Kultur

Pipilotti Rists «Pepperminta»-Film bloss ein Werbespot?

Im September bringt die Schweizer Starkünstlerin ihren Spielfilm «Pepperminta» ins Kino. Ein erster Trailer des geheimnisvollen Projekts ist seit kurzem online. Drei Deutungsversuche.

Mysteriöse Handlung: «Pepperminta», der erste Spielfilm von Pipilotti Rist.

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Film

Die international erfolgreiche Multimedia-Künstlerin Pipilotti Rist hat es nicht immer einfach mit ihrem Herkunftskanton. Der St. Galler Kantonsrat hatte im Juni 2007 einen von der Regierung beantragten Beitrag von 300'000 Franken für den Film «Pepperminta» aus dem Lotteriefonds gestrichen. Der Streichungsantrag war von der SVP-Fraktion gekommen. Eine etablierte Künstlerin wie Rist müsse nicht mit Geld aus dem Lotteriefonds unterstützt werden. Im selben Jahr erhielt Rist den Kulturpreis 2007 der St. Gallischen Kulturstiftung. Nach anfänglichem Zögern nahm die Künstlerin den mit 30'000 Franken dotierten Preis doch noch entgegen. Rist wollte den Preis ausschlagen aus Enttäuschung darüber, dass das Parlament ihr die Unterstützung für ihr Filmprojekt versagt hatte. Im zweiten Anlauf bewilligte der St. Galler Kantonsrat im November 2007 immerhin noch 200'000 Franken für den Film. Mit dem Film werde der Kanton St. Gallen international wahrgenommen, wurde die Unterstützung untermauert.

«Pepperminta» kommt am 10. September in die Schweizer Kinos.

«Ich bin Pepperminta. Vom Typ her bin ich wahrscheinlich eine Karotte. Ich bin nicht zu süss, nicht zu sauer, nicht zu scharf und auch nicht zu salzig», sagt die weibliche Off-Stimme. Im Bild guckt eine blonde Frau mit roten Punkten auf den Fingernägeln durch eine Art Mikroskop. Danach hüpft sie durch ein Tulpenfeld während jemand das Bein einer am Boden liegenden Person in die Kamera hebt. Später sieht man die Frau in einer Stadt und unter Wasser. Dazu blubbern psychedelische Farben, die organisch mit Menschen und Häusern verschmelzen.

Frau Rists Kunst stand schon immer für Sinnlichkeit. Ihre knalligen Videoinstallationen haben das Ziel, unseren Verstand mit unseren Gefühlen zu verlinken. Doch «Pepperminta» ist ein Spielfilm, der auf einem Drehbuch basieren soll. Wie stehts also um die Handlung? Leider gibt der Trailer nur beschränkt darüber Auskunft. Im Folgenden deshalb drei Auslegungen:

1. Die blonde Frau heisst eigentlich Martina Meier und fristete ein Dasein als Sekretärin – bis sie an einer Afterwork-Party zu viel Mojito trank und am nächsten Tag nicht nur einen Mordskater, sondern auch Superkräfte hatte: Sie kann Grau in Leuchtfarben verwandeln. In Anlehnung an die Mojitos nennt sie sich Pepperminta und bringt fortan triste Büros und ganze Städte zum Schillern.

2. Pepperminta ist eine Chemielehrerin, die in der Wirtschaftskrise ihre Arbeit verloren hat. Um ihre zweijährigen Drillinge ernähren zu können, erfindet sie eine Superdroge. Beim Selbsttest erwischt sie eine Überdosis und umarmt euphorisch Blumen. Als der Rauschzustand partout nicht enden will, dreht sie durch und bringt zusammen mit einem ebenfalls geschassten Lehrer ihren ehemaligen Chef um.

3. «Pepperminta» ist gar kein Spielfilm, sondern eine dieser esoterischen Werbungen für Orange. Sie wissen schon: «The Future ist bright, the future is orange». (Auch Marc Forster hat kürzlich für die Swiss einen Spot gedreht, der im Vorfeld als Film gehandelt wurde).

