Publikumspreis der Berlinale geht an «Waste Land»
Hat sich mit Müll auseinandergesetzt: Filmemacherin Lucy Walker.
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Die Preisverleihung sei an diesem Sonntag um 17 Uhr im Kino Cinemaxx am Potsdamer Platz geplant, heisst es in einer Mitteilung der Berlinale. In «Waste Land» dokumentiert Lucy Walker eines der aufwendigsten Projekte des brasilianischen Künstlers Vik Muniz – die Entstehung einer Installation im «Jardim Gramacho», einer der grössten Mülldeponien der Welt. Sie liegt in einem Aussenbezirk von Rio de Janeiro.
Die Kinobesucher der Filmfestspiele waren aufgerufen, per Stimmkarte oder im Internet über die einzelnen Filme der Panorama-Sektion abzustimmen. Über 22'000 Stimmen wurden abgegeben und ausgewertet.
Schweizer Film ausgezeichnet
Der Dokumentarfilm «Aisheen (Still Alive In Gaza)» des Genfers Nicolas Wadimoff hat an der Berlinale den Preis der ökumenischen Jury gewinnen. Wie Swiss Films am Samstag mitteilte, entstand der Film einen Monat nach der israelischen Offensive im Gaza-Streifen.
Der in Koproduktion zwischen der Schweiz (Akka Film, Carouge) und Qatar gedrehte Film sei ein Situationsbericht aus dem Gaza-Streifen vom Februar 2009. Der 45-jährige Nicolas Wadimoff präsentierte das Werk in vier Vorführungen im Rahmen des 40. Forums in Berlin. Sie alle waren gemäss Swiss Films ausverkauft.
Zweimal vergeben
Erstmals ist der Amnesty International Filmpreis bei der diesjährigen Berlinale zweimal vergeben worden. Der Preis ging am Samstag in Berlin an den Spielfilm «Son of Babylon» von Mohammed Al-Daradji sowie an die Dokumentation «Waste Land» von Lucy Walker.
«Beide Filme haben uns gleichermassen überzeugt», wird Schauspielerin und Jurymitglied Barbara Sukowa in einer Mitteilung der Menschenrechtsorganisation zitiert. Da Spiel- und Dokumentar- Film nicht miteinander zu vergleichen seien, sei die Jury nicht umhin gekommen, den Preis an zwei Filme zu vergeben.
Vorurteile hinterfragt
Trotz der tragischen Umstände habe «Son of Babylon» Humor und Leichtigkeit, er wecke Mitgefühl und die Hoffnung auf Versöhnung im Irak, begründete Sukowa die Entscheidung der Jury. «Waste Land» stelle Vorurteile über Menschen am Rande der Gesellschaft infrage. Der Film porträtiere seine Protagonisten als Menschen mit Würde und öffne auf diese Weise das Herz des Zuschauers.
Der mit 5000 Euro dotierte Amnesty-Filmpreis wird in diesem Jahr zum sechsten Mal verliehen. Mit dem Preis will die Organisation die Aufmerksamkeit auf das Thema Menschenrechte lenken und Filmemacher dazu ermutigen, sich dieses Themas verstärkt anzunehmen. (sam/sda)
Erstellt: 20.02.2010, 14:19 Uhr
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