Dies ist Chris Cornells letzter Auftritt

Wenige Stunden nach seinem letzten Konzert mit Soundgarden in Detroit verstarb der Sänger. Er war eine führende Stimme der Grunge-Bewegung der 1990er-Jahre.

Letzter Auftritt in Detroit: Chris Cornell mit Soundgarden. (Video: Youtube)


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Chris Cornell befindet sich auf Tournee, als er nach Angaben eines Sprechers überraschend im Alter von 52 Jahren stirbt.

Der als Leadsänger der Bands Soundgarden und Audioslave bekannt gewordene Cornell nahm sich in einem Hotel in Detroit wenige Stunden nach einem Konzert mit Soundgarden das Leben, wie die zuständige Gerichtsmedizin am Donnerstag erklärte.

Ein Sprecher der Polizei von Detroit, Michael Woody, sagte, Cornell sei im Hotel MGM Grand Detroit gestorben. Seine Frau hatte demnach einen Freund der Familie angerufen und ihn gebeten, nach Cornell zu sehen. Der Freund habe gewaltsam eine Hotelzimmertür geöffnet und Cornell auf dem Boden des Badezimmers gefunden.

Die Nachricht vom Tod Cornells löste Dutzende Tweets aus. Aerosmith-Gitarrist Joe Perry schrieb auf Twitter: «Sehr traurige Nachricht über Chris Cornell heute. Ein trauriger Verlust eines grossartigen Talents für die Welt, seine Freunde und Familie. Ruhe in Frieden.»

Noch am Mittwochabend hatte Cornell mit seiner Band Soundgarden ein Konzert in Detroit gegeben. Vor dem Auftritt hatte der Musiker seinen letzten Tweet abgesetzt: ein Bild vom Auftrittsort, dem Fox Theatre, und die Worte «#Detroit – endlich zurück in Rock City!!!».

Ebenso wie Nirvana-Frontmann Kurt Cobain stammte Cornell aus Seattle, wo der Grunge geboren wurde. Mit seiner starken, fast vier Oktaven umspannenden Gesangsstimme war Cornell eine der führenden Stimmen der Grunge-Bewegung der 1990er-Jahre. Seine Karriere begann er mit der Band Soundgarden.

Soundgarden – «Black Hole Sun» (Quelle: Youtube/SoundgardenVevo)

Das dritte Studioalbum der 1984 gegründeten Band, «Badmotorfinger», brachte 1991 äusserst populäre Singles hervor – «Jesus Christ Pose», «Rusty Cage» und «Outshined». Soundgardens Album «Superunknown» schaffte es auf Platz eins der Billboard 200 und wurde 1995 für einen Grammy als Beste Rock-Platte nominiert. Darauf enthalten waren die Hitsingles «Spoonman», «Fell on Black Days», «Black Hole Sun», «My Wave» und «The Day I Tried to Live».

Soundgarden lösten sich 1997 wegen Spannungen in der Band auf. Cornell verfolgte anschliessend eine Solokarriere. 2001 schloss er sich Audioslave an, einer Gruppe, zu der die ehemaligen Mitglieder von Rage Against the Machine, Tom Morello, Brad Wilk und Tim Commerford, gehörten. Die Band veröffentlichte drei Alben in sechs Jahren. Audioslave gingen 2007 auseinander. Cornell und Soundgarden kamen 2010 wieder zusammen und veröffentlichten 2012 das sechste Studioalbum der Band, «King Animal».

James-Bond-Titelsong

Cornell veröffentlichte auch vier Solo-Studioalben und ein Solo-Livealbum. Er war zudem für den Titelsong «You Know My Name» zum James-Bond-Film «Casino Royale» mit Daniel Craig verantwortlich. Im März veröffentlichte er auf iTunes die Single «The Promise». Der gesamte Erlös aus dem Verkauf ging an die Hilfsorganisation International Rescue Committee.

Neben seiner Musik war Cornell auch in Wohltätigkeitsarbeit involviert. Er gründete die Chris and Vicky Cornell Foundation, um Kinder zu unterstützen, die mit Herausforderungen wie Obdachlosigkeit, Armut, Missbrauch und Vernachlässigung konfrontiert sind.

Letzter Auftritt in Detroit

(chi/sep)

Erstellt: 18.05.2017, 21:14 Uhr

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