«Ich würde am liebsten in Zürich wohnen»
Seal: Secret (Aus dem neuen Album)
Zeitlos schön
Obwohl auf der neuen CD «6: Commitment» ein Überflieger fehlt, lohnt es sich reinzuhören. Die Produktion von Altmeister David Foster (Madonna, Céline Dion) bürgt zwar nicht für Innovation, aber für Qualität und passt zu Seals Ehrgeiz, zeitlose Musik zu machen. Mit «Weight of My Mistakes», «If I’m Anly Closer» oder Balladen wie «You Get Me» und «Letting Go» ist das auf dieser Platte gelungen.
Seal: «6: Commitment», Warner.
Der stärkste Song der CD ist für mich «Weight of My Mistakes». Wie schwer wiegen Ihre Fehler?
Seal: Es geht eben darum, sie nicht immer auf die Waagschale zu legen, sondern deine Mitmenschen und dich selbst so zu akzeptieren, wie sie sind. Wenn du eine Beziehung eingehen willst, solltest du zuerst mal deine eigenen Stärken und Schwächen kennen – und sie dir vergeben.
Ist es Ihnen gelungen, oder versuchen Sie sich noch zu ändern?
Ich bin 47! Da liegt wohl nicht mehr viel drin. In meinem Alter sollte man es gar nicht mehr versuchen, sondern seine dunklen Seiten annehmen und mit ihnen umzugehen wissen. Die Dämonen zu verleugnen, wäre gefährlich, denn dann könnten sie einen überraschen.
Als ich kürzlich mit Sting sprach, meinte er, ich solle Sie fragen, ob Sie noch diesen Cocktail aus Wodka und frischem Ingwer trinken...
Den Drink, den wir «Stingo» tauften, weil er ihn immer trank? (lacht)
Er gab an, ihn nun nicht mehr zu trinken. Er wäre zu gefährlich...
Das stimmt nicht, er ist lovely! Gut, der Rest hängt von deiner Konstitution ab. Sting und ich vertragen ziemlich viel. Das war nie ein Problem. Er hat wohl gescherzt. Wobei ich einräume, dass der «Stingo», wenn er in falsche Hände gerät, tödlich sein kann
Von welchem Geheimnis handelt Ihre Single «Secret»?
Der Song basiert auf meinem Leben in den letzten sieben Jahren. Wobei ich es auf eine Art aufgeschrieben habe, die Interpretationsspielraum lässt. Dann haben die Lieder mehr Kraft, da dies die Vorstellungskraft der Zuhörer mehr anregt und sie stärker berührt.
Sie haben in dieser Periode Topmodel Heidi Klum geheiratet und die Verantwortung für vier Kinder übernommen. Ein «Commitment», das Ihnen vor 20 Jahren noch schwerer gefallen wäre?
Ich denke, jeder Mann unter 40 Jahren ist nutzlos, was das Eingehen von persönlichen Verpflichtungen angeht (lacht). Berufliche Verpflichtungen kann man schon in jungen Jahren eingehen und muss sich an sie halten, wenn man Karriere machen möchte. In der Musik ist es mir auch gelungen – im Privaten nicht immer...
Zurück zur CD. Auf der digitalen Version wird «You Get Me» in einer Duettversion mit der Schweizer Sängerin Tinkabelle zu hören sein. Wie kam es dazu?
Ich bin auf dieses Lied gestossen, als mich die italienische Sängerin Mina bat, mit ihr ein Duett aufzunehmen. Es stammt von einem unglaublich guten Songschreiber namens Teitur Lassen. «You Got Me» gefällt mir so, dass ich auf die Idee kam, es mit Künstlern aus verschiedenen Ländern aufzunehmen. Ich bat Warner Music Switzerland um Vorschläge, und Tinkabelle hat mich mit ihrem aussergewöhnlichen Talent beeindruckt.
Haben Sie sonst noch eine Beziehung zur Schweiz?
Ja, ich liebe die Schweiz! Zürich wäre die Stadt, in der ich am liebsten leben würde.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 21.09.2010, 12:01 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





