Kultur

Spomenik – Das Ende der Geschichte

Von Sybil Tschopp. Aktualisiert am 10.06.2011

Titos irre Denkmäler: Der Fotograf Jan Kempenaers erschliesst uns mit seinem Bildband die wundersame Welt der Spomeniks, Monumente der 60er- und 70er-Jahre, die in ihrer entrückten Symbolik eher an UFOs als an Kriegsdenkmäler erinnern.

1/22 Podgaric, 2006

   

Das Buch «Spomenik» von Jan Kempenaers ist bei ROMA Publications erhältlich.

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Vor 20 Jahren gab es noch Tausende – inzwischen stehen nur noch die grössten, unzerstörbarsten: Spomeniks, Monumente für den Zweiten Weltkrieg, unter Tito entstanden und über ganz Ex-Jugoslawien verteilt. Keiner will mehr daran erinnert werden, selbst wenn sie noch in den 80ern ganze Besucherscharen anzuziehen vermochten.

Der Belgier Jan Kampenaers reiste durch den Balkan und fotografierte die restlichen Exemplare, die einer geballten Abrissaktion in den frühen 90ern standhalten konnten. Sein Bildband lässt diese Kriegsdenkmäler, die bar des sonst für Osteuropa so typischen Personenkults und Militärpathos sind, wie Zeichen einer anderen Zivilisation erscheinen: Vergessen und unverstanden, mit einer Symbolik, die längst nicht mehr lesbar ist.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.06.2011, 14:53 Uhr


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