Kultur

Wie das T-Shirt die Welt eroberte

Aktualisiert am 25.11.2009

Ein T-Shirt ist ein T-Shirt - aber nicht nur. Wie viel mehr im universalen Kleidungsstück steckt, geht eine Ausstellung im Bielefelder Kunstverein nach.

1/7 Ross Sinclair, «T-Shirt Paintings», 1993.
Bielefelder Kunstverein

   

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"Mehr als ein T-Shirt", Bielefelder Kunstverein, bis 24. Januar 2010.

Alle tragen es, Männer, Frauen, Hip-Hopper, Punks, Emos, Bünzlis, Revoluzzer. Das T-Shirt hat geschafft, was sonst nur Jeans und Coca Cola gelungen ist – es ist globaler Mainstream geworden. Manchem Globalisierungsgegner würde sich jedoch vielleicht der Magen umdrehen, wenn er sich bewusst wäre, wo dieser Evergreen im globalen Kleiderschrank eigentlich erfunden wurde: beim amerikanischen Militär.

Natürlich hat sich das T-Shirt von diesen Anfängen als Schweisshemd im Dienste einer militärischen Macht längst emanzipiert. Prominente Träger wie Marlon Brando und James Dean adelten es in seiner blütenweissen Variante mit dem Geist jugendlicher Rebellion. Und die Rockmusiker entdeckten es schliesslich als Träger einer Botschaft und damit als Merchandising-Artikel.

Obschon es heute alle tragen und es zum Symbol sowohl von Meinungsfreiheit, kapitalistischer Verführung und Massenproduktion geworden ist, dient es ironischerweise gerade dem Zweck, Individualität zu beweisen – eine Funktion, die sich viele Künstler zum Thema gemacht haben. Einige Resultate zeigt eine Ausstellung mit dem Titel «Mehr als ein T-Shirt», die momentan im Bielefelder Kunstverein gezeigt wird und die vielfältigen Implikationen des Kleidungsstücks herausarbeitet. Etwa die Serie Jan Rothuizens, der in Indonesien Menschen und ihre T-Shirts porträtierte und den Schwerpunkt auf das Stoffstück als globale Wandzeitung legt. Zu sehen ist auch Jenny Holzers anti-kapitalistischer Slogan «Protect me from What I Want», gedruckt auf die Massenware T-Shirt, bis zu den mit Tinte bemalten T-Shirts, die Tracy Enim und Sarah Lucas 1993 in einem kleinen Shop in London verkauften.

Erstellt: 25.11.2009, 13:24 Uhr


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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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