Die denkwürdigsten Momente im Leben des King of Pop
1/22
Artikel zum Thema
- Michael Jackson: Seine Schweizer Stationen in Bildern
- Jacksons Umfeld erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ärzte
- Jacksons Kinder bleiben bei der Grossmutter
- «Thriller», Jacksons bahnbrechender Hit
- «Wir lieben dich alle»: So trauert die Welt um Michael Jackson
- Das wird uns fehlen: Der letzte grosse Auftritt des King of Pop
- Der King of Pop ist tot – Autopsie soll genaue Todesursache klären
Zentrale Daten seines Lebens
29. August 1958: Michael Joseph Jackson wird in Gary, Indiana, als siebtes von neun Kindern geboren.
1963: Nach mehrjährigem Proben treten The Jackson Five erstmals öffentlich auf.
14. Dezember 1969: The Jackson Five erscheinen in der «Ed Sullivan Show».
1970: Das erste Album erscheint mit dem Titel «Diana Ross Presents the Jackson Five».
1972: Michael Jackson bringt sein erstes Solo-Album heraus, «Got to Be There».
1979: Jacksons Album «Off the Wall» erscheint, er wird der erste Solokünstler, der vier Singles aus demselben Album unter den Top 10 unterbringen kann.
1982: Das Album «Thriller» wird mit acht Grammys ausgezeichnet und wird das meistverkaufte Album aller Zeiten.
1983: Jackson verzückt 50 Millionen Zuschauer der Fernsehshow «Motown 25» mit seinem Auftritt zum Song «Billie Jean».
1984: Bei Werbeaufnahmen für Pepsi-Cola erleidet Jackson Hautverbrennungen, eine Explosion setzt seine Haare in Brand.
1985: Jackson und Lionel Richie produzieren für Opfer der Hungersnot in Äthiopien den Song «We Are the World».
Jackson zahlt 47,5 Millionen Dollar für die Rechte an mehr als 250 Titeln, die von den Beatles John Lennon und Paul McCartney geschrieben wurden.
1987: Das Album «Bad» ist für fünf Singles auf Platz 1 gut und wird mindestens 22 Millionen Mal verkauft.
1993: Jackson erklärt in einem Fernsehinterview, dass er an einer Krankheit leide, die die Pigmentierung seiner Haut erbleichen lässt.
Er wird der Belästigung eines Jungen beschuldigt, der viel Zeit bei Jackson verbrachte. Jackson weist die Vorwürfe zurück und erzielt eine aussergerichtliche Einigung mit der Familie des Jungen. Dabei soll er 20 Millionen Dollar gezahlt haben.
1994: Jackson heiratet Lisa Marie Presley in der Dominikanischen Republik. Keine zwei Jahre später wird die Ehe geschieden.
1995: Das Album «HIStory: Past, Present, and Future Book I» erscheint.
1996: Jackson heiratet Debbie Rowe, die bei einem seiner Schönheitschirurgen als Krankenschwester beschäftigt war. Aus der geschäftsmässig arrangierten und zwei Jahre später wieder geschiedenen Ehe gehen die beiden Kinder Prince Michael (1997) und Paris (1998) hervor.
1997: Das Album «Blood on the Dance Floor: HIStory in the Mix» enttäuscht mit Verkaufszahlen von weniger als einer Million.
2002: Prince Michael II. wird geboren - nach Angaben Jacksons von einer Leihmutter, die mit seinem Samen künstlich befruchtet worden war. Im November hält Jackson das etwa neun Monate alte Kind in Berlin über die Brüstung eines Hotel-Balkons, um es den Fans zu zeigen.
2003: Der britische Dokumentarfilm «Living With Michael Jackson» wird im US-Fernsehsender ABC ausgestrahlt. Darin erzählt Jackson, dass er Kindern erlaube, in seinem Schlafzimmer zu übernachten. Die Behörden leiten daraufhin Ermittlungen ein.
2005: Jackson wird vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs freigesprochen.
2006: Aus Finanznot schliesst Jackson seine Neverland Ranch in Kalifornien und entlässt die meisten Angestellten. Um einem Prozess zu entgehen, erklärt er sich zur Zahlung ausstehender Löhne in Höhe von mehreren hunderttausend Dollar bereit.
5. März 2009: Jackson kündigt nach achtjähriger Bühnenabstinenz für Juli in London ein Konzert-Comeback an.
25. Juni 2009: Michael Jackson stirbt in Los Angeles.
Vom goldenen Pop-Dreigestirn des Jahrgangs 1958 mit Madonna und Prince war Michael Jackson lange Zeit der erfolgreichste. Nun ist er als erster gegangen. Im Alter von 50 Jahren starb er gestern kurz nach der Einlieferung in ein Krankenhaus in Los Angeles.
Schon in seiner Bruder-Band, den Jackson Five, war er der Chef, obwohl er der jüngste war. Dem kleinen Kerl gelang alles, solange er ein Kind war oder zumindest noch jung war - das Album «Thriller» von 1982 wurde zu einem der grössten Erfolge der Popgeschichte und machte ihn zum «King of Pop». Später beklagte er sich bitter, dass seine Kindheit dem Erfolg im Showbusiness geopfert worden sei, und umgab sich auf seiner «Neverland»-Ranch gerne mit Kindern. Erwachsen ist Michael Jackson wohl nie richtig geworden, sein Vermögen glitt ihm fast wie Taschengeld durch die Finger.
