Politiker geben sich über musealen Swingerclub empört
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Der Wiener Gemeinderat wird deshalb am Freitag über eine parlamentarische Anfrage der rechtspopulistischen Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) beraten. Die Finanzierung eines Sexclubs unter dem Deckmantel der Kunst sei eine «perverse Steuergeldvernichtung», kritisierte der BZÖ-Abgeordnete Rainer Widmann.
Die Empörung richtet sich nicht unbedingt gegen die Installation des Original-Interieurs des Swingerclubs «Element6» in der altehrwürdigen Secession; zu reden gibt vor allem die Tatsache, dass das tagsüber leere Etablissement nachts auch betrieben wird.
Pro-Helvetia-Strafaktion angedroht
Auch in der Schweiz äusserten sich am Mittwoch zahlreiche Politiker in den Medien kritisch gegen die Subventionierung dieser Form der Konzeptkunst: Büchels Beitrag sei «geschmacklos und daneben», sagte die Zürcher Nationalrätin Kathy Riklin (CVP) der «Neuen Luzerner Zeitung» (NLZ).
Das Projekt sei ein «Zeichen fortschreitender Verblödung», doppelte der Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli im selben Blatt nach; er gehe davon aus, dass seine Partei eine Subventionskürzung für die Pro Helvetia beantragen werde. «Das Budget von Pro Helvetia gehört radikal gekürzt», forderte auch SVP- Präsident Toni Brunner gegenüber «20 Minuten». Und CVP-Präsident Christophe Darbellay sagte: «Es ist absolut jenseits, dass Pro Helvetia eine derart geschmacklose Kreation mitfinanziert.»
Subventionsgeber war schlecht informiert
Der Direktor der Pro Helvetia, Pius Knüsel, fürchtet sich indes nicht vor einer Wiederholung des Falls Hirschhorn, wie er in mehreren Interviews sagte. Er gab aber zu, dass der Stiftungsrat, der das Dossier Büchel beurteilte, keine Kenntnis davon hatte, dass der tagsüber leere Swingerclub in der Nacht genutzt wird.
Mit Thomas Hirschhorn, der vor vier Jahren im Rahmen einer Kunstaktion ein Porträt des damals amtierenden Bundesrats Christoph Blocher bepinkeln liess, lasse sich Christoph Büchels Vorgehen nicht vergleichen. «Der Swingerclub greift niemanden an, beleidigt niemanden und bricht keine strafrechtliche Norm», sagte Knüsel der NLZ. Nach dem «Fall Hirschhorn» hatte das Parlament die Kulturstiftung Pro Helvetia mit einer Subventionskürzung von einer Million Franken abgestraft. (rb/sda)
Erstellt: 24.02.2010, 16:31 Uhr
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