Bizarre Hommage an Mani Matter
Von Oliver Meier. Aktualisiert am 10.11.2011 2 Kommentare
«Zeitlos skurriler Humor»: Mundartbarde Matter. (Bild: Keystone )
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Durchstarten oder Bruchlanden – das ist hier die Frage. Unter anderem. Denn Volkmar Staub und Diebold Maurer haben Grosses vor: Erstmals kommen die beiden Süddeutschen mit ihrem Mani-Matter-Hommage «Alpeflug» in die Schweiz – um Matters Heimatstadt Bern zu erobern. Von einem «todesmutigen Wagnis» in der «Höhle des Löwen» ist in der Ankündigung der Kleinkunstbühne La Cappella gar die Rede (Auftritt heute, 20 Uhr). «Hört sich gut an!», ruft Volkmar Staub ins Telefon. Aber nein – nervös seien sie nicht. «Wir freuen uns darauf. Ist ja schon eine interessante Geschichte.»
Anruf bei Joy Matter
Staub und Maurer sind politische Kabarettisten alter Schule. Seit vielen Jahren stehen sie auf der Bühne, zwischendurch auch mal gemeinsam – so wie in der ominösen Matter-Hommage, die sie in den Achtzigerjahren aus der Taufe gehoben haben. «Ein Studienkollege schwärmte vor über 30 Jahren für Mani Matter. Ich hab mir dann alle Platten gekauft, seither bin ich Matter-Fan», erzählt Staub. Er schätze vor allem Matters «zeitlos skurrilen Humor», so der 59-Jährige. «Als Diebold und ich mit dem Programm begannen, hatten wir noch keine Ahnung, wie das mit Aufführungsrechten läuft. Wir riefen dann seine Witwe Joy Matter an. Sie sagte uns: Falls Sie mal schaurig viel Geld damit verdienen, schieben Sie einfach ein paar Fränkli rüber.»
So richtig reich sind Staub und Maurer mit ihrer «kleinen, aber feinen Nebenproduktion» allerdings nie geworden. Mehr als fünf bis zehn Auftritte pro Jahr liegen nicht drin. Und auch geografisch gibt es Grenzen: «Man kann das Programm vom Bodensee bis Freiburg spielen, weiter oben funktioniert es nicht», so Staub.
«Moudi» oder «Katzerolli»?
Für «Alpeflug» haben die Kabarettisten ausgewählte Matter-Lieder so weit wie möglich in «südbadisches Alemannisch» übersetzt. «Hemmige» etwa , «Dr Ferdinand isch gstorbe» – und natürlich: «Dr Alpeflug», das zu Staubs Lieblingsliedern gehört. «Manche Worte lassen wir aber auch Berndeutsch stehen. ‹Moudi› zum Beispiel – das wär bei uns im Badischen ein ‹Katzerolli›. Aber das funktioniert irgendwie hinten und vorne nicht.»
Die beiden begnügen sich nicht damit, die Lieder nachzusingen. «Zu unseren Spezialitäten gehört das gegenseitige Gefrotzel», sagt Staub. Und: «Wir interpretieren manche Lieder fast theatralisch. ‹Ds Nünitram› zum Beispiel: Das singe ich gar nicht, ich spiel die Geschichte durch – als Wahnsinniger inmitten des Publikums.»
(Berner Zeitung)
Erstellt: 10.11.2011, 08:25 Uhr
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2 Kommentare
Diesen Klamauk-Ollis oder "Katzerollis", wie sie sagen, sollte verboten werden, die Poesie von Mani Matter zu verhunzen; schon die Physiognomie passt im Vergleich zum Bild des melancholisch-besinnlichen Berners überhaupt nicht zu einer angemessenen Rezeption. Aus den Augen, aus dem Sinn! Antworten
Ich bin aus Deutschland und ein totaler "Fan" von Mani Matter. Was diese beiden Typen aus Mani Matters Meisterwerken gemacht haben, ist ein Skandal, ich hoffe, es gibt "Tumult im Saal" und das Publikum zeigt diesen beiden Möchtegerns, was es davon hält, vielleicht so wie bei "Si hei dr Wilhälm Täll ufgfüert"! Was die "produzieren" ist nicht nur ein Sakrileg sondern akustische Umweltverschmutzung! Antworten
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