Geliebt, verehrt, und dann verachtet: Wegen seines körperlichen Zerfalls, der von schönheitschirurgischen Eingriffe eher noch betont wurde, war Jackson zuletzt nur noch als Maske beim Halloween-Mummenschanz ein Star. Er stemmte sich dagegen, kündigte im März eine grosse, letzte Konzertserie unter dem Motto «This Is It» an. Ein gelungener Überraschungscoup, niemand traute ihm wirklich zu, körperlich mehrere dutzend Shows in der Londoner O2-Arena körperlich durchzustehen. Kurz darauf fing wieder ein Hickhack mit Millionenforderungen an, weil das Comeback mit Haken und Ösen vertraglicher Regelungen einer in den USA geplanten und vermarkteten Familien-Reunion kollidierten.
Künstlerisch stürzte Jackson bereits 1993 ins Bodenlose, als eine Welttournee inmitten der ersten Vorwürfe eines Kindsmissbrauchs scheiterte. Nach einer Millionenzahlung an die Familie des damals klagenden Jugendlichen kam es 1994 zwar nicht mehr zum Prozess. Aber Jackson, bis dahin wegen mehr als 260 Millionen weltweit verkaufter Tonträger der Mega-Star der Zeit, hatte seitdem keinen Hit mehr.
Der künstlerische Niedergang - nach den Retro-Alben «HIStory» und «Blood On The Dancefloor» floppte 2001 auch «Invincible» - wurde von einer Demontage des Menschen Michael Jackson begleitet. Die Ehe mit Lisa Marie Presley, die 1995 nach 20 Monaten auseinander ging, wurde als PR-Manöver aufgefasst. Kurz danach heiratete er die Krankenschwester Debbie Rowe. Aus der geschäftsmässig arrangierten Ehe gingen die beiden Kinder Prince Michael (1997) und Paris (1998) hervor. Drei Jahre später wurde Prince Michael II geboren - nach Jacksons Angaben von einer Leihmutter, die mit seinem Samen künstlich befruchtet worden war. Als Jackson im November 2002 in Berlin Prince Michael II über die Brüstung eines Hotel-Balkons hielt, um das Kind den Fans zu zeigen, versetzte Jackson seinem Image damit einen weiteren Schlag.
Dennoch: Bei seiner letzten Welttournee, «HIStory» 1996/97, trat Michael Jackson in 82 Konzerten in 58 Städten der Welt vor mehr als 4,5 Millionen Fans auf. Hinsichtlich der Zuschauerzahlen war es seine erfolgreichste Tournee - und trotzdem verblasste Jacksons Stern fast so sehr wie – angeblich durch eine Krankheit – seine Haut.
Schwieriges Verhältnis zur Sexualität
Jackson hatte immer ein schwieriges Verhältnis zur Sexualität. In seinen Musikvideos waren stets die schönsten und erotischsten Frauen an seiner Seite. Man fragte sich nur, was dieser sich quiekend in den Schritt fassende Jüngling mit ihnen anfangen wollte. Und auch die Talkshow-Masterin Oprah Winfrey fragte noch 1993 in einem Interview den nicht mehr ganz unumstrittenen King of Pop, ob er denn noch Jungfrau sei. Michael wich aus und erklärte, über derlei Details rede man nicht in der Öffentlichkeit.
Details, bis hin zum mutmasslichen Aussehen seines Geschlechtsteils, wurden im ersten spektakulären Verfahren wegen angeblichen Kindsmissbrauchs auf Jacksons Neverland-Ranch bekannt. Ein 13-jähriger Junge und dessen Vater hatten Vorwürfe gegen den Popstar erhoben. Nach einer Millionenzahlung kam es 1994 zwar nicht mehr zum Prozess. Aber Jacksons Ruf war ruiniert; der Musiker wurde von Schmerzmitteln abhängig.
Dabei wären die meisten Popmusiker in der Welt froh mit den Umsätzen gewesen, die der «gescheiterte» Jackson zwischen 1995 und 2002 erzielte: Die Greatest-Hits-Kollektion «HIStory» wurde 18 Millionen Mal verkauft, der zweite Teil «Blood On The Dancefloor» sechs Millionen Mal. Das 2001, zehn Jahre nach «Dangerous», veröffentlichte Studioalbum «Invincible» setzte trotz schlechter Kritiken zehn Millionen Tonträger um.
Zweites Spektakel um Kindesmissbrauch
2003 kam es zu einem weiteren Prozess wegen Kindsmissbrauchs, in dem die Weltöffentlichkeit einen physisch und psychisch völlig fertigen Jackson zu sehen bekam. Jackson wurde freigesprochen, stand seitdem nur noch im Schatten seines sagenhaften Erfolges in den 80er-Jahren, in denen er zu den bestverdienenden Musikern der Welt gehörte. Freunde wie Elizabeth Taylor und Macaulay Culkin hielten ihm die Treue, seine Eltern Joseph und Katherine begleiteten ihn in den Gerichtssaal. Die beiden Mittsiebziger wirkten fitter als ihr Sohn. (smh/sda)
Erstellt: 26.06.2009, 13:42 Uhr
Kultur
Meistgelesen in der Rubrik Kultur
- 1Die dreistesten Medienbetrüger
- 2«Warum darf ich Christoph Blocher nicht bewundern?»
- 3Muss die Welt erfahren, wenn Max Frisch über seine Impotenz schreibt?
- 4Gary Larson und das Monster unter dem Bett
- 5Zum Ersten, zum Zweiten... zum Sexten
- 6«Fassbinder erkannte Dinge in mir, von denen ich keine Ahnung hatte»
Bestenlisten

Einschaltquoten
18.März 2010
| 1. | ![]() | 19:30 | Tagesschau | 638'300 |
| 2. | ![]() | 20:07 | DOK; Schatten über dem Acherli | 526'500 |
| 3. | ![]() | 21:50 | 10vor10 | 511'100 |
| 4. | ![]() | 19:00 | Schweiz aktuell | 411'200 |
| 5. | ![]() | 21:03 | Einstein | 342'300 |














