Kultur

«Das sind durchgeknallte Künstler, die irgendeinen Mist ablassen»

Im Zuge der Swingerclub-Installation eines Schweizer Künstlers fordert Christoph Mörgeli die Streichung von Kultursubventionen. Als Museumsdirektor bezieht er selber Fördergelder. Wie geht das zusammen?

1/9 Von der Pro Helvetia mit 15'000 Franken unterstützt: Swingerclub-Installation des Schweizer Künstlers Christoph Büchel in Wien.
Bild: Keystone

   
Weiss, was Kunst ist und was nicht: Christoph Mörgeli.

Weiss, was Kunst ist und was nicht: Christoph Mörgeli. (Bild: Keystone)

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Der Swingerclub im Museum

Der Schweizer Künstler installierte in der Wiener Kunsthalle Secession einen Swingerclub, in dem es Abends zur Sache geht. Die Pro Helvetia förderte das Projekt mit 15'000 Franken, zum Ärger einiger Politiker. Auch in Österreich beschäftigt der Fall die Politik ebenso wie die Boulevardpresse.

Herr Mörgeli, hat sich Christoph Büchel schon bei Ihnen bedankt?
Weil er jetzt bekannt geworden ist?

Weil Sie genau so reagiert haben, wie er es sich erhofft hat.
Nein, nein, er hat sich nicht bedankt.

Sie haben gesagt, der Swingerclub im Museum sei Ausdruck der «Verblödung der Gesellschaft». Ist es nicht mindestens ebenso blöd, auf jede Provokation gleich mit dem Ruf nach Subventionskürzungen zu reagieren?
Man muss die Pro Helvetia als Ganzes anschauen. Wir haben auch das Feedback von vielen Botschaften im Ausland, die sich richtiggehend schämen für die Pro-Helvetia-Kulturdarbietungen, die sie präsentieren müssen. Darunter hat es durchgeknallte Künstler, die irgendeinen Mist ablassen. Das macht im Ausland nichts als einen schlechten Eindruck.

Aufgrund einer Einzelaktion Subventionskürzungen zu fordern, das ist, wie wenn man allen Bauern die Zuschüsse kürzt, nur weil einer zu viel Gülle aufs Feld geschüttet hat.
Schauen Sie, die Pro Helvetia ist ein Fehlkonzept. Kulturförderung dürfte in unserem föderalistischen System nicht Sache des Bundes sein, höchstens der Kantone.

Sie führen mit dem Medizinhistorischen Museum der Uni Zürich auch eine Kulturinstitution. Müsste man Ihr Museum nicht auch wegsparen?
Mein Museum hat einen staatlichen Bildungsauftrag. Ob der, wie ich meine, sinnvoll ist, entscheidet der Kanton. Bisher fand man: ja. Aber wenn ich solches Zeug wie der Büchel ablassen würde, wäre ich schon längst nicht mehr da.

Im Gegenteil. Wenn Sie Büchel zeigen würden, erhielten Sie noch mehr Geld, vielleicht sogar von der Pro Helvetia...
Nein, da wären ich und das Museum schon am nächsten Tag weg. Stellen Sie sich vor, ich würde eine solche Installation montieren! Ich... Nein, das wäre unmöglich... So etwas können sich nur die Linken leisten.

Was hat denn eine Swingerclub-Installation mit Linken und Rechten zu tun?
Sagen Sie mir mal einen Kulturschaffenden, der nicht ein Linker ist.

Wir kommen vom Thema ab. Weshalb soll Ihr Museum Subventionen erhalten und Büchel nicht?
Schauen Sie, seit 25 Jahren bin ich mit dem Vorwurf konfrontiert, ich solle beim Thema sparen still sein, ich arbeite ja beim Staat. Für mich ist das erst recht ein Grund, sparsam mit Steuergeldern umzugehen.

Darum geht es nicht. Die Frage ist: Nach welchen Kriterien sollen Subventionen gesprochen werden?
Es ist doch relativ klar, dass es sich nicht um Kunst handelt, wenn ein Hirschhorn auf das Bild eines Bundesrates pinkelt oder wenn ich einen WC-Deckel an der Wand montiere - auch wenn dies im Kunstmuseum geschieht. Die Leute lassen sich zu viel bieten.

