Plagiatsvorwurf gegen Jeff Koons

Der US-Künstler Jeff Koons soll für eine Porzellanskulptur bei einer Werbekampagne der französischen Kleidermarke Naf-Naf abgekupfert haben.

Von der Skulptur gibt es vier Exemplare: «Fait d'Hiver» von Jeff Koons.

Von der Skulptur gibt es vier Exemplare: «Fait d'Hiver» von Jeff Koons. Bild: AFP

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US-Künstler Jeff Koons droht in Frankreich Ungemach: Er soll für eine Porzellanskulptur, die ein Schwein neben einer liegenden, halbnackten Frau zeigt, bei einer Werbekampagne der französischen Kleidermarke Naf-Naf abgekupfert haben.

Den Vorwurf erhob der Autor der 30 Jahre alten Werbung, wie am Mittwoch aus informierten Kreisen in Paris verlautete. Ein Gerichtsvollzieher nahm deswegen im Pariser Kunstmuseum Centre Pompidou, wo derzeit eine grosse Koons-Ausstellung läuft, zahlreiche Fotos der Skulptur auf.

In der Naf-Naf-Werbekampagne für die Herbst-Winter-Kollektion 1985 ist eine im Schnee liegende junge Frau zu sehen, offenbar das Opfer einer Lawine. Ihrem Kopf nähert sich ein Schwein, das wie ein Bernhardiner-Hund ein Fässchen um den Hals trägt.

Zwei Pinguine und nackte Brüste

Die in Koons Porzellanskulptur aus dem Jahr 1988 dargestellte Szene sieht ganz ähnlich aus. Anders als in der Werbung sind aber unter einem Netz-Oberteil die nackten Brüste der Frau zu sehen, ausserdem hat Koons zwei Pinguine hinzugefügt.

Der Anwalt des Schöpfers der Naf-Naf-Werbung sagte der Nachrichtenagentur AFP, es werde «juristische Schritte» geben, ohne weitere Details zu nennen. Weder das Centre Pompidou noch Koons selbst antworteten auf AFP-Anfragen.

Koons ist einer der bekanntesten Gegenwartskünstler der Welt. Ende 2013 wurde ein «Balloon Dog» - eine Skulptur, die aussieht wie ein aus verknoteten Luftballons geformter Hund - des heute 59-Jährigen bei einer Auktion für 58,4 Millionen Dollar versteigert, ein Rekordpreis für ein Werk eines zeitgenössischen Künstlers.

Die derzeit im Centre Pompidou ausgestellte Skulptur, die der Naf-Naf-Werbung nachempfunden sein soll, hatte 2007 bei einer Auktion in New York umgerechnet drei Millionen Euro erzielt. Von ihr gibt es vier Exemplare. (kpn/sda)

Erstellt: 17.12.2014, 16:36 Uhr

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