Noten für Roger Federer

Von Linus Schöpfer. Aktualisiert am 29.08.2011

Die Zwölf-Ton-Musik machte den Komponisten Arnold Schönberg berühmt. Kaum bekannt hingegen ist seine Tennis-Notation. Wir haben sie anhand eines Federer-Ballwechsels aktualisiert.

1/10 «Placement»
Nach einem Djokovic-Doppelfehler steht es 7:6, 7:5, 6:5, 30:0 für Federer. Der Serbe steht also unmittelbar vor dem Aus; sein Aufschlag fliegt jedoch präzise gen T-Linie.
Bild: Youtube/Arnold Schönberg Center

   

Der Ballwechsel als Video

Schönbergs Tennis-Notation. (Bild: Arnold Schönberg Center)

Komponist Arnold Schönberg (1874-1951) war ein begeisterter Tennis-Spieler. (Bild: Keystone )

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Arnold Schönberg, als Begründer der Zwölf-Ton-Musik einer der wichtigsten klassischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, hatte viele Leidenschaften. Neben der Musik, der Malerei, der Dichtkunst und dem Schach gehörte auch das Tennisspiel dazu. So traf sich der Österreicher regelmässig mit seinem Berufskollegen George Gershwin («Summertime») zum Filzball-Rencontre.

Das einzige Kinderbuch Schönbergs, «Die Prinzessin», ist überdies ausserordentlich Tennis-affin («Am Nachmittag hat die Prinzessin wie gewöhnlich ihr Tennis-Game mit der Herzogin gespielt. Es war Matchball für sie, five to three und Advantage für die Prinzessin»); die Handlung beginnt mit einem Unfall auf dem Court.

Tennis-Klassiker akkurat dokumentieren

Schönberg setzte seine Begeisterung für den weissen Sport in ein neuartiges Notationssystem um: die Tennis-Notation. Die elaborierte Notation ermöglicht es, ein Tennisspiel zu verschriftlichen – auch unter Berücksichtigung spezieller Vorkommnisse wie Fussfehler oder verschlagene Smashes. Durchaus denkbar, dass auf diese Weise vor dem inneren Auge eines geübten Notationslesers ganze Matches im Zeitraffer vorüberziehen können. So könnten etwa der Wimbledon-Klassiker 2008 oder Federers erster French-Open-Sieg dokumentiert werden.

Tagesanzeiger.ch/Newsnetz macht einen Anfang, und zwar mit dem legendären Halbfinal-Ballwechsel zwischen Federer und Djokovic am US Open 2009.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.08.2011, 15:24 Uhr

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