«Pornographische» Kunst vor dem Richter
Aktualisiert am 26.05.2009 8 Kommentare
Heute um 14 Uhr beginnt vor dem Bezirksgericht Zürich die Verhandlung im Fall Esther Eppstein. Der Grund: Die Galeristin focht eine gegen sie eingegangene Busse wegen Pornographie an.
Während der Euro 08 projizierte Eppstein bei ihrem Kunstraum «Perla Mode» an der Zürcher Langstrasse eine Arbeit des tschechisch-amerikanischen Künstlers Petr Motycka an eine Wand, gut sichtbar von der Langstrasse aus. Auf einigen der in einem holzschnittartigen Comicstil gehaltenen Bildern war ein erigierter Penis zu sehen.
Pornokino und Prostitution
Allerdings: An der Langstrasse gibt es ein Pornokino, die Prostitution blüht. Das Werk Motyckas geht auf dieses Umfeld ein, macht die Widersprüche zwischen dem Milieu und dem Image der sauberen Schweiz zum Thema. Dennoch ging eine Anzeige wegen Pornographie ein.
«Am Abend des letzten Ausstellungstags, einer Finissage im Freundeskreis, erschien eine zivile Polizeieinheit der Abteilung Sexualdelikte und Milieu und forderte mich auf, die Projektion abzustellen, da eine Anzeige wegen Pornografie gegen mich eingegangen sei. Da ich mich im Umgang mit der Polizei kooperativ zeigte, sah der Einsatzleiter davon ab, den Computer, auf dessen Harddisk das Werk geladen war, sofort zu beschlagnahmen», schreibt Eppstein in einer Mitteilung.
Eppstein will die Busse nicht akzeptieren, sie beruft sich auf die Freiheit der Kunst. Ihre Chancen dürften nicht schlecht stehen.
Nachtrag 15 Uhr: Die Verhandlung ist vorbei, das Urteil allerdings noch nicht bekannt. Es wird der Einsprache erhebenden Partei schriftlich mitgeteilt. (rb)
Erstellt: 26.05.2009, 15:55 Uhr
WRITE A COMMENT
8 Kommentare
Zum Glück gibts die Stadtpolizei! Unser Freund und Helfer...!! Sonst würde an der Langstrasse ja plötzlich noch Sex einzug halten, ein Pornokino entstehen, Freier durch die Langstrasse ziehen und die Drogen wären dann auch auch nicht mehr weit. Aber dank Esther Maurer und ihren Supercops mit Auge für die wahren Misstände dieser Welt, ist dies ja glücklicherweise nicht der Fall... Antworten
Es ist absurd an der Langstrasse Porno bekämpfen zu wollen. Ausserdem sagt das Gesetz klar: Kunst und Wissenschaft sind vom Pornoverbot ausgenommen. Leider ist dass der Stadtpolizei Zürich egal, die ja schon ein Verbot des Pasoliniklassikers Salo durchzusetzten versuchte. Dahinter steckt unse Sozi-Oberlehrerin Esther Maurer und ihre Verklemmtheit. Antworten
Kultur
- 16:13Carla Bruni-Sarkozy als Arbeiterskulptur
- 15:29«Ihre grosse Tragik war, dass sie ihre eigenen Lieder nicht mehr singen konnte»
- 14:30Eine Ode an die Postkarte
- 12:49Schweizer Shootingstar sorgt in Berlin für Aufsehen
- 12:04Höchste Theater-Auszeichnung für Daniele Finzi Pasca
- 09:13TV-Kritik: Als ob Woody Allen in Bremen eine Flatulenz produziert hätte





Ronnie König
So ein Blödsinn! Paul schmid trifft wahrscheinlich den Nagel auf den Kopf! Und ich glaub, dass in Zürich bei den Behörden genug andere wichtige Arbeit zu erledigen wäre. Antworten