Kultur

«Ich würde manchen dazu drängen, sich festnehmen zu lassen und zu arbeiten»

Aktualisiert am 01.10.2011

Während des Hausarrests in seinem Chalet in Gstaad habe er seinen neuesten Film «Der Gott des Gemetzels» geschrieben, sagte Regisseur Roman Polanski in einem Interview.

Bezeichnet seinen Hausarrest als fruchtbare Phase: Roman Polanski.

Bezeichnet seinen Hausarrest als fruchtbare Phase: Roman Polanski.
Bild: Keystone

Artikel zum Thema

Bildstrecke

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Der französisch-polnische Filmregisseur Roman Polanski hat seinen Hausarrest in der Schweiz zum Arbeiten genutzt. Er habe seinen neuesten Film «Der Gott des Gemetzels» während des Hausarrests in seinem Chalet in Gstaad geschrieben, sagte der 78-Jährige in einem Interview des französischsprachigen Schweizer Fernsehens, das am Sonntag ausgestrahlt werden sollte.

«Es waren gute Bedingungen, ich würde so manchen dazu drängen, sich festnehmen zu lassen und zu arbeiten.» Zum Inhalt des Films, der auf dem gleichnamigen Erfolgs-Theaterstück von Yasmina Reza basiert, sagte er, es sei ihm darum gegangen, «das politisch Korrekte» zu kritisieren, «zu zeigen, dass sich unter dem Lack stets viel Barbarei verbirgt».

Sex mit einer Minderjährigen

Polanski war am 27. September 2009 in Zürich festgenommen worden, kurz bevor er dort bei einem Filmfestival einen Preis für sein Lebenswerk entgegennehmen sollte. Grund war ein US-Haftbefehl. Die US-Justiz wirft ihm vor, 1977 eine Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Im Juli 2010 entschied sich die Schweizer Justiz gegen eine Auslieferung des Filmemachers.

Am vergangenen Dienstag, genau zwei Jahre nach seiner Festnahme, nahm Polanski in Zürich nachträglich den Preis für sein Lebenswerk entgegen. Zu dem Vorfall von 1977 sagte Polanski dem Schweizer Fernsehen, er bedaure ihn sehr. «Ich bedaure es seit 33 Jahren, natürlich bedaure ich das.»

Der Regisseur berichtete auch von seinen frühen Erfahrungen mit dem Tod. Im Warschauer Ghetto sei er als Siebenjähriger dem Tod sehr nah gewesen, als nur wenige Meter entfernt eine Frau getötet wurde. «Ich bin an den Tod gewöhnt wie Chirurgen an aufgeschnittene Bäuche», sagte Polanski. «Ich komme aber in ein Alter, wo ich Angst habe, wenn am Telefon die Frau eines Freundes dran ist», sagte er. Auf die Frage, wie er verschiedene Schicksalsschläge seines Lebens überstanden habe, sagte er: «Ich glaube, ich bin aus einem härteren Material gemacht.» (miw/AFP)

Erstellt: 01.10.2011, 20:06 Uhr

Kultur

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Grandioses Berg-Erleben.

Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.