Das Fiasko Guns N’ Roses
Von Christoph Fellmann. Aktualisiert am 10.09.2010 35 Kommentare
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Dabei handelt es sich um Axl Rose, Sänger und letztes Urmitglied der Band, die vor zwanzig Jahren ein paar gute Rocksongs und wohl etwas zu viel Erfolg hatte. Schon «Chinese Democracy», das Album, war grotesk, als es 2008 nach 14-jähriger Arbeit erschien. Und grotesk ist jetzt auch «Chinese Democracy», die Tournee. 9400 Zuschauer sind am Mittwochabend ins Hallenstadion gekommen, um ein Spektakel zu sehen, das Spinal Tap wie eine stilsichere Band aussehen lässt.
Wie jedes Fiasko beginnt auch dieses mit viel gutem Willen. Guns N’ Roses sind engagiert und spielen über zwei Stunden. Und Axl Rose hat sich nicht lumpen lassen und nebst Bass und Schlagzeug gleich zwei Keyboarder und drei Gitarristen angestellt. Letztere sehen mit ihren Knitterhemden und apart zerschlissenen Jeans so aus, wie sich ein C&A-Katalog einen greasy Rocker ausdenken würde; und wenn sie sich für ein Solo auf die Monitore stellen, schnippen sie malerisch den Zigarettenstummel aus dem Mundwinkel. Sie müssen sich jetzt auf das Pathos konzentrieren.
Überforderter Frontmann
Genau so ist der ganze Abend aus der Klamottenkiste des harten Rock ’n’ Roll gezerrt. Die leicht am Takt der Songs vorbeiknatternde Pyrotechnik ebenso wie die Pornogitarren, wie man sie in dieser Häufung schon lange nicht mehr hat erleben dürfen (Sie wissen schon: schneller, länger, mehr). Axl Rose möchte noch immer der Rock-Shouter sein, wird von seinen eigenen Songs aber massiv überfordert. Die Band brüllt irrsinnig laut und aus allen Rohren, doch man möchte lachen, denn sie erzeugt keinen Druck, nur Getöse. Es ist, als feuere eine ganze Panzerdivision auf Kommando, und heraus kommen Wurfgemüse und lustige Klebeschnäuze.
Das ist einigermassen egal bei den Songs von «Chinese Democracy». Dem fällt aber auch das fabelhafte Frühwerk von «Sweet Child O’ Mine» über «Mr. Brownstone» und bis zu «You Could Be Mine» zum Opfer. Auch diese agilen, sehnigen Songs junger kalifornischer Strassenrowdys sind zu einem masslosen Kokainrock mutiert, der alles hat, wonach ihn gelüstete, und dem es doch an allem fehlt. Selbst jener treue Fan, der am Anfang des Konzerts noch tobte, nahm seine Luftgitarre bald herunter und legte sie in seine Arme. So, als wolle er sie in den Schlaf wiegen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 10.09.2010, 08:00 Uhr
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35 Kommentare
..Klar das Konzert war nicht perfekt, Axl ist alt und mag nicht mehr so wie früher und niemand kann so spielen wie Slash. Aber die Tatsache, dass GnR auf der Bühne stand, ich sie live sehen konnte, Axl die Hand geben konnte und ein Plect von DJ Ashba gefangen habe ist unvergesslich. Es war und bleibt ein einmaliges Erlebnis, wer weiss wie lange sie noch so Touren mögen... still love GnR + DJ.Ashba Antworten
...interessant ist, dass die NZZ äusserst wohlwollend über die Performance Axls schreibt und die neuen Gitarristen über den vom zu vielen Tanz mit Mr Brownstone gezeichneten Saul Hudson hebt... Appetite for Destruction ist gewiss ein Meisterwerk des Rock und alles Nachfolgende wird immer am Vergleich dieses Epos scheitern...aber Axl ist viel besser als hier dargestellt, er ist still Rock n Roll... Antworten
Der Bericht war wohl übertrieben! Konzert war geil! Sie können nicht erwarten, in 2010 in einem GNR konzert reinzukommen und das 1990 Band und Qualität zu sehen. Ich gebe zu, da war ein Guitarrist und ein Keyboard zu viel auf die Bühne, aber musikalisch für die echte GNR Fans war das Konzert absolut geil! Vielleicht wird man nie wieder das Band live sehen, das war allein schon ein Grund zu gehen! Antworten
Altrocker Axl Rose und seine Band haben eine tolle 2.5h Performance Mittwoch Nacht. Andere Musiker steigen ohne Zugabe von der Bühne. Pünktlich sind die meisten Auftritte ohnhin nicht und die pauschale Kritik Herrn Fellmanns bezieht sich wohl eher auf die Vorgruppe. Für das jetzt und heute war es ein tolles Konzert ähnlich wie in 2006-Ich will Popsternchen von heute in 20 Jahren sehen.. Antworten
