Die grössten Schweizer Hits einmal anders
","link_title":null,"height":"480","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"hertz01.jpg","type":"image","title":"rienmann.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"414","provider":"","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"0","photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"","link_url":"","image_id":"322348","noAds":"","story_link":"","video":{"lead":"","status":"100","frame":0,"modified_time":"15:15","pics":"","domain":"http://www.tagesanzeiger.ch","views":"897","clone_id":"56447","customer_id":"1","video_id":"56447","url":"http://www.tagesanzeiger.ch/videotv/?channel_id=42&video_id=56447","pic_type":0,"delete_url":"/scripts/content/videonews3.pl?cmd=video_delete&video_id=56447&channel_id=-1&selectMode=&p=0","channel_id":"42","download_url":"http://encoding2.newsnetz.tv/request/get_mpg.php?video_id=56447","modified_date":"14.10.2009","autor":"","created_time":"15:15","created_date":"14.10.2009","end":"0","filename":"56447.flv","teaser_url":"http://files.newsnetz.ch/videotv/data/default_navigation.jpg?time=1329273383","edit_url":"/scripts/content/videonews3.pl?cmd=video_nedit&video_id=56447","title":"ekr","ts_modified":"2009-10-14 15:15:54","cut_url":"http://encoding.newsnetz.tv/request/preview.php?autoStart=true&video_id_clone=-1&filename=56447","ts_created":"2009-10-14 15:15:36"},"legend":"aliesquire.jpg
«Oh Susi»
\r\nRap auf Schweizerdeutsch war ein eher unbekanntes Phänomen, als sich Anfang der 90er-Jahre auf Pausenhöfen und in Jugendzentren ein Lied über eine abstossende Person namens Susi verbreitete. Politisch völlig unkorrekt und in einer ranzigen Art, die jederzeit die spöttische Verachtung des Autors erkennen liess, schilderte der Wettinger Rapper E.K.R. ihre Widerwärtigkeit. Susi war fett, dumm, stillos, unhygienisch - kurz rundum misslungen. Sie hatte den Intelligenzquotienten eines toten Lamas, ging als Globus an die Fasnacht und schlug sich zum Klatschen mit der Hand auf den Nacken. Alles gipfelte in dem von einem lieblichen Örgelchen begleiteten Refrain: «Oh Susi, oh Susi, oh Susi, warum bisch du so gruusig?» Die Vergleiche waren so übertrieben, die Abkanzlung so perfid komisch - man konnte nicht empört sein. Der Song wurde alsbald unter Jugendlichen verbreitet, jeder zitierte daraus. Doch zum Charterfolg brachte es «Oh Susi» nie. Dafür war es noch viel zu früh. Doch E.K.R. schaffte es, die Eidgenossenschaft meisterlich in den Gebrauch wichtiger Rap-Stilmittel wie masslose Übertreibung, Political Incorrectness und resolute, unverwechselbare Vortragsweise einzuführen. Deshalb muss die hässliche Susi auf ewig leben. (ads)\r\n
","link_title":null,"height":"531","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"aliesquire.jpg","type":"video","title":"aliesquire.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"394","provider":"","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"0","photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"","link_url":"","image_id":"322347","noAds":"","story_link":"","video":{"lead":"","status":"100","frame":0,"modified_time":"15:18","pics":"","domain":"http://www.tagesanzeiger.ch","views":"2","clone_id":"56448","customer_id":"1","video_id":"56448","url":"http://www.tagesanzeiger.ch/videotv/?channel_id=42&video_id=56448","pic_type":0,"delete_url":"/scripts/content/videonews3.pl?cmd=video_delete&video_id=56448&channel_id=-1&selectMode=&p=0","channel_id":"42","download_url":"http://encoding2.newsnetz.tv/request/get_mpg.php?video_id=56448","modified_date":"14.10.2009","autor":"","created_time":"15:18","created_date":"14.10.2009","end":"0","filename":"56448.flv","teaser_url":"http://files.newsnetz.ch/videotv/data/default_navigation.jpg?time=1329273383","edit_url":"/scripts/content/videonews3.pl?cmd=video_nedit&video_id=56448","title":"Kutti","ts_modified":"2009-10-14 15:18:13","cut_url":"http://encoding.newsnetz.tv/request/preview.php?autoStart=true&video_id_clone=-1&filename=56448","ts_created":"2009-10-14 15:18:01"},"legend":"clintonesquire.jpg
