Kultur

Der schnellste Popstar der Welt

Jochen Rindt gilt bis heute als einer der aufsehenerregendster Rennfahrer der Formel 1. Vor 40 Jahren starb er bei einem spektakulären Unfall. Nun erinnert eine Ausstellung an ihn.

1/11 Jochen Rindt wurde als einziger Formel-1-Fahrer der Geschichte postum Weltmeister.
Rainer Schlegelmilch

   

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WestLicht. Schauplatz für Fotografie
Westbahnstr. 40, 1070 Wien
3. bis 26.September 2010

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Er war ein exotischer Aussenseiter, der es durch seine Risikobereitschaft und seine Kompromisslosigkeit bis nach ganz oben schaffte. Ein Charakterkopf, der eine ganze Generation europäischer Formel-1-Piloten prägen sollte. Der Deutsch-Österreicher Jochen Rindt war beliebt, weil er ein Garant für Spektakel war, mit seinem halsbrecherischen Fahrstil, seinen undiplomatischen Äusserungen, aber auch mit seinem weltmännischen Auftreten. Unvergessen bleibt sein Tod: Beim Abschlusstraining für das Rennen in Monza im September 1970, überholte der 28-Jährige Rindt einen anderen Wagen mit vollem Speed, als bei seinem Lotus 72 wahrscheinlich eine der vorderen Bremswellen brach. Der Wagen prallte in die Leitplanken, drehte sich einige Male und brach auseinander. Rindt wurde in die Mailänder Uniklinik gebracht, starb aber noch im Krankenwagen.

Die Formel-1-Welt war schockiert. Rund 30'000 Fans begleiteten Rindt auf seinem letzten Weg zum Grazer Zentralfriedhof . Wenige Wochen später wurde er posthum zum Weltmeister erklärt - ein Novum im Sport. Aber es blieb ein schwacher Trost.

Steigender Stern

Geboren wurde Rindt 1942 als Sohn eines Deutschen und einer Österreicherin. Die Eltern starben bei einem alliierten Luftangriff, und Rindt kam als Zweijähriger zu seinen Grosseltern nach Graz. Zunächst arbeitete er im Gewürzhandel der Grosseltern. Der Tod seines Idols Graf Berghe von Trips am 10. September 1961 – übrigens ebenfalls in Monza – löste bei dem damals 18-jährigen tiefe Bestürzung aus. An diesem Tag beschloss Rindt, ebenfalls Formel-1-Pilot zu werden. 1962 begann er erste Rennen zu fahren und bewies schnell sein enormes Talent. Aufgrund seiner guten Leistungen etablierte er sich bald in der höchsten Liga des Automobilrennsports, der Formel 1, die damals von englischen Teams dominiert wurde. Um sein Gehalt aufzubessern fuhr er allerdings auch weiterhin Formel-2-Rennen.

In den Sechzigerjahren stieg sein Stern stetig. In der Formel 1 fuhr er vorne mit, die Formel zwei dominierte er. Vor allem aber machte er sich einen Namen durch seinen furchtlosen Fahrstil, der ihm ermöglichte, auch in schlechteren Autos zu gewinnen. Bei einem Qualifikationsrennen in Eagle, Indianapolis verunfallte er bei den Qualifikationsläufen. Rindt konnte seinem brennenden Auto selber entsteigen. Seine Reputation wurde endgültig durch den Befund der sofort erfolgten medizinischen Untersuchung besiegelt. Diese ergab, dass Rindts Puls trotz des Unfalls in keiner Weise erhöht war.

Neben der Rennstrecke war Rindt auch ein guter Geschäftsmann. Zum Zeitpunkt seines Todes hatte er seine eigene Rennauto-Show und ein eigenes Formel 2 Rennteam. Im Jahr 1970 starb mit Piers Courage einer seiner besten Freunde und Rindt soll darüber nachgedacht haben, ob er seine Karriere nicht beenden will. Doch zuvor galt es das Rennjahr noch zu beenden. Bei den Trainings im September starb Rindt dann bei seinem tragischen Unfall. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2010, 14:40 Uhr

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