Der «fünfte Beatle» ist tot

Er ebnete den vier Liverpoolern den Weg zum Weltruhm, nun ist der Musikproduzent George Martin im Alter von 90 Jahren gestorben.

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Der legendäre britische Musikproduzent George Martin, der den Beatles den Weg zum Weltruhm ebnete, ist tot. Er sei im Alter von 90 Jahren gestorben, teilte Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr im Kurzbotschaftendienst Twitter mit:

«Gott segne George Martin, Frieden und Liebe für Judy und seine Familie», schrieb er. «Wir werden George vermissen.» Später meldete sich auch John Lennons Sohn Sean über Twitter zu Martins Tod:

Martin galt wegen seiner bedeutenden Rolle für den Erfolg der britischen Band als «fünfter Beatle».

Am Anfang gabs Comedy

Zu Beginn seiner Karriere arbeitete Martin für das Label Parlophone, für welches er zunächst Jazz- und Comedy-Platten produzierte. Legendär ist etwa das Stück «Mock Mozart» von Peter Ustinov aus dem Jahr 1952.

Später gelang George Martin mit «You Drive Me Crazy» der Temperance Seven, einem Stück in Vaudeville-Stil, der erste Tophit:

Beatles, Dire Straits, Michael Jackson

1962 hörte Martin erstmals Probeaufnahmen der Musiker aus Liverpool und gab ihnen ihren ersten Plattenvertrag. Der Sohn eines Londoner Handwerkers hatte an der renommierten Londoner Guildhall School of Music studiert und zunächst professionell Oboe gespielt.

«Sir George Martin war ein Musik-Gigant - er arbeitete mit den Fab Four, um die beständigste Popmusik der Welt zu schaffen», schrieb der britische Premierminister David Cameron auf Twitter. Nachdem die Band sich aufgelöst hatte, baute Martin die berühmten Air Studios auf der Karibikinsel Montserrat, wo unter anderem Dire Straits, Phil Collins, Elton John und Michael Jackson Musik aufnahmen. 1997 war er an der Produktion von Elton Johns Megahit «Candle in the Wind» beteiligt, der bis heute meistverkauften Single.

Doch mit der Musik der Beatles arbeitete Martin noch über Jahrzehnte - 2006 etwa produzierte er mit seinem Sohn das Remix-Album «Love». «Das ist das allerletzte Mal, dass ich an irgendeiner Beatles-Platte arbeite», sagte er anlässlich der Veröffentlichung, «ich bin 80 Jahre alt, Himmelherrgott.»

Musik für Moores ersten Bond

Paul McCartney liess verlauten: «George war für mich wie ein zweiter Vater.» Auch James-Bond-Darsteller Roger Moore trauerte am Mittwoch um den vielfach ausgezeichneten Produzenten, der die Musik von Moores erstem 007-Film «Live and Let Die» (1973) komponiert hatte. «Wie sehr traurig, aufzuwachen mit der Nachricht, dass Sir George Martin uns verlassen hat. Er sorgte dafür, dass mein erster Bond-Film brillant klang!», twitterte der Schauspieler.

Produzentenkollege Mark Ronson, der unter anderem mit Amy Winehouse gearbeitet hat, schrieb: «Danke, Sir George Martin: der grösste britische Musikproduzent aller Zeiten. Wir werden nie aufhören, in der Welt zu leben, die du mitgeschaffen hast.»

Anlässlich Martins Tod wurde im TA-Morgenblog übrigens folgende Umfrage lanciert:

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Wer ist der wichtigere Beatle?




(kpn/sda)

(Erstellt: 09.03.2016, 08:01 Uhr)

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