Kultur

Unzerstörbar: Das Happy Meal von McDonald's

Die Künstlerin Sally Davies wollte den Verfall von McDonald’s Speisen fotografieren. Doch was sich Tag für Tag zeigte, war ein erschreckend ähnliches Bild.

1/5 Tag 1: Noch frisch, das Happy Meal von McDonald's. T
Bild: Sally Davies

   

Tag für Tag gehen Hunderte, wenn nicht Tausende Kindermenüs der grössten Fast-Food-Kette Amerikas über den Tisch. Doch was passiert, wenn man das Happy Meal einfach auf dem Teller liegen lässt? Dass sich die Essware zersetzt, ist so klar, wie dass ein Burger aus Fleisch ist – das dachte zumindest die 54-jährige Künstlerin Sally Davies, als sie mit ihrem Kunstprojekt begann.

Die böse Überraschung

«The Happy Meal Project» sollte den Verfall des Kindermenüs während sechs Monaten fotografisch festhalten. Doch als am zweiten Tag die Hunde von Davies das Interesse an dem Essen verloren hatten und dieses nicht mehr roch, war klar: Etwas war daran faul. Nur konnte man es nicht sehen, denn Burger und Pommes frites waren seit dem Kauf unverändert.

Über sechs Monate fotografiert Sally Davies jeden Tag das Happy Meal. Das Fazit: «Die einzige Veränderung, die ich feststellen konnte, war, dass es hart wie Stein geworden ist», berichtet sie der «Daily Mail». Hinzu kommt, dass die Essware mit einem Acrylfilm überzogen war. Davies nimmt den Anblick gelassen: «Wenn ich eine Fleischesserin wäre, würde es mir schon etwas anders werden», so die Künstlerin, die überzeugte Veganerin ist. Und was sagt die Fast-Food-Kette zum unzerstörbaren Menü? «Das ist nichts als eine absonderliche Behauptung und absolut falsch», sagt McDonald’s Sprecherin Danya Proud.

Steine für den Magen

Dass McDonald’s ungesundes Essen produziert, wurde im US-Dokumentarfilm «Supersize Me» (2004) schon eindrücklich gezeigt. Morgan Spurlock, der Regisseur des Films, ernährte sich dreissig Tage lang nur von Produkten der amerikanischen Imbiss-Kette und brachte am Ende des Selbstversuchs 12 Kilo mehr auf die Waage, was ebenfalls einen massiven Cholesterinanstieg zur Folge hatte.

Sally Davis Kunstprojekt zeigt nun, dass Fast Food nicht nur für den Konsumenten schlecht ist, sondern auch der Umwelt nicht guttut, sind doch die McDonald’s Produkte, wie ihr Projekt zeigt, nicht wirklich biologisch abbaubar.

Übrigens: Nebst den körperlichen Beschwerden hatte der Filmemacher Spurlock auch noch andere Probleme. Er schaffte es fast nicht, dreimal am Tag das Essen der Fast-Food-Kette runterzubringen. Jetzt wissen wir auch warum. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.10.2010, 13:48 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

19 Kommentare

Heiny W. Dürr

17.10.2010, 12:03 Uhr
Melden

Ja und wenn der "Künstlerin" der Hamburger nach 6 Monaten verschimmelt und verrotted wäre, hätten bestimmt eine ganze Menge Leute aufgeschrien, dass verrottetes Fleisch und verschimmeltes Brot sehr gefährlich seien, so wegen den Bakterien u.s.w. Antworten


Herbert Willi

17.10.2010, 11:25 Uhr
Melden

Was soll das Experiment aussagen? Dass Essen an der normalen Luft austrocknet? Das Experiment sollte man mal mit einem 5-Sterne-Schweizer-super-Qualitäts-Gourmet-Menu wiederholen. Ich glaube nicht, dass das Ergebnis ein anderes sein wird. Man kann zu McDonalds stehen wie mal will, allerdings sollte man schon wenigstens Vergleiche anstellen um halbwegs objektiv zu bleiben. Antworten


