Kultur

Hoher Hindu fordert Entschuldigung der Schweiz

Aktualisiert am 19.01.2012 10 Kommentare

Offenbar durch den Film «Der Verdingbub» inspiriert, fordert Rajan Zed, Präsident der Universal Society of Hinduism, eine offizielle Entschuldigung sowie Entschädigung für die Opfer.

Übt Kritik an der Schweiz: Rajan Zed, Präsident der Universal Society of Hinduism.

Übt Kritik an der Schweiz: Rajan Zed, Präsident der Universal Society of Hinduism.
Bild: topnews.in

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Das Thema Verdingkinder beschäftigt nicht nur Schweizerinnen und Schweizer. Auch ein Exponent der Hindus in den USA leidet mit ihnen. Er fordert, die Schweiz müsse sich offiziell bei den Opfern entschuldigen und diese entschädigen.

Rajan Zed, Präsident der Universal Society of Hinduism (etwa: weltweiten Hindu-Gesellschaft), hat offenbar den Schweizer Spielfilm «Der Verdingbub» von Markus Imboden gesehen und war davon tief beeindruckt. Am Donnerstag gab er in Nevada eine Erklärung zum Thema ab, wie er per E-Mail mitteilte.

Keine Weihnachtsgeschenke

In diesem «schwarzen Kapitel der Schweizer Geschichte» sei den Kindern die Kindheit gestohlen worden. Sie hätten ein «liebloses Leben voller Einsamkeit» verbringen müssen.

«Kinder armer städtischer Familien» seien bis Mitte der 1950er-Jahre gewaltsam ihren Eltern weggenommen und gezwungen worden, auf Bauernhöfen schwere Arbeit zu verrichten, erklärte Rajan Zed. Viele der Kinder hätten häufig Schläge erhalten und seien gar sexuell missbraucht worden. «Sie erhielten wenig zu essen, durften nicht sprechen und erhielten keine Weihnachtsgeschenke.»

Erfreuter Regisseur Imboden

Regisseur Markus Imboden freut sich über die unerwartete Reaktion. «Das finde ich super», sagte er der Nachrichtenagentur SDA. Er habe auf ein breites Echo gehofft, «und jetzt scheint es zu kommen». Es sei die erste Reaktion aus dem Ausland, sagte Imboden. Aus der Schweiz dagegen erhalte er täglich E-Mails. Viele Leute dankten ihm für seinen Film. (omue/sda)

Erstellt: 19.01.2012, 13:41 Uhr

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10 Kommentare

Bruno Horn

19.01.2012, 14:06 Uhr
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Wie waers wenn dieser Herr mal einen Blick nach Indien wirft, da brauchts nicht nur Entschuldigungen, da kann man noch aktiv was fuer die Zukunft der Kinder tun Antworten


Morten Lupers

19.01.2012, 14:40 Uhr
Melden 44 Empfehlung

Mein Grossvater war auch Verdingbub. Dass Kinder in armen Familien keine unschuldige Kindheit nach unseren heutigen Idealmassstäben geniessen, ist nicht nur in der Schweiz so (gewesen?), sondern in allen Ländern, wo es kein genügend starkes soziales Netz gibt. Insofern hat der Herr Zed ja Recht. Während er sich über die Schweiz den Kopf zerbricht näht in Indien gerade ein 6-Jähriger ein T-shirt. Antworten



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