Protest gegen Notdurft verrichtende Polizistin

Die lebensgrosse Skulptur einer Polizistin mit heruntergelassener Hose sorgt in Dresden für Wirbel. Das Werk stammt von einem Kunststudenten.

Mit einem Preis ausgezeichnet: Die Skulptur des Kunststudenten Marcel Walldorf.

Mit einem Preis ausgezeichnet: Die Skulptur des Kunststudenten Marcel Walldorf. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Skulptur von Marcel Walldorf ist Teil einer kleinen Ausstellung der Dresdner Kunsthochschule und zeigt eine Beamtin in voller Schutzausrüstung, die hockend ihre Notdurft verrichtet. Die Gewerkschaft der Polizei in Sachsen zeigte sich empört. Landesvorsitzender Hagen Husgen sagte am Freitag der Nachrichtenagentur dapd, es gebe die Freiheit der Kunst, in dem Fall sei aber eine Grenze überschritten worden.

Verletzlichkeit des Menschen

Innenminister Markus Ulbig (CDU) hatte zuvor bereits von einer Schande und einem sogenannten Kunstwerk gesprochen. «Es ist eine Beleidigung der Polizistinnen und aus meiner Sicht eine Verletzung der Menschenwürde.» Er sei schockiert, dass es Gremien gebe, die solchen sogenannten Künstlern Preise verleihen würden. Er reagierte damit auf einen Bericht der «Bild»-Zeitung, die von einem Kunst-Skandal gesprochen hatte.

Walldorf erhielt für seine «Petra» genannte Figur vor kurzem einen mit 1 000 Euro dotierten dritten Kunstpreis der Leinemann-Stiftung, der in diesem Jahr in Dresden vergeben wurde. Eine Sprecherin der Hochschule sagte, der Künstler selbst verstehe die Aufregung um sein Werk nicht. Er habe die Verletzlichkeit eines Menschen darstellen wollen, der seines Schutzraumes beraubt sei. Es gehe um eine künstlerische Auseinandersetzung mit Raum, auch öffentlichem Raum.

(rb/dapd)

Erstellt: 07.01.2011, 15:17 Uhr

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Blogs

Mamablog Was man Schwangere nie fragen sollte

Von Kopf bis Fuss Wollen Frauen wirklich eine Lustpille?

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Nationalstolz: Eine Büste des Real-Madrid-Spielers Cristiano Ronaldo schmückt den Flughafen in Funchal auf der Insel Madeira, Portugal. Es gibt aber auch Stimmen, die das Kunstwerk recht missraten finden. Nach dem Gewinn der Europameisterschaften 2016 wird der Flughafen neu nach dem Weltfussballer benannt (29. März 2017).
(Bild: Rafaele Marchante) Mehr...