«Sunne»
\r\nWären die Schweizer Lieder eine Nationalmannschaft, dann wäre «Sunne» der Goalie. Eine Kraft, die man gerne im Rücken weiss. «Sunne» von Kutti MC, erst diesen Sommer erschienen, erzählt vom Vertrauen, das man in den nächsten Tag haben kann. Sein Pathos ist mutig, und die Musik des One Shot Orchestra ist wie ein Energiestoss. Aber gleichzeitig schiesst der Song den Hörer in die Unendlichkeit des Universums und lässt ihn dort die Nichtigkeit der eigenen Existenz erkennen: «Irgendwo zwüsche Urknall und Supernova/Verdrücken-i e Büchse Cola.» Landet man wieder auf der Erde, den Kopf voll mit Kuttis grossartigen No-Raps, weiss man zwar, dass die Überforderung eines solchen kleinen Lebens unendlich ist. Aber klar ist auch: Die Sonne scheint für alle, nicht nur für die, die sich unterfordert glauben.(nij)\r\n
","link_title":null,"height":"531","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"clintonesquire.jpg","type":"video","title":"clintonesquire.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"640","provider":"","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"0","urls":{"iapp":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/stopshoppers300.jpg","sameDomain":"http://www.tagesanzeiger.ch/route/bildlegende/24492/stopshoppers300.jpg","normal":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/stopshoppers.jpg","mobile":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/stopshoppers230.jpg"},"photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"
","image_id":"321774","link_url":"","noAds":"","story_link":"","video":null,"legend":"stopshoppers.jpg«Gürbe»
\r\nMan kann über den Zivilschutz spotten, wie man will. Erstens aber gibt es niemanden, der die Teilnehmer eines Inline-Skate-Marathons so teilnahmslos in die richtige (oder auch falsche) Richtung winkt wie ein erfahrener Zivilschützer. Und zweitens hat er eines der schönsten Schweizer Lieder inspiriert: Die «Gürbe» von Stop the Shoppers aus dem Jahr 1994. Bandleader Schmidi Schmidhauser hat das Lied nach einem Zivilschutzeinsatz an eben der Gürbe geschrieben, nachdem diese bei einem Regenwetter über die Ufer und in die Dörfer des Gürbetals gegangen war. Vergessen wir ein für allemal die Bergseeli-Romantik von Spans «Louenesee». «Gürbe», das ist das Volkslied des auftauenden Permafrosts, der erodierenden Böden, der rutschenden Halden und überhaupt der zerfallenden Alpen. «Das Ziel von dieser Erde, das ischt eine Ebene», singt Schmidhauser zur Pianomelodie, über der kein zusätzlicher Klang ablenkt vom Tosen der Schlamm- und Gerölllawinen, die das Lied heraufbeschwört. Ja, das ist ein bitterer Trost: Was nicht nur unser schönes Land, sondern auch uns selber einebnet, das ist nichts anderes als die Naturgewalt, die wir in unserem eigenen Fall das Leben nennen. Die zerfallenden Acht-, Vier- oder auch nur Eineinhalbtausender, das sind wir. (cf) \r\n\r\n