Nochmals: Nach welchen Kriterien soll entschieden werden? Geht es einfach darum, ob etwas dem Christoph Mörgeli gefällt?
Nein, aber ein Swingerclub in einem Museum ist keine kulturelle Leistung – und 95 Prozent der Bevölkerung sind da wohl mit mir einig. Die Pro Helvetia findet das aber super, offenbar haben die zu viel Geld.

Bei jeder Budgetdebatte will die SVP der Pro Helvetia das Geld kürzen. Ausser nach dem Fall Hirschhorn immer erfolglos. Denken Sie, dass Sie nach dem Fall Büchel eine Mehrheit zusammenbringen?
Das ist schwierig zu sagen, chancenlos sind wir aber sicher nicht.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.02.2010, 15:36 Uhr

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66 Kommentare

Markus Meier

26.02.2010, 17:41 Uhr
Melden

Die Pro Helvetia hat in den letzten 70 Jahren faktisch alle bedeutenden Künstler, Schriftsteller und Musiker der Schweiz unterstützt. Genau dafür ist die Pro Helvetia da, die Highlights der Schweiz zu erkennen und national wie international zu fördern. In seinem Genre ist Büchel ein internationaler Star. Er ist im Ausland bestimmt bekannter und relevanter als Herr Mörgeli. Antworten


Peter Danzeisen

26.02.2010, 17:30 Uhr
Melden

Vermutlich ist der Londoner Forscher Satoshi Kanazawa auch ein Linker, wenn er festhält, dass der IQ von Linksliberalen höher ist. Tradition kommt ohne Denken aus. Antworten


Pat Sulzberger

26.02.2010, 17:29 Uhr
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Ach Herr Mörgeli, wenn Sie nur wüssten, wie entspannend es ist mit wilden Farbkreationen ganz hohl eine Leinwand zu attakieren (Sie könnten Sie ja links von sich aus gesehen aufstellen, dann lösen sich Ihre Anfangsängste im Nu). Tauchen Sie ein in die Welt des Lichtes und blümerantesten Farbtöne, nehmen Sies ganz locker und lassen Sie sich einmal mehr gehen... Antworten


Luzia Keller

26.02.2010, 17:11 Uhr
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@Peter Wolf: Sie sehen also keinerlei Zusammenhang im Verprassen von Steuergeldern, die durch Stützung und Hilfe vor dem Konkurs einer UBS OHNE DAS VOLK ZU FRAGEN innerhalb 48 Stunden vom Bundesrat eingesetzt wurden? Oder haben wir Steuerzahler etwas von den Boniexzessen vor und nach diesem Sündenfall der Banker erhalten? Sie strapazieren mit Ihrer unbedarften Aussage die Gutmütigkeit des Volkes! Antworten


Rudi Meier

26.02.2010, 17:08 Uhr
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Wenn dieser Mörgeli doch endlich aufhören würde sich zu allem vernehmen zu lassen. Etwas Positives kommt ja doch nicht aus seinem unberufenen Mundwerk. Und die Medien ^sollten diesem auch nicht für alles eine Plattform geben. Der Mann ist UNWICHTIG!! Antworten


Salome Frelini

26.02.2010, 17:05 Uhr
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Wer bestimmt denn bei uns was Kunst ist. Doch diejenigen, die die Subventionen verteilen. Die Künstler wissen ganz genau was sie machen müssen, damit der Honig fliesst. So wird die Kunst gesteuert und halt auch und immer mehr für politische Zwecke missbraucht von denen, die über die Honigtöpfe gebieten. Die Rechten sollten halt schauen, dass sie hier mehr zu sagen haben, nur so gehts. Antworten


sidney bannier

26.02.2010, 17:05 Uhr
Melden

Wahrlich ganz grosses Kino, generationen werden sich an dieser grossartigen neuen Kunst ergötzen. Die Alten Römer, Beethofen, Chopin,Philip Glass und Polanski erblassen vor Neid. Antworten


