Kultur

Kurzfilm der Woche: Existenzielle Seilbahn

Aktualisiert am 15.02.2013 7 Kommentare

Der Animationsfilm «Die Seilbahn» zeigt einen Mann, der des Wintersportlers Albtraum schlechthin erlebt.

Verhängnisvoller Schnupftabak: «Die Seilbahn» von Claudius Gentinetta.


Film

«Die Seilbahn». 6 min. Regie: Claudius Gentinetta, Frank Braun. Produktion: Gentinettafilm, Schweizer Radio und Fernsehen.

Kurzfilm der Woche

Der Kurzfilm gilt als die offenste, schnellste und oft auch mutigste Filmkunstform. Obs an der schnelllebigen Zeit liegt, in der wir leben? Auf jeden Fall erfreuen sich die Minifilme gerade an Festivals einer immer grösseren Beliebtheit – auch in der Schweiz, wo es eine lebendige Kurzfilmszene gibt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt in Zusammenarbeit mit der Filmpromotionsagentur Swiss Films jeden Freitag einen exklusiven Schweizer Kurzfilm. Die Produktionen sind jeweils mindestens 24 Stunden online.

Die Stiftung Swiss Films ist die Promotionsagentur des Schweizer Filmschaffens. Als Partnerin der Filmschaffenden verstärkt sie die Sichtbarkeit und positive Wahrnehmung der helvetischen Filmkultur im Ausland und in der Schweiz. Kernaufgaben der Stiftung sind Verbreitung, kulturelle Vermittlung und Vernetzung des Schweizer Filmschaffens.

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Winterferien, eigentlich eine schöne Zeit. Die Berge laden zum Schneeplausch ein. Dem Ruf der Berge folgt im Kurzfilm von Claudius Gentinetta und Frank Braun auch ein alter Mann. Er besteigt eine Bergseilbahn und genehmigt sich eine Portion Schnupftabak. Doch mit jeder Niesattacke löst sich die Kabine weiter in ihre Bestandteile auf, während sie in immer bodenlosere Höhen schwebt. Doch der Alte beugt sich keineswegs passiv seinem Schicksal – hat er doch eine Rolle Klebeband dabei.

Bloss sechs Minuten dauert der Film – trotzdem gelingt ihm das Kunststück, grosse Themen zu behandeln. Denn wie der Mann hoch hinaus will, aber scheitert, hat durchaus existenziell-philosophische Züge. Genauso wie sein vergeblicher Kampf gegen die Widrigkeiten des Schicksals.

Claudius Gentinettas kurze Animationsfilme haben seit den frühen 90er-Jahren immer wieder für Aufsehen gesorgt. Zurzeit arbeitet er an seinem neuesten Film, der nächstes Jahr fertiggestellt wird. Der vorliegende Animationsfilm ist fast ein junger Klassiker des Genres, wobei wie in allen Filmen Claudius Gentinettas der berufliche Hintergrund und die Ausbildung des Künstlers zum Tragen kommen: Gentinetta absolvierte Ausbildungen in Grafik und Animation, seither lebt er als Trickfilmer und Comiczeichner in Zürich. (phz)

Erstellt: 15.02.2013, 16:01 Uhr

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7 Kommentare

Luzia Keller

16.02.2013, 00:44 Uhr
Melden 32 Empfehlung 5

Ich mag sie, diese schrägen Comicfiguren, hinein gesetzt ins pralle bunte Leben der Phantasie. Schwarz umrandet jedes Detail und dies gezeichnet von kreativster Hand. Und dann diese unbedarft klingende Melodie....ein einziger Genuss! Antworten


Daniel Zollinger

16.02.2013, 09:44 Uhr
Melden 22 Empfehlung 5

Genial! Antworten



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