«‹Sennentuntschi› ist schuld an der Finanzkrise»
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Lastet ein Fluch auf diesem Film? Bilder aus dem ersten Trailer von Michael Steiners abgedrehtem, aber noch nicht fertiggestellten Film «Sennentuntschi».
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Teilnehmer der Debatte waren etwa Festivaldirektor Marco Solari, Filmemacher Michael Steiner und Filmproduzent Edi Stöckli. Was Locarno betrifft: «La crise n'existe pas», eröffnete Solari provokant die Diskussion. Sein Filmfestival hat sogar mehr Sponsoren als letztes Jahr, der Hauptpartner UBS verlängerte soeben trotz eigener Probleme den Vertrag.
Solari führte das vor allem auf gute Kostendisziplin zurück - und auf den guten Namen: Von den weltweit etwa 1000 Filmfestivals «können sie auf internationaler Ebene 985 vergessen, und Locarno gehört zu den 10 besten», erklärte Solari. «Des einen Freud, des andern Leid» gab Stöckli zurück, der auch Filmsponsor ist. Kleinere Veranstaltungen hätten jetzt in der Krise Probleme, weil ihnen die grossen das Wasser abgraben würden.
«Sennentuntschi»
Er selber entscheide «aus dem Bauch heraus», welche Projekte er unterstütze, sagte Stöckli. Den Festivalfilm «Giulias Verschwinden» habe er nur deshalb gefördert, weil das Projekt ihm gefallen habe. Auch wenn das Werk von Christoph Schaub keinen Franken einspielen würde, würde es ihn nicht reuen, ihn gesponsert zu haben.
«Eine unübliche Einstellung» seufzte neben ihm Erfolgsregisseur Michael Steiner («Grounding»), dessen fast fertiges «Sennentuntschi» wegen Bankrotts des Produzenten blockiert ist. Es sei durchaus möglich, dass der Film nie «das Licht der Leinwand» erblicke.
Im übrigen sei «Sennentuntschi» schuld an der weltweiten Finanzkrise, weil auf dem alten Sagenstoff ein Fluch liege. Dieser habe nach der Logik des Schmetterlingseffekts vergangenen Herbst das weltweite Wirtschaftsdebakel ausgelöst.
Filmkritiker entlassen
Gesprächsleiter Beat Glur, Präsident des Filmjournalisten- Verbands, empfahl Steiner und Stöckli, sich gegenseitig anzufreunden und leitete zur Krise der Filmkritik über: Ein Viertel aller Schweizer Filmkritiker hätten ihre Arbeit ganz oder teilweise verloren.
Das sei eine zwangsläufige Folge der Medienkrise, die ihrerseits mit der Finanzkrise zusammenhänge, sagte Solari. Während früher italienische Medien ausführlich über Locarno berichtet hätten, veröffentlichten sie heute nur noch Promi-Fotos.
Dass sich die hiesigen Medien im Vorfeld des Festivals seit Jahren auf den Zank zwischen Schweizer Filmemachern und Filmförderung konzentrieren, störe ihn aber nicht: Ob gut oder schlecht, Hauptsache es werde überhaupt berichtet. (phz/sda)
Erstellt: 13.08.2009, 11:19 Uhr
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