Deutschland holt den Sieg souverän
Von David Sarasin. Aktualisiert am 30.05.2010 9 Kommentare
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
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20:54
Die Fernsehstationen überbieten sich mit Aufwärm-Programmen...
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21:05
Alexander Rybak, der letztjährige Sieger, hat im vergangenen Jahr seinen Pathos sichtbar perfektioniert. Es kann losgehen!
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Aserbaidschan
Einwandfreier Gesang, doch was für eine Aufgabe hatte Beyonces Choreograf?
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Spanien
Etwas Winziges. Worüber singt Daniel Diges? Gauklertruppe inklusive. Bravo!
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Norwegen
Die Sänger jagen sich durchs Programm: Norwegen. Eine Schnulze vorgetragen mit etwas dünner Stimme. Rechtzeitig zum Schluss taut er auf. Tolles Schluss-Bouquet!
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Moldavien
Eine bunte Truppe! Warum die und nicht Michael von der Heide? «Just run away from my mind», schon fast geschehen. Sicher kein Favorit.
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Zypern
Wer baut da jeweils die Bühne um? Hätte man die Technik an der Gitarre nicht etwas unauffälliger befestigen können? Das gehört wohl zum Schlabber-Look.
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Bosnien
Nach dem Frühling kommt der Donner. Haben das nicht Mr.Big damals in den 90ern schon gesungen? Die Zuschauer des Schweizer Fernsehens freuen sich ab der «rockigen Nummer».
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Belgien
Tom Dice hat auch schon James Blunt gehört. Der Anzug sitzt beinahe zu gut.
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Serbien
Androgynes Wesen singt tolle Goran Bregovic-Nummer. «Balkan, Balkan, Balkan», ein strammer Refrain! Ein Favorit!
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Weissrussland
Welches sind nochmals die Zwillinge? Die Schmetterlinge sind jetzt klar ersichtlich.
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Irland
Eine wunderbare Schnulze, Titanic-Flöte inklusive.
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Griechenland
Nochmals eine Balkan-Nummer? Schönes Klingelton-Ende.
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England
Kylie Minogue und Rick Astley lassen die Erwartungen in die Höhe schnellen, sie teilen die Produzenten mit Josh. Und man hört die 80er klar - ganz unironisch eingesetzt.
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Georgien
Junge Brünetten haben am ESC Konjunktur. Beeindruckende Choreografie trotzdem. Diesmal verzichtet Georgien auf Provokationen.
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Türkei
Was ist bloss aus den Heavys aus den 80ern geworden? Wie wenn Rammstein mit Linkin Park Babys machen würde.
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Albanien
Endlich eine Blondine. Ein Violinen-Solo mit vollem Körpereinsatz sieht man nicht alle Tage. Trotzdem hat das Lied Schmiss...irgendwie. Hat sogar Ohrwurm-Qualitäten.
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Island
Das Synthie-Intro ist schwer mit dem wallenden Gewand in Einklang zu bringen. Der Song ist ein Pop-Bastard aus Eurodance, Operette und Schnulzen-Pop.
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Ukraine
«Sweet People», was für ein dümmlicher Titel. Das Lied kommt ebenfalls nicht in Fahrt. Pathos hoch drei.
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Frankreich
Jessy Matador, da zeigten auch die Pseudonym-Designer Humor. Der Sommerhit für alle Mallorca-Dancing-Besucher. Eine wilde Show.
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Rumänien
Doppel-Plexi-Piano mit Leuchttasten, grosses ESC-Kino. Der Song ist schal.
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Russland
Gratis Songs im Internet, erstes Plus. Der Sänger schaut wehmütig auf ein selbstgezeichnetes Bild seiner Angebeteten: Erster Platz für die dramatische Mimik!
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Armenien
Eine erste Einstellung aufs Dekolleté. Der Song dagegen ist eher fahl.
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Deutschland
Die Welt schaut gespannt auf unseren nördlichen Nachbarn. Eine Sängerin aus der Upper-Class mit englischem Arbeiter-Akzent ist immer wieder irritierend. Die Stimme überzeugt nicht. Lena bleibt blass.
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Portugal
Eine Brünette, etwa die zwanzigste. Wann kommt Titanic Teil 2 in die Kinos? Filipa ist Anwärterin für den Soundtrack. Alles in allem aber ein überzeugender Auftritt. Eine Favoritin.
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Israel
Im Gegensatz zum Belgier sitzt bei Harel der Anzug perfekt. Der Lichter-Reigen im Hintergrund konkuriert mit dem Gesang.
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Dänemark
Zündet da etwa jemand Pyro im Zuschauerraum? Das Stück klingt wie The Police. Bis auf den Refrain ist es im Grunde The Police. Ein braves Pärchen. Wobei man munkelt, dass sie ihn hasse.
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Pause
Die Telefonkanäle sind noch 15 min geöffnet. Die Zusammefassung zeigt: Operierte Nasen haben Hochkonjunktur.
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23:13
Ein durchchoreografiertes Intermezzo, die Zuschauer sind angehalten mitzutanzen. Europa tanzt! Nur wir sitzen noch auf unseren Bürostühlen...und staunen.
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22:18
Die Griechen zeigen sich am liebsten oben ohne. Der Chef spricht: Die Punktvergabe der Jurys beginnt. Rumänien beginnt. Dänemark kriegt die höchste Punktezahl.
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22:26
Hape Kerkeling verteilt die Punkte für Deutschland: 8 Punkte für Griechenland, 10 Punkte für die Türkei, 12 Punkte für Belgien. Deutschland heimst nochmals Punkte ein.
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23:30
Die griechischen Mykonos-Boys kriegen mehr Punkte als erwartet. Kroatien verteilt die Punkte vorwiegend an seine Nachbarländer. Deutschland führt.
