Der Zoll hats vergeigt
Von Stefan Hohler. Aktualisiert am 26.04.2010
Mühsame Einreise: Die Virtuosin musste warten. (Bild: www.patkop.ch / Marco Borggreve)
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Der Zoll nahm am Samstag auf dem Flughafen Zürich die bekannte Geigerin Patricia Kopatchinskaja während Stunden in die Mangel. Grund: Sie führte eine historische Geige im Wert von 4,5 Millionen Euro mit sich. Laut der «NZZ am Sonntag» war die 33-Jährige von Rotterdam in die Schweiz eingereist. Die Österreicherin, die aus Moldawien stammt, lebt mit ihrer Familie in Bern.
Bei der Kontrolle entdeckten die Zöllner eine im Jahr 1741 von Guarneri del Gesù erbaute Violine. Patricia Kopatchinskaja hatte das Instrument als Dauerleihgabe von der österreichischen Nationalbank erhalten. Die Zöllner beschlagnahmten das Instrument, weil die Frau die Geige möglicherweise in der Schweiz verkaufen wolle. Sie hätte eine Kaution von 400'000 Franken hinterlegen müssen, um das Instrument herauszubekommen.
Beschwerde an Bundesrat Merz
Lukas Fierz, Ehemann der Geigerin und Neurologe, sagt, dass am Zoll der Sachverhalt nie bestritten worden sei. Seine Frau habe alle notwendigen Papiere vorlegen können. Der ehemalige Berner Nationalrat von den Grünen vermutet, dass allenfalls ein Formfehler vorgelegen haben könnte. Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte Daniel Tschudin vom Zollinspektorat, dass die für die Einfuhr des Instruments nötigen Papiere gefehlt hätten.
Lukas Fierz ist empört, dass seine Frau dafür fünf Stunden lang festgehalten und dabei während zwei Stunden verhört worden sei. Er hat eine Beschwerde an die Oberzolldirektion mit Kopie an Bundesrat Hans-Rudolf Merz geschrieben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.04.2010, 06:24 Uhr
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