Locarno zeigt Martin-Suter-Film mit Bruno Ganz
Präsentieren das Programm: Festivaldirektor Frederic Maire (rechts) und Präsident Marco Solari. (Bild: Keystone)
62. Filmfestival Locarno
5. bis 15. August 2009.
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Der Wettbewerb
In der Jury des internationalen Wettbewerbs am Filmfestival Locarno nimmt die deutsche Schauspielerin Nina Hoss («Jerichow») Einsitz. Die in Italien populäre Darstellerin Alba Rohrwacher gehört dem siebenköpfigen Gremium ebenfalls an.
Über die Vergabe des Goldenen Leoparden entscheiden ferner der Franzose Jean-Marie Blanchard, früher Direktor des Grand Théâtre de Genève, der spanische Produzent Luis Minarro sowie die Regisseure Hong Sangsoo aus Südkorea und Pascal Bonitzer aus Frankreich. Der Jury-Präsident wird jeweils zu Beginn des Festivals bestimmt.
Neben der Jury der Hauptsparte gibt es drei weitere Gremien, die Preise vergeben. Die Schweizer Schauspielerin Céline Bolomey gehört der Jury der «Leopards of Tomorrow» an. Ausserdem tagt eine Jury für «Filmmakers of the Present» und für Erstlingswerke.
Als erstes nicht-spezialisiertes Festival im Westen zeige Locarno mit der Sparte «Manga Impact» das gesamte Spektrum des japanischen Animationsfilms, sagte Maire am Mittwoch vor den Medien. Auf der Piazza Grande gibt es eine «Manga Night» und der Film «Summer Wars» von Mamoru Hosoda läuft im internationalen Wettbewerb.
Insgesamt sind vom 5. bis am 15. August mindestens 18 Filme aus 15 Ländern im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden in der wichtigsten Festivalsparte. Der Walliser Frédéric Mermoud steigt mit seinem ersten abendfüllenden Spielfilm «Complices», einer französisch- schweizerischen Koproduktion, ins Rennen.
Hollywood auf der Piazza
Der französische Weltstar Michel Piccoli, der im Film «L'Insurgée» mit dem Generationenkonflikt hadert, wird persönlich in Locarno erwartet. Das französische Kino ist im Wettbewerb des weiteren mit «Au Voleur» vertreten, einem der letzten Filme des 2008 im Alter von 37 Jahren verstorbenen Schauspielers Guillaume Depardieu.
Die USA treten im Wettbewerb bloss koproduzierend in Erscheinung - beim Film «Shirley Adams» des südafrikanischen Regisseurs Oliver Hermanus. Maire mag dem keine Bedeutung beimessen: «Das Spiel der Grenzen ist vorbei». Wegen der Koproduktionen werde es immer schwieriger, einen Film noch einem bestimmten Land zuzuordnen.
Wer nach US-Produktionen Ausschau hält, findet solche unter den Filmen auf der Piazza Grande. Als Eröffnungsfilm läuft dort die romantische Komödie «500 Days of Summer», das Erstlingswerk von Marc Webb mit Zooey Deschanel. Auch «My Sister's Keeper» von Nick Cassavetes wird auf der Piazza gezeigt.
Suter-Film mit Ganz
Wie im Vorjahr sind vier Piazza-Filme mindestens teilweise Schweizer Herkunft. Christoph Schaub («Happy New Year») präsentiert als Weltpremiere seine neue Komödie «Guilias Verschwinden» nach einem Drehbuch von Martin Suter («Ein perfekter Freund») und mit Stars wie Corinna Harfouch und Bruno Ganz.
Von Aberglauben und Magie in den Tessiner Alpen handelt die Koproduktion «La Valle delle Ombre» von Mihály Györik, der am Tag des Schweizer Films, am 12. August, Weltpremiere feiert. Ebenfalls auf der Piazza laufen der Kurzfilm «Les Yeux de Simone» und der Dokstreifen «Sounds and Silence».
Die Promotionsgesellschaft SWISS FILMS erklärte sich mit der Schweizer Präsenz am Festival sehr zufrieden, zumal in der Kategorie «Cinéastes du présent» der Zürcher Richard Dindo mit seinem neuen Dokfilm «The Marsdreamers» antritt. Dort rittert ausserdem die französisch-schweizerische Koproduktion «Ivul».
Kürzerer Director's Cut
Zur Eröffnung am 5. August läuft ein bekannter Schweizer Hit - «Vitus» aus dem Jahr 2006 - in einer neuen Fassung. Unüblicherweise soll der Director's Cut von Fredi M. Murer hier kürzer ausfallen, damit anschliessend Zeit bleibt für ein Konzert des Hauptdarstellers und Pianisten Teo Gheorghiu.
Bereits bekannt waren die Ehrungen die das laut Maire «etwas rebellische» Festival im Tessin dieses Jahr vergibt: Der Ehrenleopard geht an den Regisseur William Friedkin (»Cruising»), der Excellence Award an den Schauspieler Toni Servillo (»Il Divo»).
Das 62. Filmfestival Locarno ist das vierte, das die Handschrift von Frédéric Maire trägt. Anfang September übernimmt Olivier Père die künstlerische Leitung. (rb/sda)
Erstellt: 16.07.2009, 08:31 Uhr
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