Marcel Zürcher

15.10.2010, 22:34 Uhr
Melden

@Renate Traber,,richtig,,,aber noch mehr kugel ich mich aus, wenn ich die hilflosen Versuche der Fastfoodvereidiger hier im Forum lese. Aber es passt zu den Zeitgenossen, welche auch die ach so hippen Stehlunches in den Banken cool finden oder diefalafelfressenden Pendler in den S-Bahnen und den nudelschlürfenden Trampassagieren. Es wird einfach gegessen weil der Wurm das fordert, was, ist egal Antworten


Aschy Furrer

15.10.2010, 20:44 Uhr
Melden

Wären der Schwamm und die Fritten unverdaulich, so hätten sie auch keine Kalorien. Antworten


Rene Gubler

15.10.2010, 20:31 Uhr
Melden

Das funktioniert einfach nicht mehr. Alle wissen es so oder so besser. Today it's a choice. Antworten


Michael Trümmer

15.10.2010, 19:57 Uhr
Melden

Dieses Experiment wurde schon vor 5 Jahren erstmals von einer anderen Person im Internet gezeigt, dann gab's noch zwei-drei weitere Nachahmer und nun versucht Madame ihren Namen populär zu machen indem sie dieses Experiment wieder aufgreift und als "Kunst" verkauft. So interessant wie Witze, die über E-Mail an Mitarbeiter weitergeleitet werden und zwei Jahre später bei einem selbst auftauchen. Antworten


Armin Müller

15.10.2010, 19:33 Uhr
Melden

Meine Güte, haben diese Leute noch nie im Keller unterm Regal eine vertrocknete Maus gefunden? Von Fast-Food kann man halten was man will, aber es besteht immer noch aus Pflanzen und Tier(teilen). Also alles Natur.... auch wenn es in modernen sterilen Wohnungen nicht recht stinken will Antworten


Salvador Fontanilles

15.10.2010, 17:20 Uhr
Melden

Soll doch jeder selber wissen, was er isst. Und wenn er das falsche ist, dann ist es nicht der Fehler des Anbieters, sondern der des Konsumenten. Was soll also der ganze Quatsch um die Qualität der Produkte von Mc Donalds? Antworten


Urs Brunner

15.10.2010, 17:15 Uhr
Melden

Der Versuch ist ja ganz interessant, Unsinn ist aber die Schlussfolgerung, dass das Zeug "nicht biologisch abbaubar" sei. Vielmehr zeigt der Versuch, wie steril das Essen ist. Denn wo keine Lebewesen sind, wird auch nichts abgebaut, das passiert ja nicht von selbst. Ob das so gut ist, ist die Frage die man stellen könnte. Antworten


Rolf Wilhelm

15.10.2010, 17:10 Uhr
Melden

Den Versuch hat Michael Moore im Abspann der DVD von Supersize Me schon gemacht, allerdings unter Käseglocken im Vergleich mit ähnlichen Produkten aus dem Restaurant und anderen Quellen. Während die anderen Produkte relativ schnell verrottet/verschimmelt waren, sah die McDonald's Käseglocke auch nach Monaten noch wie am ersten Tag aus. Dort dürfte dann Raumfeuchtigkeit etc. keine Rolle spielen... Antworten


Markus Gruber

15.10.2010, 16:26 Uhr
Melden

Herr Manduria hat vollkommen Recht, die heutigen Tomaten eignen sich nur noch für die Dr. Best Werbung!! Antworten


Dieter Wundrig

15.10.2010, 16:23 Uhr
Melden

Ob nun Kunst oder keine Kunst. Wenn sogar Hunde am zweiten Tag das Interesse an diesem seltsamen "Fleischhaufen" und dem Schlabberbrot verlieren, dann darf man schon skeptisch gegenüber diesem Wampenfüller sein@Stefan Heimers-Weshalb muss man wegen Salat und Mineral eigentlich zu McDonalds gehen? Antworten