","link_title":null,"height":"472","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"stopshoppers.jpg","type":"image","title":"stopshoppers.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"531","provider":"","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"0","urls":{"iapp":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/sportsguitar_180300.jpg","sameDomain":"http://www.tagesanzeiger.ch/route/bildlegende/24492/sportsguitar_180300.jpg","normal":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/sportsguitar_180.jpg","mobile":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/sportsguitar_180230.jpg"},"photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"
","image_id":"321775","link_url":"","noAds":"","story_link":"","video":"","legend":"sportsguitar_180.jpg«Very Weird»
\r\nDas ist die Schweizer Band, die 1995 eine Single auf Sub Pop veröffentlichte, bei der Plattenfirma also, die wenige Jahre zuvor Nirvana und Soundgarden herausgebracht hatte. Das zweite Album von Sportsguitar aus Luzern erschien 1997 dann zwar nicht auf Sub Pop, aber auf Matador, das in Indie-Kreisen einen ähnlich guten Ruf genoss: «Married, 3 Kids» startet mit «Very Weird», einem, man könnte fast sagen, prototypischen Indie-Popsong, der seine schöne, verträumte Melodie vorsätzlich zwischen den kollidierenden Feedbacks der Stromgitarren aufreibt (und natürlich nicht ganz reüssiert). Der Song beschreibt den seltsamen Zustand, verliebt zu sein, und all das Wummern und Irrlichtern der Gitarren - so schön hat man es in der Schweiz nie mehr gehört! - betont nur noch die freudige Knusprigkeit der Situation. Shoegazing ist hier keine Verliererperspektive, sondern die Verlegenheit eines jungen Mannes, der seine roten Backen nicht herzeigen will. Der Höhepunkt der Indie-Ära in der Schweiz. (cf)
","link_title":null,"height":"531","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"sportsguitar_180.jpg","type":"image","title":"sportsguitar_180.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"300","provider":"","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"0","urls":{"iapp":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/claude300.jpg","sameDomain":"http://www.tagesanzeiger.ch/route/bildlegende/24492/claude300.jpg","normal":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/claude.jpg","mobile":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/claude230.jpg"},"photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"
","image_id":"321776","link_url":"","noAds":"","story_link":"","video":null,"legend":"claude.jpg«Nüt»
\r\nEr war kaufmännischer Lehrling in Zürich, und er hiess Claude. 1980 hatte dieser Claude die Idee, ein Demo aufzunehmen. Revox-Spulentonband, Gitarre, Bongo, Händeklatschen, Stimme, fertig. Der Song hiess «Nüt». Es war ein Mundart-Rap, angetrieben von groovigen Elektrobeats in der Manier der Rappioniere der Sugarhill Gang. Der Song handelte von nichts. Oder eben: von «Nüt». Das war in etwa auch der ganze Text. Das Wort «Nüt» kam in den drei Minuten und fünf Sekunden exakt 217 Mal vor. Ein postmodernes dadaistisches Manifest? Eher eine Persiflage auf die damals monotone Rapmusik. Claude sandte das Kassettli an Radio 24 - und erhielt es wieder zurück, es entsprach nicht so ganz dem Geschmack des damaligen Piratensenders. Also schickte er das Tape an François «FM» Mürner, dessen Sendung «Sounds» bei der Jugend Kultstatus genoss. Mürner spielte den Song, mehr noch, er vermittelte Claude einen Produzenten. 1982 wurde «Nüt» im Studio nochmals eingespielt und als Vinyl-Single veröffentlicht. Und das Undenkbare geschah: «Nüt» schaffte es in die Schweizer[50] Hitparade, thronte gar eine Woche auf Platz 8. Den später aufgenommenen Versionen auf Hochdeutsch («Nichts»), Französisch («Rien») und Englisch («Nowt») blieb der Erfolg jedoch versagt, ebenso die Nachfolge-Single «Wie gahts». Damit war Claudes Karriere vorbei. Er verschwand, wo er hergekommen war - im Nichts. Oder eben: im «Nüt». (thw)\r\n\r\n
