Polanski räumt bei den «europäischen Oscars» ab
Aktualisiert am 26.02.2011 2 Kommentare
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Der Film «Von Menschen und Göttern» des Regisseurs Xavier Beauvois hat am Freitag in Paris den französischen Filmpreis César für den besten Film erhalten. Der Film über die Entführung und Ermordung von Mönchen in Algerien im Jahr 1996 basiert auf einer wahren Begebenheit.
Der Film erhielt bei der Preisverleihung im Pariser Théâtre du Châtelet insgesamt drei der begehrten Trophäen. Für seine Rolle in «Von Menschen und Göttern» wurde der 79-jährige Schauspieler Michael Lonsdale als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. «Besser spät als nie», kommentierte der Franzose seinen Preis. Einen dritten Preis erhielt der Film für die beste Kamera.
Vier Césars für Polanskis «Gostwriter»
Als bester Regisseur wurde der franko-polnische Star-Regisseur Roman Polanski ausgezeichnet. Sein Polit-Thriller «Der Ghostwriter» mit Ewan McGregor und Pierce Brosnan räumte vier Césars ab, neben der besten Regie auch für den besten Schnitt, die beste Musik und die beste Filmadaption eines Romans.
«Der Ghostwriter» basiert auf einem Roman des britischen Schriftstellers Robert Harris, der darin die Geschichte des Memoiren- Schreibers des fiktiven britischen Ex-Premiers Adam Lang erzählt.
Polanski zeigte sich sehr bewegt: «Ich möchte mich besonders für diesen Preis bedanken, denn der Film wurde zu Ende gedreht, als ich unter Hausarrest stand», erklärte der 77-Jährige. Die Schweizer Polizei hatte den Regisseur Ende September 2009 aufgrund eines US- Haftbefehls festgenommen, als er zum «Zurich Film Festival» reisen wollte.
Die US-Justiz wirft dem Regisseur Vergewaltigung einer Minderjährigen vor. Im Sommer 2010 verliess Polanski nach Aufhebung des Hausarrests sein Luxuschalet in Gstaad und kehrte nach Frankreich zurück.
Bester ausländischer Film wurde «The Social Network» von David Fincher. Der Streifen handelt von der Entstehung von Facebook, der weltweit grössten Online-Community. Finchers Film ist auch acht Mal für einen Oscar nominiert. Die Oscars werden am Sonntag vergeben.
Tarantino geehrt
Ein weiterer Amerikaner wurde in Paris für sein Lebenswerk geehrt: US-Regisseur Quentin Tarantino erhielt den goldenen César. Er erhielt den Preis aus den Händen von Diane Kruger und Christoph Waltz, die in seinem Film «Inglourious Basterds» mitgespielt hatten, und bejubelte ihn mit einem auf Französisch ausgerufenen «vive le cinéma!» (»Es lebe das Kino!»).
Als bester Hauptdarsteller wurde der Franzose Eric Elmosnino für seine Darstellung in «Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte» über das Leben des Chansonsängers Serge Gainsbourg gekürt. Der Film von Joann Sfar wurde auch als bestes Erstlingswerk ausgezeichnet und erhielt einen César für den besten Ton.
Beste Schauspielerin wurde die Französin Sara Forestier in «Le Nom des gens» (»Der Name der Leute»). Der Streifen wurde auch mit dem César für das beste Original-Drehbuch (Baya Kasmi und Michel Leclerc) ausgezeichnet. In dem Film spielt auch Frankreichs früherer Regierungschef Lionel Jospin mit, der bei der Preisverleihung im Publikum sass.
Die Auszeichnung für den besten Dokumentarfilm erhielten die Franzosen Jacques Perrin und Jacques Cluzaud für «Océans». Damit ging der Lausanner Regisseur Jean-Stéphane Bron leer aus. Er war für seinen Film «Cleveland vs. Wallstreet», der die sozialen Auswirkungen der Bankenkrise zeigt, ebenfalls im Rennen um den Preis.
Foster akzentfrei
In Paris viel Beachtung fand der Auftritt der 94-jährigen US- Schauspielerin Olivia de Havilland, die unter anderem im Film- Klassiker «Vom Winde verweht» mitspielte und bereits mit dem Oscar geehrt wurde. Sie kam am Arm von Frankreichs Kulturminister Frédéric Mitterrand zur Preisverleihung.
Präsentiert wurde diese von der US-Schauspielerin Jodie Foster. Es war das erste Mal seit 17 Jahren, dass ein Star aus dem Ausland den César präsentierte - und die Oscar-Preisträgerin meisterte die Aufgabe in akzentfreiem Französisch. (mrs/sda)
Erstellt: 26.02.2011, 09:28 Uhr
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2 Kommentare
Es ist eine Schande, dass ein Mehrfachvergewaltiger so geehrt wird. Es ist eine Schande, dass BR EWS ihn gehen liess, und nicht an die USA ausgeliefert hat. Es ist eine Schande, dass überhaupt noch ein einziger Schauspieler unter seiner Regie zur Verfügung steht. Hoffentlich fliegt er doch bald mal nach Los Angeles, unfreiwillig. Antworten
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