Kultur

Wo der Film noch magisch ist

Brutal, sinnlich und authentisch: Immer wieder begeistert Mexiko mit Filmen, die auch international erfolgreich sind.

1/9 «Rudo y Cursi» von Carlos Cuarón, ein romantischer Fussballfilm, spielte in Mexiko mehr Geld ein als manche Hollywoodblockbuster.

   

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Sundance Film Festival

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Das Magazin «Du» widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Mexiko.

Der mexikanischen Filmindustrie geht es ein bisschen wie einem Schweizer Fussballclub: Kaum bringt sie ein Talent hervor, saugt es das Ausland (lies: Hollywood) auf. Als Beispiele genannt seien Alfonso Cuarón («Harry Potter – The Prisoner of Azkaban»), Guillermo del Toro («Pan’s Labyrinth») oder Alejandro González Iñárritu («Babel»). Macht nichts - das Land hat genügend Talente.

Das Magazin «Du» nimmt sich in seiner aktuellen Ausgabe Mexiko, respektive dem mexikanischen Filmschaffen an. Da wäre etwa der Autodidakt und ehemalige Völkerrechtler Reygadas, der 2008 in Cannes den Grossen Preis der Jury für «Stellet Licht» gewann. Oder Cary Fukunagas, der am Sundance-Festival den Regie- und Kamera-Preis für «Sin Nombre» (2009) gewann. Und natürlich Enrique Rivero; für «Parque Vía» erhielt er in Locarno 2008 den Goldenen Leoparden.

Cleveres Marketing

Der Erfolg des mexikanischen Filmschaffens hängt auch an zwei Schauspielern, die viele nur von ihrer Arbeit vor der Kamera her kennen: Gaël García Bernal und Diego Luna. Bernal debütierte in «Amores perros», mit Pedro Almodóvars «La mala educación» gelang ihm schliesslich der internationale Durchbruch. Auch Luna ist international bekannt. In «The Terminal» (2004) von Steven Spielberg spielte er an der Seite von Tom Hanks; kürzlich hatte er eine Rolle in Gus van Sants «Milk» (2008). Geschickt nutzen die zwei Freunde ihren Erfolg, um auf mexikanische Regisseure, Autoren und Filme aufmerksam zu machen.

Wie «Du» im Bericht aufzeigt, ist die Kombination illustrer Namen mit ambitionierten Filmemachern symptomatisch für das gegenwärtige Filmschaffen Mexikos, dem ein nie zuvor gesehener Spagat zwischen künstlerischem Anspruch und kommerziellem Erfolg gelingt. Dabei sind Themen und Erzählformen durchaus vielfältig. Die einen überzeugen mit universellen Geschichten und Gefühlslagen, andere wiederum porträtieren die harten, oft brutalen Realitäten und Dramen des heutigen Mexiko.

(phz)

Erstellt: 04.03.2010, 17:24 Uhr

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