Die nackte Übertreibung
Der erste Blick auf die Bilder von David LaChapelle löst Kitsch-Alarm aus. Sich vorschnell von ihnen abzuwenden sei dennoch nicht empfohlen. LaChapelles Inszenierungen sind Karikaturen auf eine Popwelt, der er selber angehört. Hinter der verführerischen Ästhetik öffnet sich ein Abgrund, der Glanz, das Blitzlichtgewitter persifliert sich selbst.
Die abgebildete Prominenz lässt dies gern über sich ergehen. Die Bilder entstünden immer in ihrem Einverständnis, wie LaChapelle beteuert. Von Paris Hilton über Verleger Benedikt Taschen bis David Bowie liessen sich alle von ihm in Pose setzen.
Surrealistischer Modefotograf
Aber auch gesellschaftliche Themen nimmt der Künstler und Modefotograf auf, der sich selbst als Surrealisten sieht. So wird in «Death by Hamburger» eine Frau von einem übergrossen Hamburger erdrückt, in Xenophobia zeigt er Frauen, deren Hautfarbe von Kopf und Körper sich unterscheidet – auch da immer an der Grenze des schlechten Geschmacks. Ob sie einem Gefallen oder nicht, die Aufmerksamkeit haben LaChapelles Bilder immer auf sicher. (rb)
Erstellt: 06.03.2009, 14:57 Uhr
Kultur
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