Kommts endlich zum vorehelichen Sex?
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Zusammen mit der riesigen Fangemeinde kann jetzt, wer will, in Romantik schwelgen: Die Erlebnisse des Highschool-Mädchens Bella und ihre Liebe zum Vampir Edward gehen in die nächste Runde. Diesmal dreht sich fast alles um den Umstand, dass der Vampir sein Mädchen erst ehelichen will, bevor er ihr an die Wäsche geht.
Wer Vampire lieber mag, wenn sie ungezähmt und wild sind, wird sich womöglich langweilen. In dem Film knutscht das junge Paar auf von Blumen überquellenden Wiesen. Und mit seinem Heiratsantrag beschwört Vampir Edward die gute alte Zeit herauf, in der vor der Ehe nichts ging als vielleicht ein kleiner Kuss auf die Wange.
Diese Feierstunde der Prüderie könnte heutige Zuschauer entweder zum Lachen bringen - oder aus dem Kinosaal vertreiben. Nichtsdestotrotz ist die «Twilight»-Serie ein weltweiter Hit - und auch der aktuelle Film füllt die Kinokassen.
Kritik an US-Autorin Meyer
Seit Erscheinen des ersten Bandes in den USA im Jahr 2005 rollt die Vampir-Welle über die Welt, alle vier Bücher sind Bestseller. Seitdem die Filme mit Teenie-Star Robert Pattinson als Edward 2008 dazukamen, beissen sich nicht nur Teenager in der Liebesgeschichte fest, sondern auch durchaus ältere Zuschauer und Leserinnen.
«Es ist mir ja schon fast ein bisschen peinlich, aber ich habe die Bücher alle gelesen und werde den Film auf jeden Fall anschauen», sagt die 30 Jahre alte Anne aus München.
Die konservative US-Autorin Meyer hat dem alten Traum einen neuen Anstrich gegeben: Irgendwo gibt es einen Partner, der das exakte Gegenstück zu mir ist und der mich glücklich macht.
Von Anfang an hat Meyer dafür auch reichlich Kritik eingesteckt. Mit dem Konzept, dass Edward und Bella erst nach der Hochzeit Sex haben, wolle die bekennende Mormonin junge Menschen mit ihren eigenen Glaubensüberzeugungen infiltrieren, heisst es immer wieder.
Heisser Jake, kalter Edward
Der Film hält sich eng an die streckenweise etwas blutlose Buchvorlage, und ist damit deren Stärken und Schwächen ausgesetzt. Regisseur David Slade, der vorher unter anderem den Horrorfilm «30 Days of Night» gemacht hat, holt neben der Liebesgeschichte aber auch die Action-Elemente in den Vordergrund.
Und er verpasst der Geschichte um die Selbstfindungskrisen von Teenagern einige witzige Seitenhiebe, die den Film auch für ältere Zuschauer unterhaltsam machen. So sagt der mit nacktem Oberkörper protzende Werwolf Jake (Taylor Lautner) im Kampf um Bellas Herz zum kalten Edward: «Gib's doch zu, ich bin einfach heisser als Du.»
Gespannt sein dürfen Zuschauer aller Altersklassen auf den vierten Teil, der nun bald in Arbeit geht. Da wird die Buchvorlage nämlich ziemlich abstrus, wenn Bella plötzlich ein Vampir-Menschen- Kind erwartet, das sie Alien-mässig von Innen auffrisst. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.07.2010, 09:34 Uhr
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