Kultur

Deutschland holt den Sieg souverän

Lena Meyer-Landrut gewann mit grossem Vorsprung den Eurovision Song Contest 2010 – auch dank Schweizer Hilfe. Tagesanzeiger.ch/Newsnetz berichtete live. Das Protokoll .

1/32 Wieder daheim: Eurovisions-Siegerin Lena Meyer-Landrut singt vor dem Rathaus in Hannover nochmals ihr Siegeslied.
Bild: Reuters

   

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

  • 20:54  

    Die Fernsehstationen überbieten sich mit Aufwärm-Programmen...

  • 21:05  

    Alexander Rybak, der letztjährige Sieger, hat im vergangenen Jahr seinen Pathos sichtbar perfektioniert. Es kann losgehen!

  • Aserbaidschan  

    Einwandfreier Gesang, doch was für eine Aufgabe hatte Beyonces Choreograf?

  • Spanien  

    Etwas Winziges. Worüber singt Daniel Diges? Gauklertruppe inklusive. Bravo!

  • Norwegen  

    Die Sänger jagen sich durchs Programm: Norwegen. Eine Schnulze vorgetragen mit etwas dünner Stimme. Rechtzeitig zum Schluss taut er auf. Tolles Schluss-Bouquet!

  • Moldavien  

    Eine bunte Truppe! Warum die und nicht Michael von der Heide? «Just run away from my mind», schon fast geschehen. Sicher kein Favorit.

  • Zypern  

    Wer baut da jeweils die Bühne um? Hätte man die Technik an der Gitarre nicht etwas unauffälliger befestigen können? Das gehört wohl zum Schlabber-Look.

  • Bosnien  

    Nach dem Frühling kommt der Donner. Haben das nicht Mr.Big damals in den 90ern schon gesungen? Die Zuschauer des Schweizer Fernsehens freuen sich ab der «rockigen Nummer».

  • Belgien  

    Tom Dice hat auch schon James Blunt gehört. Der Anzug sitzt beinahe zu gut.

  • Serbien  

    Androgynes Wesen singt tolle Goran Bregovic-Nummer. «Balkan, Balkan, Balkan», ein strammer Refrain! Ein Favorit!

  • Weissrussland  

    Welches sind nochmals die Zwillinge? Die Schmetterlinge sind jetzt klar ersichtlich.

  • Irland  

    Eine wunderbare Schnulze, Titanic-Flöte inklusive.

  • Griechenland  

    Nochmals eine Balkan-Nummer? Schönes Klingelton-Ende.

  • England  

    Kylie Minogue und Rick Astley lassen die Erwartungen in die Höhe schnellen, sie teilen die Produzenten mit Josh. Und man hört die 80er klar - ganz unironisch eingesetzt.

  • Georgien  

    Junge Brünetten haben am ESC Konjunktur. Beeindruckende Choreografie trotzdem. Diesmal verzichtet Georgien auf Provokationen.

  • Türkei  

    Was ist bloss aus den Heavys aus den 80ern geworden? Wie wenn Rammstein mit Linkin Park Babys machen würde.

  • Albanien  

    Endlich eine Blondine. Ein Violinen-Solo mit vollem Körpereinsatz sieht man nicht alle Tage. Trotzdem hat das Lied Schmiss...irgendwie. Hat sogar Ohrwurm-Qualitäten.

  • Island  

    Das Synthie-Intro ist schwer mit dem wallenden Gewand in Einklang zu bringen. Der Song ist ein Pop-Bastard aus Eurodance, Operette und Schnulzen-Pop.

  • Ukraine  

    «Sweet People», was für ein dümmlicher Titel. Das Lied kommt ebenfalls nicht in Fahrt. Pathos hoch drei.

  • Frankreich  

    Jessy Matador, da zeigten auch die Pseudonym-Designer Humor. Der Sommerhit für alle Mallorca-Dancing-Besucher. Eine wilde Show.

  • Rumänien  

    Doppel-Plexi-Piano mit Leuchttasten, grosses ESC-Kino. Der Song ist schal.

  • Russland  

    Gratis Songs im Internet, erstes Plus. Der Sänger schaut wehmütig auf ein selbstgezeichnetes Bild seiner Angebeteten: Erster Platz für die dramatische Mimik!

  • Armenien  

    Eine erste Einstellung aufs Dekolleté. Der Song dagegen ist eher fahl.

  • Deutschland  

    Die Welt schaut gespannt auf unseren nördlichen Nachbarn. Eine Sängerin aus der Upper-Class mit englischem Arbeiter-Akzent ist immer wieder irritierend. Die Stimme überzeugt nicht. Lena bleibt blass.