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23:35
Deutschland setzt sich mit mehr als 30 Punkten vom zweitplatzierten Dänemark ab. Man bleibt bei der Punktevergabe gerne in der Region. Aserbaidschan bestätigt die Annahme.
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23:52
Welches Lied war nochmals von wem? Christa Rigozzi verteilt die Punkte: 8 Punkte für Albanien, 10 Punkte für Serbien, 12 Punkte für Deutschland: Wir würdigen unsere Immigranten.
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00:04
Deutschland steht seit 1982 zum ersten Mal wieder als Sieger des Eurovision Song Contest fest. England als Pop-Land schlechthin belegt den letzten Platz.
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00:12
Lena tritt an zur Siegerehrung. Deutschland triumphiert. Hat Lena Drogen genommen? Ihr Auftritt wirkt wackelig. Und trotzdem gratulieren wir - zumindest bis zur WM.
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00:17
Das wars! Wir gehen jetzt heim und hören Iggy Pop.
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00:20
Der Eurovision Song Contest ist zu Ende. Mit Lena Meyer-Waldruth hat eine Sängerin gewonnen, die sich mit ihrem unverkrämpften und légèren Auftreten zwar von den anderen Teilnehmern unterschieden hat, deren Lieder sich aber nicht von der Masse der täglich durchs Radio stolpernden Songs abhebt. Schade eigentlich. Wobei sich der Eurovision Song Contest sowieso mehr durch das blosse Spektakel und weniger durch künstlerische Qualitäten auszeichnet. Deshalb ist auch die Punkteschieberei zwischen den Nachbarsländern nichts als logisch. Für wen soll man voten, wenn nicht für die freundlichen Nachbarn? Die Songs unterscheiden sich ja nicht grundlegend voneinander. Nun ja, schön wars trotzdem und ein Spektakel ohnehin.
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Die Schlussrangliste
1. Deutschland. Lena: Satellite - 246 Punkte
2. Türkei. Manga: We Could Be The Same - 170
3. Rumänien. Paula & Ovi: Playing With Fire - 162
4. Dänemark. Chaneé & N'evergreen: In A Moment Like This - 149
5. Aserbaidschan. Safura: Drip Drop - 145
6. Belgien. Tom Dice: Me And My Guitar - 143
7. Armenien. Eva Rivas: Apricot Stone - 141
8. Griechenland. Giorgos Alkaios & Friends: OPA - 140
9. Georgien. Sofia Nizharadze: Shine - 136
10. Ukraine. Aljoscha: Sweet People - 108
11. Russland. The Peter Nalitch Band: Lost And Forgotten - 98
12. Frankreich. Jessy Matador: Allez! Ola! Olé! - 98
13. Serbien. Milan Stankovic: Ovo je Balkan - 82
14. Israel. Harel Skaat: Milim - 71
15. Spanien. Daniel Diges: Algo pequenito - 68
16. Albanien. Juliana Pasha: It's All About You - 62
17. Bosnien-Herzegowina. Vukasin Brajic: Thunder & Lightning - 51
18. Portugal. Filipa Azevedo: Ha Dias Assim - 43
19. Island. Hera Björk: Je ne sais quoi - 41
20. Norwegen. Didrok Solli-Tangen: My Heart Is Yours - 35
21. Zypern. Jon Lilygreen: Live Looks Better in Spring - 27
22. Moldawien. Sun Stroke Project & Olia Tira: Run Away - 27
23. Irland. Niamh Kavanagh: It's For You - 25
24. Weissrussland. 3 & 2: Butterflies - 18
25. Grossbritannien. Josh Dubovie: That Sounds Good to Me - 10
Erstellt: 29.05.2010, 20:53 Uhr
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9 Kommentare
Endlich hat wieder mal ein ganz tolles Lied gewonnen! Der Song ist gut, passt zum Wettbewerb, die Sängerin hat eine tolle Stimme, ist unterhaltend, sieht hübsch aus, ist sympathisch...kurzum: die Präsentation kommt beim Publikum gut an. Und die Anzahl Stimmen spricht eine überaus deutliche Sprache. Bravo, Lena! Ob Deutschland nun wohl auch noch WM-Weltmeister wird...?!? Antworten
Lieber David Sarasin, Lenas Auftritt und Erfolg waren grandios aber ihr Auftritt im Kommentar war leider Lena bezogen etwas wackelig. Seien Sie doch nächstes Mal einfach einmal offen und objektiv und werfen sie vorhandene Ressentiments in den Rhein , dann koennen wir alle zusammen feiern. Gewonnen hat das natürlichste Mädchen und Märchen Deutschlands das wir jeh gesehen haben. Freuen wir uns alle! Antworten
Also Spass hat der ESC auch dieses Jahr wieder gemacht. Man lästert, man fiebert und schlussendlich gehts ja auch mehr ums Spektakel als um die Musik an sich. Falls wir dann mal jemanden schicken würden, der eher ins "Lena-Profil" passt würde sich wohl der eine oder andere Punkt in unsere Richtung verirren. Die Damen Heidi Happy, Sophie Hunger und Co. wären doch ideal dafür, oder doch nicht? Antworten
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Monika Schmid Steinberg
Mal etwas was einen Grossteil der WELT (nicht nur EU)begeistert stehen lassen und nicht durch naive und dumme Sprüche so runter putzen- IST DAS MAL möglich? Alleine wie die Bewertung der einzelnen Länder hier in der Übersicht vorgenommen wurde zeugt davon, dass der Schreiber(in) selber nicht viel gelernt hat- bis HEUTE!Kultur hat in erster Linie einmal mit WOHL-LEBEN und WOHLWOLLEN zu tun!!!! Antworten