Britney Spears und Metallica als Folterinstrument: Nun wehren sich die Musiker
Von Michèle Binswanger. Aktualisiert am 11.12.2008 6 Kommentare
Metallica: Mit ihrer Musik wird besonders gern gefoltert.
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Kann Popmusik Folter sein? Ja, findet Reprieve. Die Organisation vertritt unter anderem Insassen des amerikanischen Gefangenenlagers Guantánamo Bay und schlägt nun Alarm: Dort werde Musik von Metallica, AC/DC, Britney Spears und sogar die Titelmusik der Sesamstrasse zu Folterzwecken missbraucht. Tagelang würde sie in den Zellen abgespielt, mit dem Ziel, die Insassen mit einer geballten Ladung amerikanischer Popkultur zu traumatisieren und zu destabilisieren.
Stille gegen Folter
Pünktlich zum Jubiläumsjahr der Menschenrechte hat Reprieve deshalb die Initiative «Zero dB» gestartet, die gegen solchen Missbrauch ein Zeichen setzen will. Der Name steht für Null Dezibel, also absolute Stille. Reprieves Pressesprecher Alex Grace erläuterte: «Langfristig hoffen wir, damit Druck auf die Vereinten Nationen und die britische Regierung auszuüben, damit die sich an die Abkommen gegen den Gebrauch von Folter halten. Aber wir möchten mit der Kampagne auch die Aufmerksamkeit von High-Profile-Musikern wecken, die sich gegen diese schreckliche Form psychologischer Folter aussprechen sollen.»
Tatsächlich dürfte Letzteres das Kernmotiv sein. Schliesslich sind Popstars exzellente Werbeträger, wie auch Barack Obamas Wahlsieg mit Unterstützung der gesamten Musikergilde wieder bewies. Die Popstars dagegen lieben es, ihr Image mit dem Einsatz für gute Zwecke aufzupolieren. Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis sich alle, von Bono bis Madonna gegen die entsprechenden Praktiken äussern.
Sesamstrasse so schlimm wie simuliertes Ertrinken?
Aber so sehr man Britney Spears oder Bruce Springsteen verachten mag – deren Musik selber zum Folterinstrument hochzustilisieren, grenzt an Verharmlosung des Themas. Schliesslich gibt es genügend «weisse» Foltermethoden, die ungleich brutaler sind, als schlechte Musik. Dazu gehören laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Schlafentzug, simuliertes Ertrinken durch Waterboarding und das Einsperren der Häftlinge in absoluter Dunkelheit. Auch Beschallung durch Lärm ist üblich, aber dass die Titelmelodie von Sesamstrasse selber schon derart quälend sein soll, darf man bezweifeln.
Gut möglich auch, dass die Initiative ab Januar 2009 obsolet wird. Schliesslich bezeichnete Barack Obama das Gefängnis Guantánamo während seiner Wahlkampagne als «trauriges Kapitel in der amerikanischen Geschichte» und versprach, es bald zu schliessen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.12.2008, 12:36 Uhr
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6 Kommentare
Schlecht recherchierter Artikel... die Folter liegt nicht in der Musik selbst, sondern in der Lautstärke und quasi unendlichen Wiederholung der immer gleichen Lieder, bei der viele Menschen sogar den Verstand verlieren "Zero dB" vorzuwerfen, die Folter zu verharmlosen, indem sie andere (laut dem Autor "ungleich brutaler(e)") Foltermethoden in den Hintergrund drängen ist schlichtweg Unsinn Antworten
Britney Spears mehrere Stunden, ohne Pausen, ertragen zu müssen, würde so einige Menschen zermürben... Auch das persönliche Lieblingslied ginge einem sicher nach ein paar Tagen Dauerbeschallung hiermit an die Nieren. Meines Erachtens nach Brutal und der Folter zuzuordnen, welche in unserer heutigen Welt grundsätzlich fehl am Platze ist. Antworten
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hans meister
der beweis ist erbracht: Schweizer Privatradios foltern Ihre Hörer mit ewiger Wiederholung des gleichen! Antworten