Dante Eggenberger

26.02.2010, 16:53 Uhr
Melden

Bin gar nicht einverstanden, dass man reaktionaeren Geistern wie Moergeli in ihrem unaufhoerlichen (Wahl-) Kampf fuer eine intolerante, asoziale und segregierte Schweizer Gesellschaft eine Gratisplattform bietet. Antworten


Vinzenz Hediger

26.02.2010, 16:48 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Walter Roder ist zwar noch längst nicht tot, aber seinen Nachfolger hat er schon gefunden: Seit Jahren übernimmt Christoph Mörgeli in zuverlässigster Weise die Rolle des Schweizerspießer-Darsteller. Das müsste endlich mal einen Prix Walo wert sein. Ich nominiere Herrn Prof. Dr. Christoph Mörgeli hiermit für diese höchste Ehre der Schweizerischen Unterhaltungskünstler. Antworten


Franziska Knecht

26.02.2010, 16:35 Uhr
Melden

Wieso wird Kunst und Kultur überhaupt finanziell gefördert? Maler sein oder Skulpturen herstellen ist ein Job wie jeder andere auch. Meine Bürotätigkeit ist doch auch Kunst, ihr habt meinen Schreibtisch noch nicht gesehen..... Ich bin noch nicht subventioniert worden, wo kann ich bitte als Normalbüezerin einen Antrag stellen? Antworten


David Schuler

26.02.2010, 16:22 Uhr
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Schon interessant zu lesen, dass sich ausgerechnet ein SVP-Politiker über den Eindruck der Schweiz im Ausland Sorgen macht. Ist nicht gerade selbige Partei durch ihre "Plakatkunst" ziemlich negativ aufgefallen...? Antworten


Peter Wolf

26.02.2010, 16:19 Uhr
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@P. Müller Egoismus ist zu denken, dass es gerecht ist die Steuergelder des kleinen Mannes für "Swingerpartys" zu investieren. Zudem ist Ihr vergleich mit den Strassen mehr als schlecht. Das Strassensystem wird über 100% aus dem Treibstoffzoll finanziert und nicht aus den Steuern - somit nur von denen die sie brauchen. Wenn das mit der Kunst auch so wäre hätten wir die Diskussion nicht. Antworten


Manfred Spass

26.02.2010, 16:10 Uhr
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O je. Das bürgerliche Phänomen der Swinger-Clubs wird von einem SVP-Professor verteidigt. Ja dann viel Spass ! Antworten


tobias güther

26.02.2010, 15:05 Uhr
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Sexualität ist eine Kunst und verdient es im Museum ausgestellt und praktiziert zu werden. Wenn Herr Mörgeli im letzten spiessigen Jahrtausend verweilen will - mit zwanghafter Unterjochung durch Kirche und Vorurteile - kann er gerne dort bleiben. Ich für meinen Teil lebe heute so wie ich es will, brauche und verdiene. Nichts anderes fordert das Kunstwerk - die Aufregung ist einfach lächerlich. Antworten


Roland Mäder

26.02.2010, 15:02 Uhr
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Bin selber Kunstmaler und bin der Meinung es gäbe sicher noch interessantere unterstützungswürdige Projekte, allein schon wegen der Reaktionen die uns Kunstschaffenden nicht gut bekommt. (Möchte die Kunst von Büchel keineswegs schmälern.) Antworten


Patrick Eyholzer

26.02.2010, 15:01 Uhr
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Da hat mal er recht, der Herr Mörgeli. Wenn ein Künstler der Gesellschaft den Spiegel vorhält, kann das gelegentlich durchaus nach «Verblödung der Gesellschaft» riechen. Das muss nicht gefallen. Aber nur immer die Vergangenheit zu zelebrieren hat noch selten etwas Neues hervorgebracht. So überrascht es nicht, dass Kultur Schaffende eher links zu finden. Antworten


Gabriela Sarman

26.02.2010, 14:56 Uhr
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@Guido Beck, Möchten Sie damit indirekt sagen, dass das Schweizer Steuergeld einer ehemaligen Deutschen Partei zufliesst, die es doch noch gibt? Bitte klären Sie mich auf. Antworten