  • Portugal  

    Eine Brünette, etwa die zwanzigste. Wann kommt Titanic Teil 2 in die Kinos? Filipa ist Anwärterin für den Soundtrack. Alles in allem aber ein überzeugender Auftritt. Eine Favoritin.

  • Israel  

    Im Gegensatz zum Belgier sitzt bei Harel der Anzug perfekt. Der Lichter-Reigen im Hintergrund konkuriert mit dem Gesang.

  • Dänemark  

    Zündet da etwa jemand Pyro im Zuschauerraum? Das Stück klingt wie The Police. Bis auf den Refrain ist es im Grunde The Police. Ein braves Pärchen. Wobei man munkelt, dass sie ihn hasse.

  • Pause  

    Die Telefonkanäle sind noch 15 min geöffnet. Die Zusammefassung zeigt: Operierte Nasen haben Hochkonjunktur.

  • 23:13  

    Ein durchchoreografiertes Intermezzo, die Zuschauer sind angehalten mitzutanzen. Europa tanzt! Nur wir sitzen noch auf unseren Bürostühlen...und staunen.

  • 22:18  

    Die Griechen zeigen sich am liebsten oben ohne. Der Chef spricht: Die Punktvergabe der Jurys beginnt. Rumänien beginnt. Dänemark kriegt die höchste Punktezahl.

  • 22:26  

    Hape Kerkeling verteilt die Punkte für Deutschland: 8 Punkte für Griechenland, 10 Punkte für die Türkei, 12 Punkte für Belgien. Deutschland heimst nochmals Punkte ein.

  • 23:30  

    Die griechischen Mykonos-Boys kriegen mehr Punkte als erwartet. Kroatien verteilt die Punkte vorwiegend an seine Nachbarländer. Deutschland führt.

  • 23:35  

    Deutschland setzt sich mit mehr als 30 Punkten vom zweitplatzierten Dänemark ab. Man bleibt bei der Punktevergabe gerne in der Region. Aserbaidschan bestätigt die Annahme.

  • 23:52  

    Welches Lied war nochmals von wem? Christa Rigozzi verteilt die Punkte: 8 Punkte für Albanien, 10 Punkte für Serbien, 12 Punkte für Deutschland: Wir würdigen unsere Immigranten.

  • 00:04  

    Deutschland steht seit 1982 zum ersten Mal wieder als Sieger des Eurovision Song Contest fest. England als Pop-Land schlechthin belegt den letzten Platz.

  • 00:12  

    Lena tritt an zur Siegerehrung. Deutschland triumphiert. Hat Lena Drogen genommen? Ihr Auftritt wirkt wackelig. Und trotzdem gratulieren wir - zumindest bis zur WM.

  • 00:17  

    Das wars! Wir gehen jetzt heim und hören Iggy Pop.

  • 00:20  

    Der Eurovision Song Contest ist zu Ende. Mit Lena Meyer-Waldruth hat eine Sängerin gewonnen, die sich mit ihrem unverkrämpften und légèren Auftreten zwar von den anderen Teilnehmern unterschieden hat, deren Lieder sich aber nicht von der Masse der täglich durchs Radio stolpernden Songs abhebt. Schade eigentlich. Wobei sich der Eurovision Song Contest sowieso mehr durch das blosse Spektakel und weniger durch künstlerische Qualitäten auszeichnet. Deshalb ist auch die Punkteschieberei zwischen den Nachbarsländern nichts als logisch. Für wen soll man voten, wenn nicht für die freundlichen Nachbarn? Die Songs unterscheiden sich ja nicht grundlegend voneinander. Nun ja, schön wars trotzdem und ein Spektakel ohnehin.