Was ist Ihre Meinung zum «Pepperminta»-Trailer? Weitere Interpretationen oder Kommentare bitte unten eintragen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.06.2009, 13:11 Uhr

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22 Kommentare

Thomas Steffen

20.08.2009, 16:00 Uhr
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@Johann Kirchner: wenn Sie sich richtig informiert und recherchiert hätten, war es gerade Pipilotti Rist, die wegen Inkompetenz, ja genau, Inkompetenz der Organisation um die Projektleiterin XY (welche darauf hin entlassen wurde...) aus Ihrem Mandat zurückgetreten ist! Das ist schlicht ein Fakt. Also am 10.9. ab ins Kino Johann und selber beurteilen als falsche Aussagen weiter geben, grrr!! Antworten


Simone Schweikert

27.06.2009, 15:48 Uhr
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Trailer sollen Lust machen, Neugier wecken, Versprechen enthalten auf etwas wertvolles. Trailer werben um Aufmerksamkeit. Dieser Trailer schafft all das und noch mehr, er ist der Auftakt zu einer Verbindung verschiedener Medien, Genres und Akteure in verschiedenen Welten und Zeiten. Der Spielfilm ist nur ein Teil des Kunstwerks, bei dem alle mitspielen können, diese Einladung nehme ich dankend an Antworten


Robin Haegele

25.06.2009, 00:12 Uhr
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Auch wenn dieses Statement via Google für alle Zeiten bestehn bleibt, es ist ganz einfach: Pippilotti Rist ist hübscher als Leute wie Hirschhorn, und darum UNBEDINGT vorzuzuiehen. Punkt. Antworten


Johann Kirchner

24.06.2009, 19:25 Uhr
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Die liebe Frau Rist, kann ich seit der ganzen Geschichte um die EXPO 01 sowieso nicht mehr ernst nehmen. Sie ist damals kläglich gescheitert. Würde mich persönlich interessieren, wieviel Geld damals "verlochet" wurde Dank ihr und Heller! Antworten


Hanspeter Schmid

24.06.2009, 16:07 Uhr
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Ist ziemlich traurig, dass es, zumindest aufgrund der andere Kommentare, viele Schweizer gibt, die Frau Rist nicht kennen und sofort alles negativ kommentieren. Es haben aber sicher schon alle von Herr Bohlen, Frau Hilton etc. gehört, oder? Antworten


Stefan Bazoff

24.06.2009, 16:05 Uhr
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Es gibt einen kleinen Cartoon (20er Jahre, USA?). Da fragt ein skeptischer Kunstbetrachter beim Anblick eines Gemäldes: "Und was bitte soll das darstellen?" Darauf sagt das Gemälde zu ihm: "Was bitte stellst du dar?". Vielleicht hilft es bei Kunstbetrachtungen sich selber ins Spiel zu bringen - macht dann sie möglicherweise mehr Spass. Werde auf jeden Fall weiter Lotto spielen und Steuern zahlen. Antworten


Lara Meierhofer

24.06.2009, 15:43 Uhr
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Hauptsache Prominent, dann fliessen die Gelder von alleine. Auch für "sogenannte" Kunst... Antworten


Udo König

24.06.2009, 15:40 Uhr
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"International bekannte Künstlerin" ?! Darum ist Sie ja auf Lotteriegelder angewiesen ! Na, klar. Antworten


Monica Bigler

24.06.2009, 14:26 Uhr
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Macht auf jeden Fall neugierig. Dass Frau Rist international eine sehr bekannte und geschaetzte Kuenstlerin ist, verwundert nicht. Antworten


Martha Meister

24.06.2009, 13:53 Uhr
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Frauen sind. Ich bin. Die Komplementärfarbe von Pfefferminzgrün rate ich mal als etwas zwischen Pink und Purple. Pink, die Farbe der Mädchen, der Lieblichkeit und Romantik, aber auch der Emanzipation. Pfefferminz, ein Kraut gegen mangelndes Lustempfinden und gegen Impotenz etc... Pipilotti ist einfach die (Dritt)grösste! Ich freue mich jedesmal, wenn ich etwas über sie zu lesen bekomme, Danke Herr Zweifel. Antworten