","link_title":null,"height":"301","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"claude.jpg","type":"image","title":"claude.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"640","provider":"","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"0","urls":{"iapp":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/yello300.JPG","sameDomain":"http://www.tagesanzeiger.ch/route/bildlegende/24492/yello300.JPG","normal":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/yello.JPG","mobile":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/yello230.JPG"},"photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"
«Bostich»
\r\nDer Song war nicht Yellos erste Single, aber doch ihr erster Klassiker: «Bostich» aus dem 1980 veröffentlichten Debütalbum «Solid Pleasure» weist schon alle Erkennungsmerkmale des frühen Sounds dieser Zürcher Nichtband auf: die druckvollen Polyrhythmen, den frenetischen Sprechgesang und die vielen Klangfetzen, die wie lose zusammengeklammert wirken - aber in Wirklichkeit perfekt orchestriert sind. Verse und Refrains wechseln sinnig und doch überraschend ab, die noch mit analogen Synthesizern erarbeiteten Sounds ergänzen sich zu einem klaustrophobischen Albtraum. Auch wenn das für heutige Verhältnisse primitive Equipment wie kurz vor dem Kollaps klingt, hat «Bostich» nichts von seiner atmosphärischen Dichte verloren. Im Gegenteil: Die handgemachte Rauheit lässt die Nummer fremder klingen als vor drei Jahrzehnten, als Boris Blank, Dieter Meier und Carlos Peron Krautrock, New Wave und Rap zum Soundtrack einer weit entfernten Zukunft zusammenschweissten. Futuristisch und bedrohlich zugleich sollten Yello immer wieder klingen, aber ganz so finster wie bei «Bostich» war ihre Musik kaum je mehr.\r\n\r\n
","link_title":null,"height":"444","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"yello.JPG","type":"image","title":"yello.JPG","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"250","provider":"","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"0","urls":{"iapp":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/hoesli300.jpg","sameDomain":"http://www.tagesanzeiger.ch/route/bildlegende/24492/hoesli300.jpg","normal":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/hoesli.jpg","mobile":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/hoesli230.jpg"},"photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"
","image_id":"321291","link_url":"","noAds":"","story_link":"","video":null,"legend":"hoesli.jpg«Wir hätten uns nie treffen sollen»
\r\nHösli war ja selber im Mittelleben angekommen und hatte, um nicht als so etwas wie ein Altpunk zu enden, mit dem Pianisten Ricardo Regidor ein Duo gegründet, in dem er deutsche Chansons sang. 2001 erschien «Blau», das beste und tiefstblaue der drei Alben des Luzerner Duos, das bis zu Höslis Tod (2007) existierte. Und darauf war dieser Song. Es geht darin um einen Mann, der sich im Leben gut eingerichtet hat, mit zweiter und dritter Säule und allem Drum und Dran, und der dann einer Frau begegnet, für die er das alles hinschmeissen müsste. Der Song lässt offen, ob er es tun wird; aber der Titel, dieses in leichtem Parlando gesungene «Wir hätten uns nie treffen sollen», er legt nahe, dass ihm die Aussicht auf ein neues Leben viel zu viele Umstände bereitet. Selten hat man in so knappen, aber konzisen Zeilen jemanden dabei beobachten können, wie er sich für den Rest seines Lebens einfriert. Die prickelnde Cocktailmusik, die Ricardo Regidor dazu arrangiert hat, macht das nur noch trauriger.