  • Die Schlussrangliste  

    1. Deutschland. Lena: Satellite - 246 Punkte
    2. Türkei. Manga: We Could Be The Same - 170
    3. Rumänien. Paula & Ovi: Playing With Fire - 162
    4. Dänemark. Chaneé & N'evergreen: In A Moment Like This - 149
    5. Aserbaidschan. Safura: Drip Drop - 145
    6. Belgien. Tom Dice: Me And My Guitar - 143
    7. Armenien. Eva Rivas: Apricot Stone - 141
    8. Griechenland. Giorgos Alkaios & Friends: OPA - 140
    9. Georgien. Sofia Nizharadze: Shine - 136
    10. Ukraine. Aljoscha: Sweet People - 108
    11. Russland. The Peter Nalitch Band: Lost And Forgotten - 98
    12. Frankreich. Jessy Matador: Allez! Ola! Olé! - 98
    13. Serbien. Milan Stankovic: Ovo je Balkan - 82
    14. Israel. Harel Skaat: Milim - 71
    15. Spanien. Daniel Diges: Algo pequenito - 68
    16. Albanien. Juliana Pasha: It's All About You - 62
    17. Bosnien-Herzegowina. Vukasin Brajic: Thunder & Lightning - 51
    18. Portugal. Filipa Azevedo: Ha Dias Assim - 43
    19. Island. Hera Björk: Je ne sais quoi - 41
    20. Norwegen. Didrok Solli-Tangen: My Heart Is Yours - 35
    21. Zypern. Jon Lilygreen: Live Looks Better in Spring - 27
    22. Moldawien. Sun Stroke Project & Olia Tira: Run Away - 27
    23. Irland. Niamh Kavanagh: It's For You - 25
    24. Weissrussland. 3 & 2: Butterflies - 18
    25. Grossbritannien. Josh Dubovie: That Sounds Good to Me - 10

Erstellt: 29.05.2010, 20:53 Uhr

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9 Kommentare

Monika Schmid Steinberg

31.05.2010, 14:28 Uhr
Melden

Mal etwas was einen Grossteil der WELT (nicht nur EU)begeistert stehen lassen und nicht durch naive und dumme Sprüche so runter putzen- IST DAS MAL möglich? Alleine wie die Bewertung der einzelnen Länder hier in der Übersicht vorgenommen wurde zeugt davon, dass der Schreiber(in) selber nicht viel gelernt hat- bis HEUTE!Kultur hat in erster Linie einmal mit WOHL-LEBEN und WOHLWOLLEN zu tun!!!! Antworten


Tobias Schneider

31.05.2010, 08:16 Uhr
Melden

@Sabrina Zimmermann: Schon besser, aber immer noch falsch. Die Frau heisst Meyer-Landrut. Ohne H. Antworten


Roland Di Dario

30.05.2010, 15:22 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Endlich hat wieder mal ein ganz tolles Lied gewonnen! Der Song ist gut, passt zum Wettbewerb, die Sängerin hat eine tolle Stimme, ist unterhaltend, sieht hübsch aus, ist sympathisch...kurzum: die Präsentation kommt beim Publikum gut an. Und die Anzahl Stimmen spricht eine überaus deutliche Sprache. Bravo, Lena! Ob Deutschland nun wohl auch noch WM-Weltmeister wird...?!? Antworten


Josef Ehrsam

30.05.2010, 05:48 Uhr
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"ESC" ist doch die Taste oben links auf meiner Tastatur? Antworten


Sabrina Zimmermann

30.05.2010, 03:14 Uhr
Melden

Super Liveticker, aber die Gewinnerin heisst immer noch 'Lena Meyer-Landruth' und nicht 'Waldruth' :) Antworten


Robert Schmid

30.05.2010, 02:22 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Lieber David Sarasin, Lenas Auftritt und Erfolg waren grandios aber ihr Auftritt im Kommentar war leider Lena bezogen etwas wackelig. Seien Sie doch nächstes Mal einfach einmal offen und objektiv und werfen sie vorhandene Ressentiments in den Rhein , dann koennen wir alle zusammen feiern. Gewonnen hat das natürlichste Mädchen und Märchen Deutschlands das wir jeh gesehen haben. Freuen wir uns alle! Antworten


Dani Brauner

30.05.2010, 01:29 Uhr
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Also Spass hat der ESC auch dieses Jahr wieder gemacht. Man lästert, man fiebert und schlussendlich gehts ja auch mehr ums Spektakel als um die Musik an sich. Falls wir dann mal jemanden schicken würden, der eher ins "Lena-Profil" passt würde sich wohl der eine oder andere Punkt in unsere Richtung verirren. Die Damen Heidi Happy, Sophie Hunger und Co. wären doch ideal dafür, oder doch nicht? Antworten


Martin Machura

30.05.2010, 00:53 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Und jetzt bitte «Lena» als lecker-prickelnd-entkrampfend-vorurteilsfreies Brausetabletten-Präparat auch hier einführen:) Antworten


katja Werzl

30.05.2010, 00:50 Uhr
Melden

ich finds super. haben zuhause gejubelt, obwohl wir die letzten jahre den song contest gemieden haben, wie der teufel das weihwasser. SUPER LENA. und, so scheisse raab sonst auch ist, wieder mal ein gutes händchen bewiesen.!!!! Antworten



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