Michael Steiner verteidigt sein «Sennentuntschi»
Von Hans Jürg Zinsli. Aktualisiert am 30.03.2009 4 Kommentare
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Düstere Prognosen für den Schweizer Alpengruselfilm «Sennentuntschi». Der Film von Regisseur Michael Steiner («Mein Name ist Eugen», «Grounding») und Produzent Stephan Barth liegt wegen Finanzierungsproblemen auf Eis. Der Produktionsfirma Kontraproduktion droht der Konkurs. Und jetzt hagelt es auch noch Kollegenschelte. Rudolf Santschi vom Filmproduzentenverband (SFP) schoss gestern in der «SonntagsZeitung» scharf gegen Steiner. Es habe früh Hinweise auf Probleme mit «Sennentuntschi» gegeben. Bereits mit «Eugen» habe Steiner das Budget überzogen.
Der Angesprochene reagiert gereizt: «Dass Filmbudgets bis zu fünf Prozent überzogen werden, ist normal und innerhalb der Richtlinien der Förderer.» Bei «Eugen» hätten bis heute fast alle Darlehen zurückbezahlt werden können. «Welcher andere Schweizer Film kann von sich behaupten, institutionelle und private Darlehen zurückbezahlt zu haben?»
Steiner kontra Santschi
Besonders empört Steiner, dass er jetzt als Sündenbock für die Schweizer Filmkrise hingestellt wird, nachdem er mit «Grounding» und «Eugen» zwei der grössten Hits (1 Million Kinozuschauer) der letzten Jahre gedreht hat. «‹Sennentuntschi› ist sicher nicht das erste Schweizer Filmprojekt in Schieflage», so Steiner. Dass ausländische Gelder wegen der Finanzkrise weggebrochen sind, sei Berufsrisiko.
Als Affront empfindet Steiner Santschis Forderung, dass das Bundesamt für Kultur für «Sennentuntschi» keinen Nachtragskredit gewähren dürfe. «Mag sein, dass Santschi seine Budgets immer im Griff hat, aber wenn als Resultat ‹geförderte› Filme wie ‹Spiele Leben› mit 418 Kinozuschauern oder ‹Chicken Mexicaine› mit 3239 Kinozuschauern rauskommen, stelle ich die Gegenfrage, ob die Förderung nicht besser ihm auf die Finger schauen sollte.»
Wie schlimm es um «Sennentuntschi» steht und ob weitere Gelder fliessen, muss nun ein Gutachten des Bundesamtes für Kultur zeigen. Laut Steiner fehlen zur Fertigstellung des Filmes nicht 2,8 Millionen Franken («SonntagsZeitung»), sondern etwas mehr als 1 Million Franken. Genau wisse er es nicht. «Ich bin der Regisseur des Films, nicht der Produzent. Aber wie es scheint, bin ich momentan der Einzige, der noch zu seinem Baby hält.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.03.2009, 09:30 Uhr
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4 Kommentare
Mhm, nichts gehört bis jetzt von diesem Film, aber die Bilder sehen sehr ansprechend aus. Und wo er Recht hat hat er Recht der Herr Steiner. Gute Schweizer Filme sind äusserst selten. Jeglicher Dreck wird gefördert. Ich würde es begrüssen wenn dieser Film in die Kinos kommt. Ich würde hingehen, bzw. werde. Antworten
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