Kultur

Halb sterblich, aber voll blöd

Von Hans Jürg Zinsli. Aktualisiert am 06.04.2010

Das Götterspektakel «Clash of the Titans» unterhält als lärmiges Riesenscharmützel. Bloss mit der griechischen Mythologie kommt der Film nicht so recht klar.

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In der Neuverfilmung des legendären Klassikers von 1981 spielt Sam Worthington die Rolle des Perseus.

   

Film

«Clash of the Titans» läuft ab Donnerstag in Schweizer Kinos.

Es hat schon was Komisches, wenn uns Hollywood ausgerechnet die griechische Mythologie erklären will. Von der kuriosen Aussprache (Göttervater Zeus wird zu «Zius») bis zu den kampfentschlossenen Mienen wackerer Mannsbilder wirkt in «Clash of the Titans» alles furchtbar umständlich. Ganz zu schweigen von den ellenlangen Götter-Vorgeschichten.

Tatsächlich hat man in letzter Zeit selten ein klobigeres Stück Unterhaltung gesehen. Erst nach einer halben Stunde, so scheint es, nimmt Regisseur Louis Leterrier die Zügel in die Hand und lässt den Halbgott Perseus (Sam Worthington) zur grossen Tour de Fantasy aufbrechen. Da sich Menschen und Götter verkracht haben und sogar innerhalb der verschiedenen Welten Scharmützel toben, müsse einer was tun, heisst es.

Wer mit wem gegen wen?

Nun ist der schon in «Avatar» kampferprobte Sam Worthington nicht die schlechteste Wahl, wenns darum geht, sich mit Schmackes gegen allerlei Riesengetier zur Wehr zu setzen. Das Problem ist, dass in diesem Film meist niemand so genau weiss, wer mit wem respektive warum gegen wen kämpft. Für Verwirrte: Es geht um die Rettung einer zu opfernden Prinzessin. Und um den Rachegott Hades (Ralph Riennes), der aus der Unterwelt sandfarbene Skorpione, eine aus hundert Schlangenmündern züngelnde Medusa sowie einen mordsmässigen Kraken auf die Menschheit loslässt.

«Clash of the Titans» funktioniert denn auch in erster Linie als Überwältigungskino. Das sieht toll aus (auch wenn man alle paar Minuten an die dünne Story erinnert wird). Und interessanter noch:?Der Film steht genau an der Schnittstelle zwischen digitaler 3D-Zukunft und handwerklicher Vergangenheit. Eine mechanische Eule erinnert etwa ans Filmoriginal von 1981, das noch von Special-Effects-Pionier Ray Harryhausen designt wurde. Bevor jetzt im Remake Perseus &?Co. in den Krieg marschieren, zieht ein Soldat diese Eule hervor und fragt, was er damit tun soll. Die vielsagende Antwort: «Lass sie liegen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.04.2010, 16:27 Uhr

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