Was man über die Jahre von Axl Rose gehört hat (und ich meine nicht seine Musik) hat mich bewogen, auf das GnR Konzert zu verzichten. Toll dagegen war das Slash Konzert vom 16. Juni, mit den bekanntesten GnR Stücken (Sweet Child, Paradise City). Vor allem auch dank Sänger Myles Kennedy, der einfach sensationell war. (Myles wird im November mit Alter Bridge im Volkshaus wieder zu sehen sein.) Antworten
Tya... Christoph Fellmann sollte wohl lieber in die Volksmusik wechseln, von gutem Rock scheint er nicht zu viel Ahnung zu haben. ...dass Axl nicht pünktlich sein wird war zu erwarten, dass die Ur-GnN mehr abgingen war ebenfalls zu erwarten. Ich habe ein super Konzert gesehen, dass klar seine Fehler hatte aber hammer geil war. Antworten
Ich mag sie nicht mehr lesen diese Kommentare der "ewig Gestrigen". Früher war alles besser. Slash der bessere Gitarrist, Axl hat besser gesungen und besser ausgesehen..... Bleibt zuhause, hört euch die alten Platten an, schwelgt in Erinnerungen und überlasst das Hallenstadion jenen, die einen grandiosen Sänger mit seinen GNR 2010 zu schätzen wissen. Geniales Konzert, super Band, hope 2CU again! Antworten
Man nehme: einen genialen Gittaristen, einen sehr guten Bassisten, einen soliden Schlagzeuger und einen mittelmässigen Sänger und erhält GnR. Man entferne den genialen Gittaristen, den sehr guten Bassisten und den soliden Schlagzeuger und ersete sie durch solide und sterile Clon-Musiker und erhält AwR. Gestern hat man AwR sehen können, aber bestimmt nicht GnR. Und das war das Problem. Antworten
ich weiss noch wie ich als Teeny in den metall-plattenläden nach dieser band fragte und KEINER sie kannte (hatte einen song auf einem sampler gehört&war angefressen). 92 in Basel war einfach mega!zeiten haben sich aber geändert und neue CD findi ich voll ok (einige super-stücke drauf).Show war LOGISCH nicht mehr so voller power wie früher,aber voll ok ! also kommt etwas runter... Antworten
@Sandra Meier: Die Konzerte waren (bzw. sind) erstens nicht ausverkauft, und zweitens sollte wohl auch dir aufgefallen sein, dass ein nicht wirklich kleiner Teil der Besucher das Konzert vorzeitig verlassen hat...jedenfalls hab ichs noch nie erlebt, ohne Schlange vor dem Ticketautomat und ohne Stau im Parkhaus und auf dem Weg zur Autobahn, von einem (angeblich) ausverkauften Konzert weg zu kommen. Antworten
Ich kann die Kritik nicht verstehen. Klar fehlte Slash. Aber auch die anwesenden Gitarristen waren zumindest Halbgötter. Der Gesamtauftritt war gelungen. Vergleiche mit Deep Purple, oder gar AC/DC, sind fehl am Platz. Ich wäre froh, ich könnte nur 10% dieser musikalischen Performance bieten. Wer hier motzt, hat GnR wohl nie richtig verstanden. Antworten
Diese Kritik ist masslos überzogen. Das Konzert war gut, sehr gut sogar. 2.5h purer Rock! Welche der heutigen Weichspülmusiker bieten denn noch bitte eine solche Show? Und was eine Pornogitarre ist erschliesst sich mir auch nicht ganz. Es ist klar, dass Axl keine 30 mehr ist, immerhin geht er auf die 50 zu und macht seine Sache noch immer ganz gut - 2 ausverkaufte Konzerte sind der Beweis. Antworten
Sorry, wer dieses Konzert gut fand, ist entweder ein Modefan, oder hat absolut kein Musikgehör. Ich bin seit meiner Kindeheit in grosser Guns Fan. Aber was Axl in Zürich geboten hat, war unter aller Sau. Ich kann zu 100% unterschreiben was dieser Kritiker Schreibt. Wirklich gut getroffen. Der Gig vor 4 Jahren im Hallenstadion war um längen besser! Wer am Slash Gig war weiss was Qualität ist... Antworten
By the way, ich war GnR Fan erster Stunde, hab sie in Mannheim und 2mal in Basel gesehen. Diese Energie und dieses Rock n`Roll-Feeling sind unerreicht. Da kann Axl noch so viele Pyros abfeuern und auch mit 3 Gitarristen und 2 Keyboardern wird nicht besser... Zieht euch Slash`s Soloscheibe, ist authentischer ;-)) Antworten
