Kultur

Kunstmacht China

Von Nina Merli. Aktualisiert am 15.12.2011 1 Kommentar

Die Chinesen drängen auf den Kunstmarkt, und der Kunstmarkt drängt nach China. Laufen Hongkong und Shanghai bald schon London und New York den Rang ab?

1/6 Auf Expansionskurs: Chinesische Künstler boomen, und China wird als Kunstmarkt immer wichtiger. Eine chinesische Sotheby's-Mitarbeiterin vor einem Werk des Künstlers Yue Minjun. (3.10.2007)
Bild: Reuters

   

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Vor knapp einem Monat fand in Florenz im Palazzo Strozzi eine Privatkonferenz über die Zukunft der Kunst und Finanzen statt. Geladen waren rund hundert bedeutende Kunstsammler, Unternehmer, Kuratoren, Kunstprofessoren und Bankiers aus aller Welt. Debattiert wurde unter anderem, ob wichtige Finanzzentren zwingend auch zu Kulturzentren mutieren. So ist es auch kein Zufall, dass die Privatkonferenz ausgerechnet im Palazzo Strozzi stattfand: Denn dort steht zurzeit die Ausstellung «Money and Beauty, Bankers, Botticelli and the Bonfire of the Vanities» auf dem Programm, die genau diese Thematik durchleuchtet.

Der britische Kulturhistoriker Robert Hewison war ebenfalls zur illustren Runde geladen und berichtete in einem Artikel auf Theartnewspaper.com, worüber am meisten gesprochen wurde: über China. Die zunehmende Bedeutung des chinesischen Kunstmarktes scheint Kunsthändler und Investoren stark zu beschäftigen. Denn wo Kunst ist, ist auch Geld, und alle wollen ein Stück vom Kuchen.

Die Zahl der chinesischen Kunstsammler steigt und steigt

Die beiden wichtigsten Auktionshäuser Christie's und Sotheby's haben beide bereits einen Auktionsstandort in der Sonderverwaltungszone Hongkong – im übrigen Teil Chinas dürfen Ausländer (noch) keine Auktionen durchführen. Doch die Auktionshäuser haben sich gewappnet. Wie Steven Murphy, der Direktor von Christie's, gegenüber Handelsblatt.com erklärte, habe Christie's Büros in Bejing und Shanghai, wo sie chinesische Kunden berate und die Transaktionen anschliessend in Hongkong abschliessen würde. Sotheby's macht es auch so.

Dass eine Verlagerung des Kunstgeschäftes äusserst lukrativ ist, beweisen die neuesten Zahlen: Laut Christie's ist die Zahl der chinesischen Käufer im ersten Halbjahr 2011 um 20 Prozent gestiegen, und auch bei Sotheby's steigt die Anzahl Kunden aus China. Und diese sind alles andere als knausrig. Die Zahl chinesischer Kunstsammler, die im Preissegment über 500'000 Dollar bieten, ist bei Sotheby's um über 400 Prozent gestiegen.

Auch die Art Basel hat den Braten gerochen

Und die erfolgreiche Art Basel, die weltweit als wichtigste Kunstmesse gilt, ist seit diesem Jahr Hauptaktionärin der Hongkong Art Fair. Nächstes Jahr wird die HK Art Fair, ihrerseits die wichtigste Kunstmesse im asiatischen Raum, noch unter ihrem bestehenden Namen stattfinden, doch ab 2013 erhält die Art Basel, nach der Art Basel Miami Beach, ihren dritten offiziellen Standort. Und damit man sich nicht ins eigene Fleisch schneidet, findet die asiatische Version im Februar statt wie bisher im Mai statt. Auf diese Weise können Galerien sowie Käufer im Winter in Hongkong wirtschaften und im Sommer in Basel.

Doch nicht nur westliche Investoren drängen nach China, auch in umgekehrter Richtung besteht grosses Interesse. Das chinesische Auktionshaus Beijing Poly International will laut eigenen Angaben eine Zweigstelle in New York eröffnen, und das Auktionshaus China Guardian zieht es nach London. Denn gerade zeitgenössische chinesische Kunst hat in den letzten Jahren einen Boom erlebt. Und wieso sollten ausgerechnet westliche Händler diese Künstler an die Kunstsammler bringen, wenn China die Zügel des Kunstgeschäftes selber in die Hand nehmen kann? (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.12.2011, 13:06 Uhr

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1 Kommentar

Robert Faltermeier

16.12.2011, 01:54 Uhr
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Achtung: Es ist eine gute Ide Kunst auf Materialien und Techniken zu testen. Warum in vielen Fällen in schlampige Materialien und Techniken investieren? Häufig werden bilder und Skulpturen schon während Lebzeiten der Künstler zu Patienten. Antworten




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