Kultur

Weltpremiere im Kunsthaus

Aktualisiert am 20.10.2011 1 Kommentar

Heute eröffnet das Zürcher Kunsthaus «The Nahmad Collection» und zeigt erstmals Meisterwerke aus dieser berühmten Privatsammlung.

1/11 Pablo Picasso «Femme couchée à la mèche blonde», 1932 Öl auf Leinwand, 130 x 162 cm
The Nahmad Collection
© 2011 ProLitteris, Zürich

   

Kunstkenner: David Nahmad, Kopf des Nahmad-Kunstimperiums.

Die Familie Nahmad

Die drei aus dem Libanon stammenden Brüder Joseph (79), David (64) und Ezra (66) mit Sitz im Steuerparadies Monaco betreiben seit rund 50 Jahren Kunsthandel. Man schätzt ihre Kunstsammlung auf etwa 5000 Werke mit einem Wert von drei bis vier Milliarden Franken.
Zwei der Nahmad-Söhne, Davids Sohn Helly und Ezras Sohn, der ebenfalls Helly heisst, leiten je eine Helly Nahmad Gallery: Ersterer in New York und Letzterer in London.

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Das Kunsthaus Zürich zeigt bis zum 15. Januar 2012 eine Auswahl der berühmten «Nahmad Collection»: rund 100 Gemälde und Plastiken der Jahre 1870 bis 1970 von Künstlern wie Miró, Matisse, Monet oder Picasso. Mit Leihgaben war die Familie Nahmad schon des Öfteren im Kunsthaus Zürich präsent, zuletzt steuerte sie Werke zur letztjährigen Picasso-Ausstellung bei.

Nun hat das Museum das Privileg, «als Weltpremiere» eine Auswahl der umfassenden Sammlung zu zeigen. Christoph Becker, Direktor des Kunsthauses Zürich und Kurator der Ausstellung, hat zusammen mit Helly Nahmad eine überraschende Auswahl getroffen. Hochkarätige Werke von Mark Rothko, Alberto Giacometti oder Salvador Dalí bleiben im Depot.

Die Selektion setzt andere Schwerpunkte. Sie folgt dem kunstgeschichtlichen Kanon und trägt doch sehr individuelle Züge: Vom späten Impressionismus mit Renoir und Degas am Ende des 19. Jahrhunderts wird ein Bogen gespannt über den Kubismus und die Abstraktion bis zum Surrealismus.

Leidenschaftliche Händler und Sammler

«Warum die Nahmad Collection?», fragt Christoph Becker im neuesten Kunsthaus-Magazin. Er stellt nicht den zu erwartenden Publikumserfolg in den Mittelpunkt, sondern «die ausserordentliche Qualität» der Werke. «Es brauchte zweifellos Ausdauer und die nötigen finanziellen Mittel, um das eine oder andere Werk zu erhalten», schreibt Becker. An beidem fehlt es den Nahmads nicht. So sind sie von wichtigen Auktionen nicht wegzudenken – sowohl als Käufer als auch als Verkäufer.

Als vor vier Jahren im New Yorker Auktionshaus Christie's ein Picasso-Porträt von seiner Frau Jacqueline aus dem Jahr 1955 für rund 20 Millionen Dollar unter den Hammer kam, waren fünf Mitglieder des Nahmad-Clans anwesend. Sie konnten sich äusserst glücklich schätzen, denn sie hatten das Bild zwölf Jahre zuvor bei Sotheby's für 2,6 Millionen Dollar gekauft.

Im Kunstmarkt sind die Nahmads als knallharte Kunsthändler bekannt, die sich auch nicht scheuen, an Auktionen mit Geboten den Preis von Künstlern, die in ihrer Sammlung vertreten sind, in die Höhe zu treiben. Zu Nahmads Hauptkünstlern gehört Pablo Picasso, von dem nur die Künstlerfamilie selber mehr Bilder besitzt als sie. (nme/sda)

Erstellt: 20.10.2011, 15:12 Uhr

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1 Kommentar

Thomas Läubli

21.10.2011, 00:17 Uhr
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Der Kunsthandel ist ein Thema für sich, und zwar ein trauriges... Antworten




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