Weltpremieren und Szene-Stars am Sundance
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Das grosse Hollywood-Kino hat seine Diven, seine gigantischen Geldsummen und seine spektakulären Preisverleihungen. Das amerikanische Independent-Kino hat Robert Redford. Sein Sundance Festival startet (morgen) Donnerstag in Park City im US-Bundesstaat Utah.
117 Spielfilme aus 30 Ländern, darunter die Werke von 45 Regie-Debütanten, sind dort bis zum 29. Januar auf der Leinwand zu sehen. Über 90 Filme feiern in dem Wintersportort ihre Weltpremiere. Aus der Schweiz mit dabei sind der Kurzfilm «Stick Climbing» von Daniel Zimmermann und die Koproduktion «Corpo celeste» der Italienerin Alice Rohrwacher.
Soziale Misere im eigenen Land
Den Auftakt macht der Dokumentarfilm «The Queen of Versailles» über den Bau einer schlossartigen Privatvilla während der Wirtschaftskrise. Zu den mit Spannung erwarteten Premieren zählt «Arbitrage» mit Richard Gere als betrügerischem Banker. Die Golden- Globe-Gewinnerin Octavia Spencer ist in dem Drama «Smashed» über zwei Alkoholiker zu sehen.
Regisseur Spike Lee präsentiert «Red Hook Summer», Stephen Frears zeigt seine Drama-Komödie «Lay the Favorite». Beide Filme entstanden ohne Unterstützung aus Hollywood für wenig Geld. Julie Delpy ist mit «2 Days in New York» dabei, Kirsten Dunst tritt in Leslye Headlands Debütfilm «Bachelorette» auf.
Viele Dokumentarfilme greifen die aktuellen Probleme in den USA auf. «Detropia» zum Beispiel nimmt die angeschlagene Autometropole Detroit unter die Lupe, «The House I Live In» thematisiert den erfolglosen Kampf gegen den wachsenden Drogenkonsum.
Sprungbrett auch für Marc Forster
Das Filmfest wurde 1978 als «Utah/US Film Festival» gegründet, um den Staat für Filmemacher interessant zu machen. Bekannt wurde der Anlass, nachdem 1981 Robert Redford, der selber in Utah wohnte, den Vorstandsvorsitz übernahm. 1985 taufte Redford das Festival um in «Sundance» nach seiner Lieblingsrolle Sundance Kid. Mittlerweile ist es das grösste Forum für den unabhängigen Film in den USA.
Als Sprungbrett für Filmschaffende gilt das Festival spätestens seit der Entdeckung des damals völlig unbekannten Steven Soderbergh, der 1989 beim Sundance Festival mit «Sex, Lies and Videotapes» auftrat. Danach wurde der Low-Budget-Streifen zum Kassenknüller.
Zu den weiteren Regisseuren, die dank dem Sundance bekannt wurden, gehörte neben Quentin Tarantino, Jim Jarmusch und Robert Rodriguez auch der Schweizer Marc Forster. (omue/sda)
Erstellt: 18.01.2012, 13:32 Uhr
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