Patrick Thommen

26.02.2010, 14:56 Uhr
Melden

Der Kultursektor und die Banken haben viele Gemeinsamkeiten. Bei schlechtem Geschäftsgang werden sie vom Steuerzahlen getragen, umgekehrt fliesst der Gewinn in die eigenen Taschen! Umstrukturierung der Kulturförderung aber subito! Antworten


Ueli Hoch

26.02.2010, 14:53 Uhr
Melden

Kunst darf provozieren und Kunst soll zum Diskutieren anregen. Einfach ein Thema zu nehmen, von dem man bereits im Voraus weiss, dass es provoziert hat allerdings wenig bis nichts mit Kunst zu tun. Antworten


adrian strebel

26.02.2010, 14:49 Uhr
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In der ehemaligen DDR, UdSSR und im heutigen China sagt auch der Staat was gute Kunst ist, und daher finanziert wird, und was dem Volk nicht zugetraut werden soll. Herr Mörgeli steht in guter Tradition. Antworten


Josef Schwarz

26.02.2010, 14:10 Uhr
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Nur wenn einer Kultur schaft heisst das noch lange nicht, dass er ein Künstler ist. Antworten


Johann Huber

26.02.2010, 13:58 Uhr
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Es geht nicht um die Frage, 'Kunst' zu definieren, wie das offenbar viele verstanden haben und als Affront auffassen - sondern nach welchen Kriterien welche 'Kunst' gefördert werden soll. Wenn Pro-Helvetia entscheiden kann, was sie fördern will, sollten auch die Stimmen gehört werden dürfen, welche Pro-Helvetia finanzieren müssen! Anscheinend ist das, was Pro-Helvetia finanziert per se sinnvoll. Antworten


Res Zaugg

26.02.2010, 13:51 Uhr
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@ m.steiner: Kultur haben und (subventionierte) Kultur schaffen, sind zwei ganz verscheidenen Sachen. Ich gehe mit Mörgeli einig. Unsere Staatskulturellen kosten dem Steuerbürger vielzuviel Geld. Aber scheinbar möchte das der Stimmbürger nicht anders. Also, was soll das klagen. Antworten


Daniel Leu

26.02.2010, 13:43 Uhr
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"Sagen Sie mir mal einen Kulturschaffenden, der nicht ein Linker ist." Was soll an dieser Aussage undifferenziert sein ? Wer den CH "Kunstbetrieb" näher kennt, weiss genau, dass darin niemand auf einen grünen Zweig kommt, der nicht strikte dem Dogma von "Weltoffenheit", "Toleranz" und der restlichen Vertuschung eigener Bequemlichkeit in einer völlig degenerierten Gesellschaft folgt. Antworten


Hans-Peter Amrein

26.02.2010, 13:41 Uhr
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Für was wird der Begriff "Liberal" noch vergewaltigt? Fördergelder für ein medizinhistorisches Museum haben wohl einen anderen Zweck als die Finanzierung eines Swingerclubs in Wien. Pro Helvetia gehört aufgelöst - basta! Bis anhin war ich immer der Meinung, meine Steuern aus Solidarität für unser Gemeinwesen zu bezahlen -durch sein Nichteingreifen disqualifiziert sich der Bundesrat ein weiters Mal Antworten


anna Anna Francke

26.02.2010, 13:38 Uhr
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ps: die kommunikation der svp basiert auf berechneter provokation und entsprechender aufmerksamkeit seitens medien, büchels strategie müsste ihnen also gefallen! Antworten


Piemontese Dario

26.02.2010, 13:36 Uhr
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Hr. Mörgeli soll doch bitte mal erklären wo genau die unterschide zwischen Damien Hirst's Pharmacy und Büchels Swingerclub sind. Oder betrachtet er die Werke des derzeit wohl bekanntesten PopArt Künstlers auch nicht als Kunst? Ist nur Kunst was wie Anker aussieht? Oder ist Hr. Mörgeli am Ende bei diesem Thema schlicht keine Referenz? Antworten


