Kultur

«Pornographische» Kunst vor dem Richter

Eine Zürcher Galeristin projizierte während der Euro 08 angeblich anzügliche Bilder an eine Wand an der Langstrasse. Einer Busse wegen Pornographie widersetzte sie sich. Heute steht sie vor Gericht.

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Die umstrittene Projektion des Kunstraums «Perla Mode» an der Zürcher Langstrasse während der Fussball-Europameisterschaft.
Bild: pd

   

Heute um 14 Uhr beginnt vor dem Bezirksgericht Zürich die Verhandlung im Fall Esther Eppstein. Der Grund: Die Galeristin focht eine gegen sie eingegangene Busse wegen Pornographie an.

Während der Euro 08 projizierte Eppstein bei ihrem Kunstraum «Perla Mode» an der Zürcher Langstrasse eine Arbeit des tschechisch-amerikanischen Künstlers Petr Motycka an eine Wand, gut sichtbar von der Langstrasse aus. Auf einigen der in einem holzschnittartigen Comicstil gehaltenen Bildern war ein erigierter Penis zu sehen.

Pornokino und Prostitution

Allerdings: An der Langstrasse gibt es ein Pornokino, die Prostitution blüht. Das Werk Motyckas geht auf dieses Umfeld ein, macht die Widersprüche zwischen dem Milieu und dem Image der sauberen Schweiz zum Thema. Dennoch ging eine Anzeige wegen Pornographie ein.

«Am Abend des letzten Ausstellungstags, einer Finissage im Freundeskreis, erschien eine zivile Polizeieinheit der Abteilung Sexualdelikte und Milieu und forderte mich auf, die Projektion abzustellen, da eine Anzeige wegen Pornografie gegen mich eingegangen sei. Da ich mich im Umgang mit der Polizei kooperativ zeigte, sah der Einsatzleiter davon ab, den Computer, auf dessen Harddisk das Werk geladen war, sofort zu beschlagnahmen», schreibt Eppstein in einer Mitteilung.

Eppstein will die Busse nicht akzeptieren, sie beruft sich auf die Freiheit der Kunst. Ihre Chancen dürften nicht schlecht stehen.

Nachtrag 15 Uhr: Die Verhandlung ist vorbei, das Urteil allerdings noch nicht bekannt. Es wird der Einsprache erhebenden Partei schriftlich mitgeteilt. (rb)

Erstellt: 26.05.2009, 15:55 Uhr

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8 Kommentare

Ronnie König

27.05.2009, 13:10 Uhr
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So ein Blödsinn! Paul schmid trifft wahrscheinlich den Nagel auf den Kopf! Und ich glaub, dass in Zürich bei den Behörden genug andere wichtige Arbeit zu erledigen wäre. Antworten


michi wagner

27.05.2009, 12:12 Uhr
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Zum Glück gibts die Stadtpolizei! Unser Freund und Helfer...!! Sonst würde an der Langstrasse ja plötzlich noch Sex einzug halten, ein Pornokino entstehen, Freier durch die Langstrasse ziehen und die Drogen wären dann auch auch nicht mehr weit. Aber dank Esther Maurer und ihren Supercops mit Auge für die wahren Misstände dieser Welt, ist dies ja glücklicherweise nicht der Fall... Antworten


David Steiner

27.05.2009, 08:50 Uhr
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Peinlich und kleinkrämerisch! Zürich, das sich so gerne als weltoffene Stadt und kulturelles Zentrum der Schweiz wähnt. Aber bitte nur Kunst, die nicht provoziert... Sonst wird angezeigt und Fördergelder gestrichen. Antworten


Max Kudelka

26.05.2009, 18:32 Uhr
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Das glaubt doch der liebe Gott selber nicht, wer um Himmels Willen kommt denn nur auf die Idee dass das Porno ist. So einen Schmarren, das ist einfach nur hirnlos verklemmt! Antworten


Kurt Aegeri

26.05.2009, 18:11 Uhr
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Leider ist heute Kunst sehr schnell mal pornographisch. Aber schön, dass wir es dann mit dem Begriff "Kunst" bemänteln dürfen. Ach ja, die gute alte Freiheit, die künstlerische, wird auch immer wieder gerne bemüht. Antworten


Gero Rubli

26.05.2009, 14:30 Uhr
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Die Dummheit regiert einmal mehr, dabei ist doch offensichtlich, dass Pornografie etwas anderes ist. Irgendwie auch typisch, dass ein gezeichneter erigierter Penis die öffentliche Moral stört, Abbildungen von nackten Frauen aber nicht. Antworten


Beni Giger

26.05.2009, 13:43 Uhr
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Wenn man künstlerisch talentfrei ist, dann provoziert man halt um bekannt zu werden. Antworten


paul schmid

26.05.2009, 13:41 Uhr
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Es ist absurd an der Langstrasse Porno bekämpfen zu wollen. Ausserdem sagt das Gesetz klar: Kunst und Wissenschaft sind vom Pornoverbot ausgenommen. Leider ist dass der Stadtpolizei Zürich egal, die ja schon ein Verbot des Pasoliniklassikers Salo durchzusetzten versuchte. Dahinter steckt unse Sozi-Oberlehrerin Esther Maurer und ihre Verklemmtheit. Antworten



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