Kultur

Die Highlights der Art Basel

Von Paulina Szczesniak. Aktualisiert am 16.06.2010

Bis zum kommenden Sonntag ist Basel wieder weltgrösster Treffpunkt der Kunst. Wir haben aus dem Riesenangebot der «Art Basel 2010» die Rosinen herausgepickt.

1/50 Jetzt wird wieder hingeguckt: Die 41. Art Basel hat ihre Pforten geöffnet. Am Dienstag wurden die Kunstwerke vorerst nur einem exklusiven Publikum gezeigt. Mit dabei war auch Hollywoodstar…
Bild: Joël Gernet

So präsentiert sich die Art 41 Basel

   

Die Klassiker

Ohne sie wäre die Art nicht, was sie ist: Für den Normalsterblichen unerschwinglich, verleihen sie dem Kunstgenuss in den Messehallen Museumsflair: Giacometti mit seinen 20 Millionen teuren «Schreitenden»; Cindy Sherman, auch 2010 des Rollenspiels nicht müde; Damien Hirsts anatomisch freigelegte Engelskulptur aus Carrara-Marmor; bei Bischofberger der obligate Andy Warhol sowie, die Fondation Beyeler ist nahe, Basquiat. Dieses Jahr besonders hoch im Kurs: die Arte-Povera-Künstler.

Die grossen Gesten

Wer das Grossformatige mag, dem sei die Art Unlimited ans Herz gelegt. Richtig dick aufgetragen hat heuer etwa Zhang Huan, der eine Affinität zu Kuhfellen hat und mit ihnen ein ballonartiges, meterhohes Fantasiewesen überdeckt hat. Vollen Körpereinsatz fordert indes Sergio Prego: Wer seinen Kanal aus halbtransparentem Kunststoff durchschreiten will, muss sich erst durch eine enge, einem Geburtskanal nicht unähnliche Öffnung zwängen.

Die Newcomer

Sie überzeugen durch klare Statements in subtiler, unaufgeregter Bildsprache: Der Kanadier Andrew Dadson hat eine Serie Neonröhren blickdicht schwarz gestrichen – und dann eingeschaltet. Das durch die wenigen Kratzer in der Farbschicht dringende kalte Licht verpasst dem Werk eine feine Aura – und der Minimal Art à la Dan Flavin einen humorvollen Seitenhieb. Haroon Mirza geht mit einem eigensinnigen Dreiergespann ins Rennen: der Projektion eines simplen Kreises, dem Videofilm eines durcheinander fliegenden Vogelschwarmes und einem raffiniert erzeugten, monotonen Klang. Gerade von minimalen akustischen und visuellen Veränderungen geht oft die grösste Faszination aus.

Die Polarisierende

Was tun Batman und Robin, wenn sie mal keine Verbrecher jagen? Wenn man der Videoarbeit der in Zürich lebenden Amerikanerin Elodie Pong glauben darf, tauschen die Comic-Helden zärtliche Liebesbeweise auf dem Sofa aus. Schnitt! Ein falscher Elvis und eine ebensolche Minimaus geben sich ein musikalisches Stelldichein. Schnitt! Die nächste Paarung sind Marilyn Monroe und Karl Marx, die sich auf hohem Niveau unterhalten. Elodie Pongs bewusst dilettantisches Videowerk in Zap-Optik ist eine witzige Abrechnung mit diversen Klischees – und ein heisser Anwärter auf das schrägste Werk der Saison.

Die Poeten

Ein Spiegel und eine Handvoll Glühbirnen – manchmal brauchts für grosse Kunst nicht mehr. Der Japaner Yayoi Kusama bringt beides in einem fensterlosen Raum zu einer sich endlos spiegelnden Scheinrealität zusammen, in der jedem Besucher exakt drei Minuten Ewigkeit vergönnt sind. Länger verweilen lässt es sich vor Marijke van Warmerdams zweiteiliger Videoarbeit eines älteren Paares. Auf die beiden Seiten derselben Wand projiziert, lässt sich das Paar entweder aus der Nähe oder durch eine beschlagene, regelmässig saubergewischte Fensterscheibe beobachten. Eine hübsche Allegorie auf Nähe und Distanz – und die Vergänglichkeit.

Das «Zückerli»

Scope, Liste oder Volta – wer es nicht an die Art schafft, der stellt an einer der zahlreichen Parallelschauen aus. Heuer steht der «Art Parcours» auf dem Programm. Dafür wird der Basler Stadtkern rund um den Münsterhügel drei Abende lang mit Kunst infiltriert: Angela Bulloch holt etwa den Nachthimmel ins Münster, Damián Ortegas monumentale Justitia-Skulptur wird im Innenhof des Rathauses aufgestellt, Ryan Gander wird im Hörsaal des Naturhistorischen Museums Vorträge halten. Und nicht einmal der Rhein ist vor den kunstvollen Metastasen sicher: Eine Lichterkette von Felix Gonzalez-Torres wird die Mittlere Rheinbrücke in eine gigantische Lichtinstallation verwandeln, während Cerith Wyn Evans mithilfe eines Flosses und von Feuerwerkskörpern den Rhein in Flammen aufgehen lassen wird.

Die Zahlen

Die Art Basel ist und bleibt die bedeutendste Kunstmesse der Welt. Rekordverdächtige 1100 Galeristen haben sich 2010 um die Aufnahme beworben. Die 300 Auserwählten zeigen Werke von 2500 Künstlern aus 37 Ländern. Die Finanzkrise hat die Sammler schon letztes Jahr nicht davon abgehalten, nach Basel zu fahren. Die erwarteten 60 000 Besucher werden auch heuer nicht ausbleiben. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.06.2010, 12:45 Uhr


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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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