Laurens van Rooijen

26.02.2010, 13:31 Uhr
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Gemäss Mörgeli und einigen Kommentarschreibern sollte also das "Fholch" an der Urne entscheiden, was echte (zB Anker, Hodler) und was unechte/entartete/wasauchimmer Kunst (von linken, noch lebenden Kulturschaffenden) ist. Mir graut schon jetzt davor - und ich wundere mich, mit wie wenig historischem Bewusstsein, dafür umso mehr Vorurteilen einige Leute hier in die Diskussion einsteigen. Antworten


Gerda Fuhrer

26.02.2010, 13:31 Uhr
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Die Verblödung der Menschheit nimmt Formen an, die man mit einem gesunden Menschenverstand nicht mehr vereinbaren kann. Herr Mörgeli hat absolut Recht. Die Pro Helvetia sollte kein Geld mehr erhalten. Antworten


Markus Ulrich

26.02.2010, 13:29 Uhr
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«Jede andere Berufsgruppe (Landwirschaft ausgenommen) kann auch nicht beim Staat die hohle Hand machen.» … wie meinen Herr Röösli??? Wie war das mit den erst kürzlich verabreichten Finanzspritzen im wohl wirtschaftlichsten Sektor an sich? Antworten


Erich Deiss

26.02.2010, 13:28 Uhr
Melden

Kunst ist zu einem Jekami verkommen, welches mit Steuergelder finanziert wird. Antworten


Guido Würsch

26.02.2010, 13:21 Uhr
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Ich bin nun wirklich auch kein Christoph Mörgeli Fan und ich gehöre auch nicht der SVP an, aber in diesem Punkt hat Herr Mörgeli nun einfach zu 100% Recht! Jährlich werden hundert-tausende von Franken aus dem Fenster geworfen unter dem Deckmantel der Kunst. Je doofer und stupider ein solches "Nicht-Kunstwerk" ist, um so grösser ist die Anzahl elitärer "Möchtegerns", die sich angezogen fühlen. Antworten


Anna Francke

26.02.2010, 13:19 Uhr
Melden

Ich empfehle Herr Mörgeli folgende Lektüre: Die Geschichte der Kunst im 20. Jahrhundert: Von den Avantgarden bis zur Gegenwart (U.M. Schneede) und einen Besuch der Ausstellung (der Swingerclub soll ja nur ein Teil der davon sein). Der "Skandal" macht deutlich, wie Medien (auch der Tagi) funktionieren: nur Blockbuster-Ausstellungen oder ein Skandal generieren Aufmerksamkeit. Antworten


Barbara Gasser

26.02.2010, 13:17 Uhr
Melden

Wenn sich Herr Mörgeli die Mühe gemacht hätte, sich über den Hintergrund der Installation zu erkundigen, müsste ihm bekannt sein, dass die Installation als Durchgang zu einem weltberühmten Kunstwerk von Gustav Klimt gedacht ist, dass damals einen mindestens so grossen Skandal wegen seiner Freizügigkeit wie heute das Werk von Büchel hervorrief. Wer das weiss, sieht den Sinn des Werkes. Antworten


christoph scheidegger

26.02.2010, 13:17 Uhr
Melden

nicht nur, dass die herren mörgeli und büchel die gleichen, schönsten vornamen tragen, es verbindet sie auch eine bemerkenswerte "temperametalität", die beiden hoffentlich auch künftig befähigen wird, menschen abzuholen...! Antworten


Markus Steiner

26.02.2010, 13:06 Uhr
Melden 1 Empfehlung

"Sagen Sie mir mal einen Kulturschaffenden, der nicht ein Linker ist." Hat er gerade zugegeben das nur die Linken Kultur haben und alle Rechten nur dumme Barbaren sind? Antworten


Cyril Wendl

26.02.2010, 13:04 Uhr
Melden

Solle man doch den Rechten ihre Stammlockale und den Linken ihre Kultur lassen. Undifferenziertes Schubladen-denken par excellence Antworten


Heinz Hauer

26.02.2010, 13:03 Uhr
Melden

Meine Güte,das ist ja so was von schlau. Alle Künstler sind Linke.Das sind Aussagen die Politik an Kunst willkürlich verbinden (wollen).Mit Realität hat dies nichts zu tun. Als Folge-Meinung, alle SVP-ler haben bei sich grosse Kollektionen von linker Gedankengut (wie z.B. ein grosser SVP-ler und ein grosser Kunstsammler zugleich).Bingo!Eine wahrlich revolutionäre Folge-Feststellung a la SVP.Danke. Antworten


