Kultur

Ai Weiwei will politisch aktiv bleiben

Aktualisiert am 10.08.2011

Der regimekritische chinesische Künstler Ai Weiwei hat in einem ersten Interview bestritten, ein Geständnis über Steuerhinterziehung unterzeichnet zu haben.

1/7 Nach wie vor im Visier der Justiz: Ai Weiwei bedankt sich vor der Türe seines Studios in Peking für die Unterstützung während seiner Inhaftierung. (23. Juni 2011)

   

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Im ersten Interview seit seiner Freilassung aus zweimonatiger Haft, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, sagte Ai Weiwei: «Ich werde niemals aufhören, gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen.»

Die Umstände des Interviews waren ungewöhnlich, da Ai Weiwei sich eigentlich nicht politisch äussern darf. Gleichwohl erschienen seine Ausführungen ausgerechnet in der englischsprachigen «Global Times», die vom kommunistischen Parteiorgan «Volkszeitung» herausgegeben wird. Das Blatt hatte sich immer kritisch über Ai Weiwei und die Empörung im Westen über seine Festnahme geäussert.

«Ein Umsturz des Regimes ist nicht der Weg zur Lösung»

Auch in diesem Artikel zitierte das Blatt wieder Kritiker von Ai Weiwei, gab dem Künstler aber durchaus Raum, seine Ansichten zu verbreiten. Besonders wurde hervorgehoben, dass sich Ai Weiwei für Reformen und gegen einen rabiaten Machtwechsel aussprach.

«Ein Umsturz des Regimes durch eine radikale Revolution ist nicht der Weg zur Lösung der Probleme Chinas», wurde er zitiert. «Das Wichtigste ist ein wissenschaftliches und demokratisches politisches System.»

Ai Weiwei war am 22. Juni unter internationalem Druck auf Kaution freigelassen worden. Ihm werden Steuervergehen vorgeworfen. Doch sieht seine Familie den wahren Hintergrund für die Festnahme in seiner Kritik am kommunistischen Regime. (net/sda)

Erstellt: 10.08.2011, 11:42 Uhr


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