Ray Ban

15.10.2010, 16:16 Uhr
Melden

Was hat dieser Versuch mit Kunst zu tun? Antworten


Simon Schmid

15.10.2010, 16:16 Uhr
Melden

Blödes Projekt. Sagt gar nichts aus. Genauso wenig wie Supersize Me. 1. Ist ja logisch, dass man nicht jeden Tag 3x zu McDonald's geht. So ein Schwachsinn. 2. Wenn ich jeden Tag bei meinem extrem gut kochenden Grosi essen würde, wär ich auch im Nu einige Kilo schwerer. Pfff... Antworten


Piero Manduria

15.10.2010, 16:13 Uhr
Melden

Dann kaufen Sie mal Tomaten in der Migros und lassen Sie sie liegen: Nach 3 Monaten glatt und glänzend wie am ersten Tag - letztes Jahr bei vergessenen Tomaten beobachet! Mc Donald's hat vielleicht mit Industriefood angefangen, doch heute ist Mc Donald's überall. Auch in der Migros. Antworten


Werner Mäder

15.10.2010, 16:08 Uhr
Melden

Wer selbst schon mal versucht hat, während zwölf Wochen täglich über 10'000 Kalorien zu essen wird feststellen, dass er oder sie schnell an Gewicht zulegt, ganz gleich ob im Luxusrestaurant oder am Früchtestand. Unserem Körper ist es egal, woher die Kalorien kommen. Wer mehr isst als er verbraucht, legt an Gewicht zu. Und dass Essen von McDo nicht biologisch abbaubar sein soll, ist einfach absurd. Antworten


Gerhard Keller

15.10.2010, 16:03 Uhr
Melden

Acryl ist eine Sammelbezeichnung von chemischen Substanzen und aus diesen soll die Oberfläche eine Film gebildet haben.Wenn das nur kein McDonalds-Anwalt liest. Etwa gleich abstrus wie die Folgerung, das Happy Meal hätte auf dem Teller zerbröseln, kompostieren und sonstwas machen müssen.Die Raumluft der Künstlerin war trocken ansonsten sich Schimmel gebildet auf der HappyMealMumie. Kunst? Antworten


Stefan Heimers

15.10.2010, 15:31 Uhr
Melden

Die Esswaren der Künstlerin sind nicht zerfallen weil sie vorher ausgetrocknet sind, das wäre mit jedem Brot vom Bäcker genau so passiert. Auf dem Komposthaufen im Garten wäre alles wunderbar verrottet. Und wenn Morgan Spurlock im Luxusrestaurant drei mal am Tag Schnipo bestellt nimmt er genau so zu, aber nicht wenn er im McDonalds nur Salat und Mineral konsumiert. Antworten


Renate Traber

15.10.2010, 15:17 Uhr
Melden

Kunstprojekt, da kugelt man sich ja den Kiefer aus vor lauter lachen. Antworten



Kultur

Populär auf Facebook Privatsphäre

Bestenlisten

Kino
Kinoeintritte Schweiz

09. Februar 2012- 15. Februar 2012

1.1Intouchables57'952
2.16The Vow19'310
3.30Hugo14'803
4.2The Descendants9'728
5.3The Girl With The Dragon Tattoo7'890
Mehr
Musik
Schweizer Hitparade

19.Dezember 2011 - 25.Dezember 2011

1.221, Adele
2.1Lioness; Hidden Treasures, Amy Winehouse
3.6Christmas, Michael Bublé
4.3Imaginaerum, Nightwish
5.5Made In Germany 1995-2011, Rammstein
Mehr
Bücher
Bestseller

20.Februar 2012 - 26.Februar 2012

1.3Das Alphabethaus, Jussi Adler-Olsen
2.1Montagsmenschen, Milena Moser
3.2Ewig Dein, Daniel Glattauer
4.4Aleph, Paulo Coelho
5.5Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, Jonas Jonasson
Mehr