Unheimlicher als einst «The Blair Witch Project»
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 13.10.2009
Ein junges Ehepaar zieht in ein traumhaftes Eigenheim. Doch kaum, dass sie es sich richtig gemütlich gemacht haben, müssen sie feststellen, dass in dem Haus seltsame Dinge vor sich gehen. Und schon bald fürchten sie um ihr Leben und Seelenheil.
Erzählt wird «Paranormal Activity» ausschliesslich mit Bildern aus der Videokamera des Ehepaares. Das erinnert nicht nur inhaltlich an «The Blair Witch Project» aus den 90ern. «Paranormal Activity» wurde ebenfalls mit unbekannten Schauspielern und kleinem Budget (15'000 Dollar) gedreht.
Studenten als Zielpublikum
Und wie schon damals setzte man auf die Macht des viralen Marketings, will heissen: Über eine Internet-Kampagne sollte der Film bekannt gemacht werden. Bilder von verängstigten Kinobesuchern und die Ankündigung, dass es sich hier um den grusligsten Film aller Zeiten handeln soll, reichten aus, um einen ersten Hype auszulösen. Als Publikum zielte man über Facebook und Twitter vor allem Studenten an. Gleichzeitig organisierte man in 13 Universitätsstädten Vorpremieren.
Die Produzenten gingen aber noch einen Schritt weiter. Der Film würde in jeder Stadt ins Kino kommen, in der sich genügend Internetnutzer dafür starkmachen. Sollten sich eine Million Nutzer «Paranormal Activity» auf die Leinwand wünschen, würde der Film im ganzen Land veröffentlicht. Am vergangenem Freitag wurde dieses Ziel nun erreicht.
Rekord am Startwochenende
«Paranormal Activity» wurde jetzt in weiteren Kinos gezeigt und feierte noch einen Überraschungserfolg. Der Horrorthriller spielte 7,1 Millionen Dollar ein. Einen so hohen Wochenendumsatz in weniger als 200 Kinos hat bislang kein anderer Film geschafft - und die US-weiten Vorführungen stehen noch aus.
Premiere des grusligen Kinoerlebnisses von Independent-Regisseur Oren Peli war bereits 2007 auf einem Filmfest in den USA. Danach ging es hin und her: Erst sollte der Film auf DVD erscheinen, dann war ein Remake geplant und sogar Hollywood-Legende Steven Spielberg sah sich den angsteinflössenden Film an. Er befand ihn indes als armselig - und forderte ein Remake mit grösserem Budget.
Inzwischen hat «Paranormal Activity» sogar internationale Verleiher gefunden. Ob der Film in der Schweiz anläuft, ist zwar noch nicht bekannt. In Deutschland soll er im Januar 2010 erscheinen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.10.2009, 12:10 Uhr
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