Walter Hitz

26.02.2010, 13:00 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Kürzlich habe ich die Lektüre von RJ Ewans Werk "Das Dritte Reich. Diktatur." beendet. Den Satz, den dieser Schweizer Politiker hier äussert "Es ist doch relativ klar, dass es sich nicht um Kunst handelt, wenn..." ist dort zitiert, mit einem winzigen Unterschied nur: statt relativ hatte der NDSAP-Ideologe Alfred Rosenberg gesagt es sei absolut klar. Er sprach von den Kubisten damals. Erschreckend! Antworten


Sonja Kellermann

26.02.2010, 12:57 Uhr
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Da hier mal wieder eine leidige rechts/links Debatte entstanden ist, habe ich noch eine Anregung beizutragen. Konservatives Denken ist affirmativ, man blökt eben nur Bekenntnisse heraus und bestärkt sich gegenseitig darin. Linke haben oft ein Leben voller innerer Kämpfe hinter sich, und sie streiten sich untereinander wie die Kesselflicker. Dann doch lieber links und Kunst ist Geschmacksache. Antworten


Martina Puls

26.02.2010, 12:51 Uhr
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Kunst darf und muss ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. Die Darstellungsform darf provozieren, damit sie diskutierbar wird. Fühlt sich Herr Mörgeli und seine Mitrufer etwa irgendwie betupft? Die Minarettinitiative aus seinem 'Gruselkabinett' hat weltweit für Entrüstung gesorgt. Lächerlich sein Aufschrei, einfach lächerlich... Antworten


René Müller

26.02.2010, 12:50 Uhr
Melden

Sie haben recht Herr Nörgeli. Streichen wir mal ihrem Museeum die Gelder. Meidizinische Museen gibt es zuviele. Was Kunst ist weiss nur die SVP. Alles was sie nicht als Kunst bezeichnet ist keine Kunst. So einfach ist das. Hab von meinem Grossvater noch einen alten Säbel, würde ihn gerne der SVP spenden für das zu eröffnende Museeum der RICHTIGEN KUNST. Blocher die eingeschlossenen Ankerbilder. Antworten


theo tanner

26.02.2010, 12:49 Uhr
Melden

Christoph Mörgeli, er weiss, was Kunst ist und was nicht. Na dann vorwärts marsch! Sauber machen! Antworten


majo naef

26.02.2010, 12:48 Uhr
Melden

Es ist doch ganz einfach: Kunst kommt von Können. Diese Installation hat gar nichts mit Kunst zu tun, dass kann jeder. Antworten


Bruno Kienast

26.02.2010, 12:45 Uhr
Melden

Da kann man sich schon fragen, was ist Kunst und was nicht...man ist ja zuweilen recht weit von artikel Kunst.... In der Kunstszene gilt es halt auffallen um jeden Preis und wenn es der grösste Mist ist.... Ich frage mich immer wieder was, die Leute Denken die sich die sogenannte moderne Kunst anschauen und dann allenfalls noch kaufen....Aber halten wir uns an die echte Kunst, wie Anker etc.. Antworten


Beat Müller

26.02.2010, 12:44 Uhr
Melden

Es ist ziemlich seltsam, dass mörgeli meint, das volk müsse darüber entscheiden was kunst ist (eigentlich meint er ja sich selbst nicht das volk) stellen sie sich vor das volk müsse sagen was bei der medizin zu tun ist bei einem wissenschaftler sagen was wissenschaft bedeutet, einem gläubigem aufzwingen was glaube ist. sollten nicht die künstler selbst entscheiden,als speziallisten, was kunst ist? Antworten


Jean Monnet

26.02.2010, 12:43 Uhr
Melden

Die Milliarden-verschlingende Kunstinstallation "Schweizer Bauern" macht für mich auch keinen Sinn. Da werden Steuergelder in enormem Ausmass verschleudert. Wirtschaftlich absolut sinnlos und ohne künstlerischen Wert. Die linken Wirtschaftspolitiker von der SVP wollen aber unbedingt daran festhalten. Antworten


