Kultur

«Ihr Journalisten vermischt da gerne die Dinge»

Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 12.09.2011 9 Kommentare

Melanie Winiger über ihren neuen Film «One Way Trip 3-D», obligate Nacktszenen und ihre Traumrolle.

1/9 Was ist Realität, was Halluzination? In «One Way Trip» futtern Jugendliche Pilzli ...

   

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«One Way Trip 3-D» mit Melanie Winiger, Sabrina Reiter, Regie: Markus Welter. Der Film startet am Donnerstag 15.9. in Schweizer Kinos.

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Frau Winiger, Sie sind eine sogenannte Method Actress, jemand, der sich mit Erinnerungen an eigene Erlebnisse in eine Rolle versetzt. Wie macht man das im Fall einer psychopathischen Killerin?
Der eigene Erfahrungsschatz ist da – hoffentlich – beschränkt. Aber ich habe viel über Manson und andere Serienmörder gelesen. Wie die Kindheiten dieser Menschen aussahen oder weshalb sie ihre Taten begingen. Ich studierte ausserdem die Mimik von Massenmördern.

Haben Sie zwecks Recherche auch Magic Mushrooms konsumiert?
(lacht) Ja, ich bin jetzt drogensüchtig.

Wieso haben Sie die Rolle angenommen?
Mich hat sie vor allem gereizt, weil ich noch nie eine Killerin gespielt habe. Und auch weil ich eigentlich eine Memme bin und bis jetzt einen weiten Bogen um Horrorfilme gemacht habe.

Sind Sie nicht zu attraktiv für die Rolle einer bäurischen Killerin?
Es müssen nicht immer Fettsäcke mit Pickeln im Gesicht die Psychopathen sein. In «The Ring» oder anderen japanischen Horrorfilmen sind es ja auch oft Kinder oder junge Frauen.

Würden Sie sagen, dass Ihr Aussehen Ihr Kapital im Filmbusiness ist?
Was soll ich sagen? Es stimmt. Ich bin Melanie Winiger und ich war mal Miss Schweiz. Das kann man nicht bestreiten.

Nun sind Sie in den meisten Filmen aber auch kurz nackt zu sehen. Muss das sein?
Sex ist nun mal ein Teil vom Leben. Deshalb hat es in den Filmen auch meistens eine Sexszene drin. Es ist doch ein Witz: Kaum sieht man eine Brust, sind alle skandalisiert – dabei haben ja alle Frauen zwei davon. Würden Sie Ihre Brüste nicht zeigen, wenn Sie zwei so schöne Teile hätten?

Das heisst, Sie wehren sich nicht gegen solche Szenen im Drehbuch?
Es gab Situationen, in denen ich mich gegen Sexszenen gewehrt habe. Respektive dann nur ungern gemacht habe, denn es ist mir natürlich schon wichtig, dass die Szene innerhalb der Geschichte Sinn macht.

Aber das ist doch genau das Problem, oft machen sie keinen Sinn. In «One Way Trip» etwa morden Sie als kurlige Hinterwäldlerin – haben dabei aber weisse Strapse an.
Ihr Journalisten vermischt da gerne die Dinge. Ich habe keinen Einfluss darauf, was für ein Kostüm ich anhabe. Ich musste einfach schauen, dass mein Messer im richtigen Moment am richtigen Ort ist.

Erforderte der 3-D-Dreh eigentlich eine andere Schauspieltechnik?
Die Wartezeiten waren noch länger als sonst. Zum Glück hatten wir eine lustige Crew, sonst wärs echt der Horror gewesen, man sitzt ja förmlich aufeinander bei einem Dreh in der Wildnis.

Mir geht es so, dass ich immer noch nicht weiss, ob Sie eine gute oder schlechte Schauspielerin sind – weil Sie noch nie eine richtig anspruchsvolle Rolle angenommen haben.
Was heisst schon gut oder schlecht? Diese Frage kann man so nicht stellen, weil sie jeder anders beantwortet. Ich versuche es aber trotzdem: Die Herausforderung ist für mich, jemanden zu spielen, der ich selber nicht bin. Und das mache ich andauernd. Auch im Film «Resturlaub», wo man mir wieder einmal vorgeworfen hat, ich spiele bloss eine hübsche junge Frau – also mich selbst. Dabei bin ich doch privat das schiere Gegenteil einer Tussi.

Was ist Ihre Traumrolle?
Alle Rollen von Meryl Streep, vor allem jene in «Bridges of Madison County».

Weshalb?
Die Rolle beinhaltet unglaublich viele innere Konflikte, die man dem Zuschauer vermitteln muss. Das ist wahrscheinlich etwas, das nur Meryl Streep hinkriegt. Aber ich würde es trotzdem gerne probieren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.09.2011, 08:31 Uhr

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9 Kommentare

heinz fritschi

11.09.2011, 22:05 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Man kann von Ex-Missen halten, was man will. Aber die Antworten von Winiger sind bedeutend intelligenter als die Fragen, und mit einer Prise Humor. Antworten


Lukas Metternich

11.09.2011, 17:18 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Melanie Winiger sieht gut aus und hat diese Misswahl mal gewonnen.
Jetzt hat sie schon ein paar Filme gedreht, und sie versucht bewusst, diesen Miss-Status nicht zu missbrauchen.
Die Presse lässt dies jedofh nicht zu, und dass finde ich schade.
Lasst Melanie doch ejnfach mal sie sein und beurteilt sie nach ihrer schauspielerischen Leistung
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