","link_title":null,"height":"141","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"hoesli.jpg","type":"image","title":"hoesli.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"640","provider":"","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"0","urls":{"iapp":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/rumpelstilz300.jpg","sameDomain":"http://www.tagesanzeiger.ch/route/bildlegende/24492/rumpelstilz300.jpg","normal":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/rumpelstilz.jpg","mobile":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/rumpelstilz230.jpg"},"photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"
","image_id":"321289","link_url":"","noAds":"","story_link":"","video":null,"legend":"rumpelstilz.jpg«Chumm, mir fare zäme us»
\r\nZugegeben, ein Antihit. Kein Schwein kennt das Lied. Selbst Polo Hofer erinnert sich kaum mehr daran. Es war auch nur die B-Seite einer Rumpelstilz-Single aus dem Jahr 1977. Hofer und Gitarrist Schifer Schafer hatten das Stück ursprünglich extra als Leitmotiv für den Fernsehfilm «Yesterday When I Was Young» von Mario Cortesi geschrieben, ein Dokstreifen über die Freuden und Gefahren des Töfflifahrens. Die Band hatte das Getöse der startenden Mofas in die Musik hineinmontiert und so der herrlichen Doobie-Brothers-Pastiche einen Hauch von «Easy Rider»-Feeling verpasst. Gegen Schluss gibt es ein A-capella-«Bababa», das die Rumpelstilz wie ein Schulbubenchörli dastehen liess. Kein Wunder, ging die Bande bald einmal auseinander.
","link_title":null,"height":"446","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"rumpelstilz.jpg","type":"image","title":"rumpelstilz.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"425","provider":"","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"0","urls":{"iapp":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/268blog_kleenex300.jpg","sameDomain":"http://www.tagesanzeiger.ch/route/bildlegende/24492/268blog_kleenex300.jpg","normal":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/268blog_kleenex.jpg","mobile":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/268blog_kleenex230.jpg"},"photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"
","image_id":"321292","link_url":"","noAds":"","story_link":"","video":null,"legend":"268blog_kleenex.jpg«Ü»
\r\nEs war der letzte Song, den Kleenex in ihrer Urbesetzung veröffentlichten, mit Regula Sing am Mikrofon. Das war 1979, und «Ü» wurde zu einem der nicht wenigen Höhepunkte im schmalen Werk der Dada-Punks aus Zürich, die als eine der ganz wenigen Schweizer[50] Bands auch in internationalen Pop-Lexika auftauchen. «Ü» war wie fast alle Songs von Kleenex (später: Liliput) kein Punk im strassenläufigen Sinn. Aber indem sich Regula Sing, Marlene Marder, Lislot Ha und Klaudia Schiff alle spielerischen und auch anarchischen Freiheiten nahmen, waren sie es vielleicht umso mehr. «Ü» klang mit seinem kaum verständlich dahergeplapperten englischen Text, aber auch mit seinem denkbar knappen Refrain - eben «Ü» - wie eine Spielplatzversion von Punk, aber klar: In diesem dadaesken, auf jeden Fall künstlichen Zugriff auf Punk steckte erstens eine Absage an den bierseligen Männerpunk, aber auch eine Utopie, die sehr genau auf die künstlerische Unruhe und Freiheit der frühen 80er-Jahre in Zürich zielte. All die spitzen «Ü» in diesen zweieinhalb Minuten - sie sind zur Grimasse geschnittene Wut. Und so erschien «Ü» zu Recht als «angry side» der Single, auf der «You» die «friendly side» war.\r\n
","link_title":null,"height":"300","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"268blog_kleenex.jpg","type":"image","title":"268blog_kleenex.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"640","provider":"","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"0","urls":{"iapp":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/manimatter300.jpg","sameDomain":"http://www.tagesanzeiger.ch/route/bildlegende/24492/manimatter300.jpg","normal":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/manimatter.jpg","mobile":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/manimatter230.jpg"},"photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"