Patrick Meyer

24.06.2009, 13:46 Uhr
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Traurig, dass in Zeiten der Wirtschaftskrise noch Staats- und Lotteriegelder für die Förderung sogenannter Kunst verschwendet werden. Das zeigt schön, dass die Lage in der Schweiz wohl noch nicht wirklich ernst ist.... Antworten


Uerli Geller

24.06.2009, 13:34 Uhr
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Sie ist toll ! Sie spiegelt genau wieder wie wir Schweizer sind und wie uns unsere Nachbarn sehen !!! Aber ich bin trotzdem froh, dass ich gerade nach D. ziehe und dort einen Pass erhalte, wenn ich eben das sehe !! Antworten


ralf haas

24.06.2009, 13:28 Uhr
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Lukas R.: Lukas, du sprichst mir aus dem Herzen. Während der EXPO war ich gerade mitten in der Diplomarbeit an der Kunstschule. Als unsere Ikone Pippilotti abgewählt wurde, wollte ich zuerst alles hinschmeissen, ob soviel unverständnis. Vor 2 Wochen durfte ich sie zufällig kennenlernen und war begeistert, dass so ein weltstar absolut natürlich geblieben ist!! Antworten


tiemo wydler

24.06.2009, 13:13 Uhr
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dass pipilotti rist eine künstlerin ist, eine sehr gute wohlgemerkt, hat sie wohl international schon oft genug bewiesen und braucht sicher keine be-(oder ver-)urteilungen kommentarschreibender und giftspeier/innen. obs wohl der neid ist ... ? stimme da mit nina aebi vollkommen überein. Antworten


Erich Karrer

24.06.2009, 13:13 Uhr
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@nina aebi, ich dachte immer kuenstler (oder moechtegerne) seien ziemlich aufgeschlossene menschen....... Antworten


peter spelt

24.06.2009, 12:47 Uhr
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was ist kunst? wenn kunst so ist, dass ich mir eine karotte mit laub in den hintern stecke und dann auf dem bürkliplatz ""rosebutt" schreie von einem kandelaber herab. dann, ja dann kann man die werke von frau rist auch kunst nennen. aber ich glaube, dass die leute alles was sie nicht verstehen für kunst halten. Merke: Kunst kommt von können. un man kann vieles. Antworten


Lukas R

24.06.2009, 12:36 Uhr
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Es ist einfach unglaublich, dass Pippilotti immer so missverstanden wird. Nach Ihrer Abwahl als Künstlerische Leiterin der EXPO brach für mich eine Welt zusammen. Wieso werden Genies bei uns nicht mehr unterstützt. Ich würde so gerne mit mit Pippis-Geist verschmelzen... Antworten


Josef Berger

24.06.2009, 12:33 Uhr
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Wer ist Pippilotti Rist? Antworten


Kurt Herbst

24.06.2009, 12:10 Uhr
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@ Nina Aebi, da haben Sie vollkommen recht, auf Roger Ferderer kann die Schweiz stolz sein ! Antworten


Lara Pauli

24.06.2009, 12:08 Uhr
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Ueber Kunst lässt es sich bekanntlich streiten.... aber dies ist keine Kunst... sondern eine Verschwendung von Lotteriegeldern... Antworten


Clara Huber

24.06.2009, 12:05 Uhr
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Der wohl erste und letzte Spielfilm von Pipilotti Rist ! Wer sich dies zumutet ist selber schuld ! Antworten


nina aebi

24.06.2009, 12:01 Uhr
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Der Film wird auf jeden Fall super, wie alles, was Pippilotti anpackt. Vor allem auf sie, nicht nur auf Roger Federer, sollten wir Schweizer stolz sein. Antworten



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