Swingerclub-Installation von Schweizer Künstler entrüstet Wiener
Sorgt international immer wieder für Aufsehen: Christoph Büchel. (Bild: Keystone)
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Tagsüber werden jene Besucher, die sich für das Beethovenfries interessieren, durch die leeren Räumlichkeiten geschickt (Jugendliche ausgenommen), in der Nacht läuft im «Element6» Normalbetrieb, wie Secessions-Pressesprecherin Urte Schmitt-Ulms der APA am Montag bei einem Lokalaugenschein erklärte.
Der Künstler ist bekannt dafür, dass er in seinen Rauminstallationen und Projekten reale Gesellschaftszustände inszeniert und soziale Situationen in den Kunstraum transportiert. So installierte er etwa vor einigen Jahren in Kassel ein Solarium, einen Billig-Supermarkt und ein Wettbüro im Fridericianum.
Kalkulierte Provokation
Die Einnahmen aus den Eintrittspreisen kommen dem «Verein der kontaktfreudigen Nachtschwärmer» zu, der für die Dauer der Ausstellung von der Kaiserstrasse in die Secession gezogen ist.
Die ausgelöste öffentliche Diskussion ist intendiert: So spielt Büchel auf jenen Aufruhr an, den Gustav Klimt einst mit seinem Beethovenfries ausgelöst hat. Dieses sei heute kein Skandal mehr, so die Pressesprecherin der Secession, die Installierung eines Swingerclubs in den Räumlichkeiten der Secession hingegen sei der damaligen Situation ähnlich. Bis zur Eröffnung galt absolute Geheimhaltung über Büchels Pläne, niemand durfte über das Projekt etwas erfahren. Büchel wollte die Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen stellen – und entsprechende Reaktionen auslösen. Sein Ziel hat er erreicht. (rb/sda)
Erstellt: 22.02.2010, 14:41 Uhr
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