","image_id":"321290","link_url":"","noAds":"","story_link":"","video":null,"legend":"manimatter.jpg«Ds Lied vo de Bahnhöf»
\r\n«Schreiben ist Auswählen», notierte er in seinen Sudelheften, man solle «eine Lücke lassen für die Fantasie». Beides wendete Mani Matter in seinen Liedern konsequent an, was dazu führte, dass er in wenigen Minuten eine Geschichte singen konnte, die er wie einen Film inszenierte und die als Allegorie assoziativ nachwirkte. Dabei verhandelt «Ds Lied vo de Bahnhöf» von 1966 in fünf Strophen und 77 Sekunden das, was gerade nicht passiert. Der Berner Troubadour besingt einen Bahnhof, in dem der Zug schon abgefahren oder noch nicht gekommen ist. In dem die Leute warten. Dann braust ein Schnellzug durch den kleinen Bahnhof, und Matter singt, wie der Bahnhofvorstand seinen Hut an- und dann wieder abzieht, während noch der Wind über die Geleise weht. Die schwebend leichte Betrachtung aus der Provinz, mit wechselnden Protagonisten brillant dargeboten, weist weit über den Austragungsort hinaus. Matter geht es um das Kleine, das vom Grossen ignoriert wird. Darum ging es ihm immer, wie das Thema seiner Dissertation belegt, die der singende Staatsrechtler auf 84 knappen, sehr lesbaren Seiten ausführte. Sie handelte vom schwindenden Einfluss der Gemeinden auf die schweizerische Rechtsprechung.\r\n
","link_title":null,"height":"462","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"manimatter.jpg","type":"image","title":"manimatter.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"635","provider":"Video: Youtube","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"7","photographer":"Video: Youtube","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"","link_url":"","image_id":"320359","noAds":"","story_link":"","video":{"lead":"","status":"100","frame":"47","modified_time":"16:28","pics":"47","domain":"http://www.tagesanzeiger.ch","views":"1191","clone_id":"54896","customer_id":"1","video_id":"54896","url":"http://www.tagesanzeiger.ch/videotv/?channel_id=-1&video_id=54896","pic_type":"3","delete_url":"/scripts/content/videonews3.pl?cmd=video_delete&video_id=54896&channel_id=-1&selectMode=&p=0","channel_id":"-1","download_url":"http://encoding2.newsnetz.tv/request/get_mpg.php?video_id=54896","modified_date":"02.10.2009","teaser_url_small":"http://server026.newsnetz.tv/54896/frame-47-54896.jpg?time=1329273383","autor":"","created_time":"16:28","created_date":"02.10.2009","end":"227.34","filename":"54896.flv","teaser_url":"http://server025.newsnetz.tv/54896/frame-47-54896.jpg?time=1329273383","edit_url":"/scripts/content/videonews3.pl?cmd=video_nedit&video_id=54896","title":"Juvet","ts_modified":"2009-10-02 16:28:46","cut_url":"http://encoding.newsnetz.tv/request/preview.php?autoStart=true&video_id_clone=-1&filename=54896","ts_created":"2009-10-02 16:28:46"},"legend":"1widmer.jpg
«I Love America»
\r\nEs soll niemand behaupten, die Teilnahme am Eurovision Song Contest sei ein Todesstoss für eine Künstlerkarriere. Fünf Jahre nach dem erfolglosen Auftritt in Luxemburg – er landete dort auf Platz 12 – gelang Patrick Juvet 1978 ein Welthit: «I Love America» war ein Disco-Stampfer mit pulsierenden Bässen und scharfen Bläser-Stössen, dem man Juvets vorherige Aktivitäten als frankophoner Chansonnier kaum anhörte. Unterstützt von den Produzenten der Village People eiferte der 1950 in Montreux geborene Sänger und Komponist den damals allgegenwärtigen Bee Gees nach und illustrierte mit seiner Liebeserklärung an die USA die Hoffnungen und Träume eines jeden Einwanderers. Anders als die Bee Gees, ebenfalls Fremdkörper im Disco-Trubel, konnte sich Juvet nur kurz auf der Tanzfläche behaupten. Als die DiscoWelle anfang der 80er-Jahre abflaute, war er ausserhalb seines Kernmarkts Frankreich längst vergessen. Daran änderte auch ein späteres House-Remake von «I Love America» nichts.(nij)