Josef Schwarz

26.02.2010, 12:42 Uhr
Melden

Wenn ich sehe was zB heutzutage an Bildern als Kunst angeboten wird, habe ich schon mit dem Gedanken gespielt die Malbilder meines 3-jährigen für mehrer hunderttausend Franken anzubieten. Aber Herr Mörgeli hat recht, man muss differenzieren was man mit Steuergelder unterstützt und was nicht. Ich bin kein Kunstkenner und kann nicht urteilen - jedoch bin ich Steuerzahler und da fängt mein Problem an Antworten


Georg Porti

26.02.2010, 12:41 Uhr
Melden

Kunst ist das nicht was Mr. Büchel bietet. Nur mit billigem Quatsch und sich ins Rampenlicht stellen, da gibt es einige selbsternannte Künstler. Pro Helvetia muss wieder lernen was Kunst ist. Pro Helvetia ist überflüssig und gehört abgeschafft. Antworten


Kurt Röösli

26.02.2010, 12:40 Uhr
Melden

Die Kunstsubventionen sind total abzuschaffen. Kunst soll sich selber finanzieren. Kann sie dies nicht hat sie keine Daseinsberechtigung. Grossen Künstler der Vergangenheit mussten auch mit Qualität Mäzene überzeugen sie zu unterstützen. Jede andere Berufsgruppe (Landwirschaft ausgenommen) kann auch nicht beim Staat die hohle Hand machen. Antworten


Remo Barny

26.02.2010, 12:33 Uhr
Melden

Ich verstehe den Link nicht dass alles was etwas Geld kostet, immer gleich einen Sinn für jedermann ergeben soll! Das Militär macht für mich in mancher Form z.b auch keinen Sinn! Danke Herr Mörgeli, mit Ihrem Seitenhieb gegen die sogenannten "linken" haben Sie mir mal wider gezeigt wie oberflächlich Ihre Polemik doch sein kann! Antworten


Alex Fankhauser

26.02.2010, 12:32 Uhr
Melden

Kunst soll auch dazu führen, dass man sich + die Welt aus einem anderen, ungewohnten Blickwinkel betrachtet, was bei dem Werk Büchels offenbar geschieht. Damit ist das Kunst und unterstützungswürdig. Etwas spitz formuliert, im Gegensatz zu den Bildern, die ein grosser SVP-Mann sammelt. Die sind zwar technisch schön gemalt, aber für mich "nur" ein Zeitdokument, etwa wie ein schönes Landschaftsfoto. Antworten


Peter Müller

26.02.2010, 12:32 Uhr
Melden

"Sagen Sie mir mal einen Kulturschaffenden, der nicht ein Linker ist." Haha, ich lach mich tot, damit gibt er zu, dass jemand vom rechten Spektrum keinen Sinn für Kunst und Kultur hat. Dieser Herr Mörgeli demontiert sich dermassen selbst, dass es grad schön ist. Der Engländer letztens hatte eben recht mit den provinziell anmutenden Politikern in der Schweiz. Antworten


martin kiefer

26.02.2010, 12:31 Uhr
Melden

Danke für die guten Interview-Fragen. Da steht Mörgeli peinlich dumm da... Antworten


Heidi Schonberger

26.02.2010, 12:27 Uhr
Melden

Wenn ich die Kommentare so lese, fällt mit auf, dass Kritiker, Kunstschaffende und selbsternannte KunstexpertInnen gleichermassen betupft auf die Kommentare der jeweils anderen Seite reagieren. Das war überigens schon immer so. Besonders ausgeprägt in der Literatur Antworten


Rolf Rolf Buholzer

26.02.2010, 12:25 Uhr
Melden

Herr Mörgeli hat absolut recht! Ich schlage vor, dass man das Geld der ProHelvetia Herrn Mörgeli gibt, damit er in seinem Museum eine Ausstellung über "entartete Kunst" installiert. So einem profundem Kenner der Materie wie ihm würde das leicht fallen. Immerhin hat er einen staatlichen Bildungsauftrag im Medizinhistorischen Bereich und kann bestimmt "gesund" von "krank" unterscheiden... Antworten


anna Fritz

26.02.2010, 12:22 Uhr
Melden

Die meisten Kulturschaffende sind links weil sie einen toleranten, offenen und neugierigen Charakter haben. Ich glaube diese Tatsache frustriert Mörgeli. Darum möchte er am liebsten alles Geld kürzen für Kulturschaffende die eine andere Weltansicht haben wie er. Diese Installation bewirkte schon ein Nachdenken...Ziel erreicht! Antworten


