Strapse, Peitschen und Kanonen – Versauen die «Räuberinnen» Solothurn?
Von Christoph Schneider. Aktualisiert am 20.01.2009 47 Kommentare
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Der «Blick» gestern schrieb vom «versautesten Film seit Bestehen der Schweizer Filmförderung». Der «Sonntag» vorgestern bemühte die freudsche Verdrängungstheorie und war nah dran, den Schweizer Spielfilm «Räuberinnen», eine scherzhaft vor sich hin ferkelnde Groteske, mit dem Seelenleben einer Regisseurin (Carla Lia Monti) und eines Produzenten (Samir von Dschoint Ventschr) zu verwechseln. In den Sog der Empörung geriet auch das Schweizer Fernsehen, das sich vorwerfen lassen musste, «mit unseren Gebühren» eine Sauerei koproduziert zu haben und, schlimmer: zu planen, sie dann doch nur in einer entschärften Fassung auszustrahlen.
Unkorrekt und nicht züchtig
Die Aufregung scheint künstlich und ein wenig gouvernantenhaft. Es handelt sich bei «Räuberinnen» um die Geschichte eines adeligen Töchterleins, das keinen fetten Grafen heiraten will und lieber mit dem Personal eines Bordells eine Räuberinnenbande gründet. Es kommen ferner u.a. vor: ein Bischof, dem eine Flagellantin auf den Penis tritt; zwei alternde Räuber (Viktor Giacobbo und Patrick Frey), denen das Rauben und vor allem das Schänden nicht mehr so leicht von der Hand gehen; nebst anderen sexuellen Unkorrektheiten. Züchtig ist das wirklich nicht und so richtig satirisch nur in Massen, aber es erweitert doch sehr amüsant die Schmerzgrenzen des Nonsens. «Räuberinnen» hat etwas von einer vergnüglichen Spekulation: wie Kinder, wenn sie bereits feuchte Träume haben, sich die Räuberei vorstellen.
Der Regisseurin Carla Lia Monti hat die schnelle und «absurde» Medien-Empörung nicht die Laune verdorben. Sie habe von Anfang an gewusst, dass der Film polarisieren werde, sagt sie. Nur natürlich ist, dass die Autorin und ihr Produzent sich über eine beschnittene Fernsehfassung ärgern werden. Aber logisch und korrekt erscheint auch das Verhalten des Fernsehens, das laut Konzessionsauftrag zum Beispiel achtsam mit religiösen Gefühlen umgehen muss.
«Ganz klar», sagt Madeleine Hirsiger, verantwortlich für die Koproduktionen von SF, «der Film ist eine deftige Satire, und wir haben ihn zusammen mit dem Bundesamt für Kultur gefördert. Aber wir haben uns von Anfang an vorbehalten, im Fernsehen eine konzessionsgerechte Version auszustrahlen. Samir hat das immer gewusst und dieser Bedingung vertraglich zugestimmt. Im Kino sind die Grenzen natürlich weiter gesteckt.»
Filmförderung wächst
Im Übrigen wurden gestern auch die 44. Solothurner Filmtage eröffnet: Mit einer Rede des Bundespräsidenten und Finanzministers Hans-Rudolf Merz, der bei der Filmförderung (45 Millionen Franken im Jahr 2009) Wachstum in Aussicht stellte, wenn auch im Dezember der Branchenwunsch nach fünf Millionen mehr nicht habe erfüllt werden können. Und mit den wie immer mahnenden Worten von Ivo Kummer, Filmtage-Direktor seit nun 20 Jahren, dass Geld allein nicht unglücklich mache und, flächendeckend verwendet, wie Dünger auf die filmische Vielfalt wirke. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.01.2009, 08:38 Uhr
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47 Kommentare
freu mich auf die tittenchilbi.... versteh die ganze aufregung nicht....ja was meinen die leute wie die teuren Prostituirten und Domina Salons ihr Geld her haben?? Von den Boni's der Banker (natürlich nicht alle) aber bestimmt ein grosser teil...und ergo wer hat hilft jetzt den banken...wir steuerzahler...also ein bischen kunst verträgt das budget schon...so lasst uns die Räuberinnen feiern Antworten
Ein Film kann nur Gefühle verletzen wenn man ihn sich ansieht. Und jeder Mensch, ob religös oder nicht, kann selber entscheiden ob er einen Film sehen möchte oder nicht. Es gibt genug Filme die für religöse Menschen geeignet sind - "Räuberinnen" ist es vieleicht nicht. Na und? Ich beschwere mich als atheist auch nicht wegen jedem Streifen der religöse Ansichten als Tatsachen hinstellt. Antworten
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