Tja, ich war auch am Konzert und leider stimmt es, dass die Pyros am Sound vorbei schossen. Am meisten vermisst wohl Axl den guten alten Slash. Wie könnte es sonst sein, dass sein neuer Gitarrero "DJ Ashba" mit billigem Stoffzylinder auftritt und jedes Solo in Slash-Pose spielt? Bitte Axl, lass es sein. Die neue CD war und ist iO. Aber Live vorallem auf die alten Kracher aus AFD-Zeiten ist peino! Antworten
Wer Guns n Roses ala 1992 im St. Jakobstadion erwartet hat, auf dem zenit Ihrer karrier, ein axl voller power und als sex symbol, der kam sowiso mit total falscher Vorstellung zum Konzert. Ein Fiasko war es sicher nicht, es sind halt einfach nicht mehr die Guns die sie mal waren. Axl 50jaehriger ex-heroin junkie ist natuerlich nicht mehr in Form, ist ihm aber verziehen. Antworten
Ich finde die Kritik viel zu hart - ich bin jahrelanger GNR Fan und war auch im Hallenstadion - natürlich ist es kein Vergleich zur früheren Besetzung aber nach ein paar Minuten war ich in Rock Stimmung und abgesehen von den paar wirklich schlechten Liedern des neuen Albums gefiel mir allesn sehr gut - ich fands nur schaade, dass ich auf den Zug musste und die Zugabe verpasst habe. Antworten
Ich kann diese undifferenzierte Kritik nicht nachvollziehen. Scheint ein bisschen eine Volkskrankheit zu sein, immer herumzumeckern. Ob jetzt die Jeans aus dem C&A sind ist doch völlig schnuppe. Entscheidend ist wie die Jungs in ihrem Alter immer noch mit Herzblut ihrer Musik nachgehen. Ich fand es toll! Wem es nicht passt, soll zu Hause bleiben und ins Bett gehen. Antworten
Sehr enseitige Kritik. Ich fand das Konzert gut, phasenweise sogar sehr gut. Dass Axl kein guter Sänger mehr wird, war ja schon vorher klar. Im Vergleich zu früheren Konzerten war's in der Hinsicht sicher nicht schlechter. Der Rest der Band, vor allem DJ Ashba, war auf jeden Fall grossartig, sehr engagiert und energiegeladen. Antworten
Als grosser Fan von GnR kann ich über diesen Artikel nur eines sagen: Absolut genial! Laut Internet macht Chr. Fellmann hauptsächlich Musikkritiken. Ich würde mir jedoch wünschen, diese scharfzüngige Feder auch in anderen Bereichen lesen zu dürfen. Chapeau! Antworten
Ich war nicht am Konzert, kann deshalb zu dessen Qualität nichts sagen. Mich beschleicht allerdings der Verdacht, dass Axl Rose die Gefahr läuft, "den richtigen Zeitpunkt zu gehen" zu verpassen! Ab einem gewissen Alter macht man sich dann nur noch lächerlich und das ist dem Gesamtwerk von Guns'n Roses gegenüber einfach unwürdig! Antworten
Natürlich ist GNR nur noch Mr. Rose plus ein paar zugekaufter Musiker. Und Rose selbt ist auch kein in Würde ergrauter Rocker wie bspw. die Herren von Deep Purple. Aber wer mit dieser Erwartung ins Hallenstadion gegangen ist und entäuscht wurde, dem ist nicht zu helfen. Unterm Strich war's guter, unterhaltsamer Rock'n Roll und der Abend war sein Geld wert, trotz warten und grauenvoller Vor-Band Antworten
Super Konzert! Hammersound! Megasänger! Auch die neue CD war ja super. Lieber Konzertkritiker, Sie scheinen zur Fraktion "Ohne Slash - alles schlecht" zu gehören. Bitte keine solchen undifferenzierten Kritiken mehr, welche im Gegensatz zum Konzert wirklich nach "vorbeiknatternder Pyrotechnik" tönt. Nach dem Konzert sah ich jedenfalls nur begeisterte Gesichter. Antworten
Ich kann diese Kritik nicht nachvollziehen, das Konzert war solide und gut gespielt und ist mit zunehmenden Verlauf immer besser geworden. 20 Jahre nach Erscheinen der Hitalben zu verlangen das eine Band frisch und jugendlich wie anno dazumal auftritt finde ich völlig unrealistisch und wird von keiner Band erfüllt. Dies Konzert "Getöse" zu nennen ist wie obige Kritik "Pulitzer-Preis-verdächtig". Antworten





Walter Koller
Wiiiiiiiiie....? Axl Rose ist heute älter als vor 26 Jahren????!!!! Was für ein Skandal.... Es ist halt nicht Justin Bieber oder Take That, Christoph Fellmann sollte siche eher auf solche Musik konzentrieren - Musik die er offensichtlich lieber mag denn von Rock N' Roll hat er ja mal überhaupt keine Ahnung!! Axl Rose rockt und seine Stimme rockt noch viel mehr! Antworten