Marc Gselli

26.02.2010, 12:20 Uhr
Melden

Man kann den Begriff Kunst ja schon ein bisschen dehnen - aber irgendwann ist es dann halt einfach zuviel. Wäre interessant zu wissen, welcher Prozentsatz der Bevölkerung eine solche "Installation" Kunst, und dann auch noch gute Kunst, findet. Es gäbe sicher genügend richtige Nachwuchskünstler, die dieses Geld eher verdient hätten. Antworten


Armin Landert

26.02.2010, 12:16 Uhr
Melden

Zum Glück haben wir noch den Herr Mörgeli. Er weiss doch immer was Recht ist und was Kunst ist. Eine Meinung, seine Meinung. Antworten


Alveric vollenweider

26.02.2010, 12:15 Uhr
Melden

witzig. seit wann macht sich die svp und ihre anhänger etwas aus unserm ruf im ausland? dann stellt sich die frage warum kunst meist von linken kommt. vielleicht weil diese eben doch noch visionen haben? ;) Antworten


Ulrich Lachmuth

26.02.2010, 12:09 Uhr
Melden

Das Kunstwerk war ja wohl nicht allein die Installation, sondern die folgende Debatte darüber. Insofern ist es gelungen. Aber mal was anderes - gibt es denn gar kein Thema, zu dem C.M. nicht irgendwas absondern muss? Diese reflexartigen Äusserungen zu allem und jedem sind langsam lächerlich. Hat er soviel Zeit neben seinem Job? Vielleicht täte es ihm gut, mal wieder arbeiten zu müssen Antworten


stefan kurath

26.02.2010, 12:06 Uhr
Melden

differenzierung zwischen kunstkultur, popkultur / medizinalmuseum, kunstmuseum / bildungsauftrag und kulturauftrag wäre angebracht. diese diskussion leidet gehörig an unterkomplexität. Antworten


Tomas Rupp

26.02.2010, 11:56 Uhr
Melden

Mit der ganzen Debatte die Büchel mit seinem projekt geschaffen hatt ist doch eigentlich schon bewisen das es Kunst ist und auch dass sie gut ist. Wen die Ausstellung nicht so weit weg wäre würde ich sie mir auch ansehen. (Kunst zu definieren ist der Beginn von Zensur) Antworten


Darja Rauber

26.02.2010, 11:54 Uhr
Melden

Ja, der Herr Mörgeli und seine Gesinnungsgenossen wachen halt über die "Gesundheit" der Kunst und unseres Kunstverständnisses... (Das hatten wir in Deutschland in den 30ern schon mal.., aber "honni soit qui mal y pense"!). Scheinbar ist "Kunst" klar definiert und deshalb auch, was nicht "Kunst" sein darf. Kunst soll offenbar statisch und altmodisch sein, darf nie provozieren... oder, Herr M.?! Antworten


Rolf Schumacher

26.02.2010, 11:49 Uhr
Melden

Lieber Hr. Mörgeli, weshalb muten sie uns denn einen in gruseligem schwarz gehüllten Pestarzt als Webseiten-Eintrittspforte in ihr Reich (www.medizin-museum.uzh.ch). Ist es legitim mit Bundesgeld den Menschen Angst vor dem Arzt zu machen? Mir ist da die Swingerclupinstallation bedeutend lieber. Erstens ist sie vorübergehend installiert und zweitens nicht "wissenschaftlich". Antworten


Markus Berner

26.02.2010, 11:48 Uhr
Melden

Für einmal hat Mörgeli Recht. Die finanzielle Förderung von solchen "Kulturevents" ist ebenso daneben wie diejenige von Militärhistorikern. Antworten



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