Acht grosse Momente der Oscar-Nacht

Das gibt zu reden: Ein Missgeschick, ein neues altes Traumpaar und der Dreifachmann. Die fünfstündige Show aufs Wichtigste gekürzt.

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1. Chris Rocks fulminanter Eröffnungsmonolog

Die Oscars waren im Vorfeld von einer Rassismus-Debatte begleitet worden: Es wurden kaum schwarze Schauspieler oder Filme nominiert. Zu einem musikalischen Intro von Public Enemy betrat der schwarze Komiker und Moderator Chris Rock denn auch die Bühne und feuert gleich einen politischen Witz nach dem anderen ab: «If they nominated hosts I wouldn't even be up here!» Oder: «This year on the In Memoriam package, it's just gonna be black people shot by the cops on their way to the movies.»

Chris Rock lästerte aber nicht nur, er forderte auch. Schwarze Schauspieler sollten die gleichen Chancen bekommen wie alle anderen. Und zwar «nicht nur einmal» im Leben – Leonardo DiCaprio bekomme ja auch jährlich ein Angebot, in einem tollen Film mitzuspielen.

2. Die Ersten werden die Letzten sein

«Spotlight» gewann für das Original-Drehbuch den ersten Oscar des Abends. Und ganz am Ende gab es auch noch den Preis für den besten Film. Sicher eine verdienstvolle Auszeichnung für diesen Lobgesang auf einen Journalismus, der jetzt vom Aussterben bedroht ist. Aber die Geschichte des Abends schrieben andere: «Mad Max: Fury Road» mit sechs Auszeichnungen. Und Leo, Leo, Leo, der endlich seine begehrte Trophäe abholen konnte.

3. Ennio Morricone kann es auch ganz alleine

Der 87-jährige Komponist aus Italien hatte den sympathischsten Auftritt des Abends und kam dabei ganz ohne Quentin Tarantino aus. Der Regisseur hatte sich im Vorfeld vehement für Morricone eingesetzt und mehrmals betont, er halte ihn für einen der besten Komponisten aller Zeiten, und zwar nicht nur in Sachen Filmmusik, sondern überhaupt: «Er steht auf der gleichen Stufe wie Mozart und Beethoven.» Und besitzt jetzt also, anders als die beiden, auch noch einen richtigen Oscar (einen Ehrenoscar hatte er schon 2007 erhalten).

4. Drei Oscars nacheinander, wie oft gab es das schon?

Kameramann Emmanuel «Chivo» Lubezki gewann für «The Revenant» seine dritte Trophäe im dritten Jahr (letztes Jahr für «Birdman», vor zwei Jahren für «Gravity»). Das gab es auch schon. Jim Rygiel und Randall William Cook erhielten zwischen 2002 und 2004 dreimal den Oscar für die Spezialeffekte der drei «Lord of the Rings»-Filme. Und ein «Tom and Jerry»-Produzent bekam ihn vor 60 Jahren gar viermal. Den Rekord aber hält Walt Disney, der in den 1930er-Jahren acht Oscars nacheinander gewann – dann müsste Lubezki bis 2021 jedes Jahr die beste Kamera führen.

5. Lady Gagas Auftritt

Der Oscar-nominierte Song «Til It Happens to You», den Lady Gaga gemeinsam mit der Hitkomponistin Diane Warren geschrieben hat, und den sie live sang, war das emotionale Highlight der Zeremonie. Er stammt aus dem kontroversen Dokumentarfilm «The Hunting Ground» über Vergewaltigungen an US-Unis. Dass Missbrauchsopfer mit ihr auf der Bühne standen und US-Vizepräsident Joe Biden die Musikerin ankündigte und das Thema ebenfalls ansprach, machte den Auftritt noch bewegender.

6. Jennifer Lawrences erneutes Malheur

Die Pannen-Queen machte ihrem Ruf alle Ehre. Sie kam tatsächlich zu spät. Der rote Teppich war bereits verlassen, als die zweifache Oscar-Gewinnerin, die auch schon auf die Bühne stolperte, auftauchte und verlegen winkte.

7. Die Einblender

Die Absicht war gut. Man wollte sich innovativ zeigen und führte statt langer Dankesreden auf dem Bildschirm Einblendungen ein. Bloss liefen die viel zu schnell vorbei, etwa so wie der Abspann bei einer TV-Serie aus den 80ern. Einige Stars hatten vorab offenbar gar keine Angaben gemacht, jedenfalls erschienen die Einblendungen höchst unregelmässig. Und so geigte die Musik wie eh und je übermotivierte Redner gnadenlos weg. Bloss bei Alejandro González Iñárritu machte man eine Ausnahme.

... und 8.: Die Titanic ist doch nicht untergegangen

Schon auf dem roten Teppich erschienen Kate und Leo alias Rose und Jack zusammen. Und als DiCaprio seine Dankesrede hielt, gab es für Kate Winslet kein Halten mehr.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.02.2016, 08:27 Uhr

Der rote Teppich an den Oscars 2016. (Video: Reuters)

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