Video: Youtube","link_title":null,"height":"354","story_title":"","diashow_subtitle":"Die Bestenliste der Tages-Anzeiger-Musikkritiker","filename":"1widmer.jpg","type":"video","title":"1widmer.jpg","diashow_title":"Schweizer Hits"},{"width":"640","provider":"Bild: Keystone","ressort_url":"/kultur/pop-und-jazz/bildstrecke.html","provider_id":"1","urls":{"iapp":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/kuno300.JPG","sameDomain":"http://www.tagesanzeiger.ch/route/bildlegende/24492/kuno300.JPG","normal":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/kuno.JPG","mobile":"http://files.newsnetz.ch/bildlegende/24492/kuno230.JPG"},"photographer":"","is_visible":"yes","diashow_id":"24492","html":"
«7:7»
\r\nEs war ganze sieben Jahre vor Kunos verschenktem Herzen, es war auf «Sport und Musik», dem ersten Album von Züri West überhaupt, es war «7:7», «sibesibe», und trotzdem nicht unentschieden. Denn die beiden, die sich da 1987 «schpät am ne Donnschtig Aabe im Februar» über einem Carambole-Brett begegnen, machen ein charmantes Strategiespiel der Verführungskunst auf Berndeutsch. Lang gibt es keinen Gewinner und keinen Verlierer, bis er schliesslich fragt: «Blibsch hütt da, wenn i gwinne?» Ihre coole Antwort: «Hesch dr s guet überleit / wüu du chasch sicher sii / de zielen i nümme.» Was für ein grandioser Anmach-Dialog! Und dazu dieses Klavier, das klingt, als hätte darauf schon einer nächtelang in einer Bar vor sich hin geklimpert, wo die Menschen der Welt in erotisch aufgeladener Zweisamkeit abhanden kommen.
\r\n
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","image_id":"320075","link_url":"","noAds":"","story_link":"","video":null,"legend":"knut.jpg«I Like You (But Not So Much)»
\r\nBern ist eben doch nicht überall. So erschien im September 2002 in Basel eine Platte, die ganz leicht elektronisches Hipstertum mit internationalem Popappeal verband: «Days of Dismantled Routines» von Knut & Silvy war und ist ein verführerisches Nachtschattengewächs, das ein Bein noch im Klub und das andere schon im Schlafzimmer hat. «I Like You (But Not So Much)» ist der hinreissendste Song darauf. Über dem zart pochenden Beat schraffiert Knut Jensen den Song ganz fein mit seinen Synthesizern, und dazwischen spielt Silvia Buonvicini nicht nur genüsslich mit der englischen und spanischen Sprache, sondern auch mit dem Adressaten ihres Gesangs. Und der ist so kunstvoll gedehnt und verbremst, dass sich nicht nur dieser unbekannte Mann, sondern auch der Hörer in einiger Spannung hingehalten fühlt.(cf)
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«Walliselle»
\r\nEineinhalb Minuten lang singt Endo Anaconda nicht mehr als eine Litanei möglicher Schweizer Herkunften. Warum er dabei einen so tiefen Blues in die Stimme legt, erfährt man erst später: «Aber irgendwo töif, töif drinn i üs si mir alli Walliseller.» Im Jahr 2000 veröffentlichte das genialische Berner Duo Stiller Has «Walliselle» auf der gleichnamigen CD. Es ist das wahrste Heimatlied, das man sich denken kann: Es ist von geradezu hymnischem Heimatgefühl, doch ortet es den heimlichen Mittelpunkt des Landes nicht unterm Alpenfirn, sondern in der Aggloschweiz, an einem dieser uferlos verstädterten Orte der Ein- und Mehrfamilienhauszonen, Verkehrskreisel, Autobahnzufahrten und Fachmärkte. So erzählt dieser eine Song, was die ganze Schlagerszene nie begriffen hat: Ja, da ist eine Heimat, aber sie ist meistens hässlich. Das Örgeli seufzt, die Gitarre kreiselt weh.
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